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Oskar Ernst Bernhardt

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de:nachklange:1934:weihnachten

Weihnachten!

Weihenacht! Das Fest des Strahlenden Sternes! Beide Feste sind in Wirklichkeit nur eins! Es ist der Tag des Strahlenden Sternes, der, von Gott in diesen Weltenteil gesendet, einst dem Gottessohne seinen Gruß zuleuchtete, als er auf Erden hier erwachte, und nun dem Menschensohne leuchten wird vom Tage seines irdischen Erwachens an, der Stunde, da die Lichtmacht in die Grobstofflichkeit sich verankert! —

„Friede auf Erden zur Freude der Menschheit!“ war der Gruß des Lichtes bei der Erdgeburt des Gottessohnes, die noch heute mit dem Weihnachtsfest gefeiert wird. Das Hohngeschrei der Menschheit: „Kreuzige, kreuzige ihn!“ schwang sich nach wenig Jahren schon als Gegengruß herausfordernd zum Gottesthron hinauf!

Hernieder aber senkte sich im gleichen Augenblicke auf dem Wege dieses Hohnes … das Gericht! Es wartete nicht etwa erst bis jetzt. Ihr Erdenmenschen stehet von dem Tag des Mordes an schon in der Wechselwirkung. Was jetzt geschieht, ist nur das Ende des Gerichtes, also das Endgericht!

Ihr waret abgetrennt von Gott seit jenem Tag, an welchem der geweihte Vorhang vor dem Allerheiligsten zerriß! Ihr solltet Allerheiligstes von dieser Stunde an nicht mehr auf Erden hier besitzen. Verwirrt, vereinsamt wurdet Ihr vom gleichen Augenblicke an. Es gab keine Verbindung mehr für Euch mit Gott! Die Menschheit hatte sie mit dieser Kreuzigung zerrissen und den alten Bund zertrümmert. Der Bote Gottes, der den Vorhang reißen ließ, gab damit auch die Bundeslade frei, da sie den ursprünglichen Sinn und Wert verlor. Der Bund zwischen Gott und der Menschheit konnte nach dem Morde weiterhin nicht mehr bestehen.

Das Wort allein blieb Euch zurück als Seil zu einer Rettung für den Einzelnen, wenn dieser mühsam es erklimmen wollte, um nach lichteren Höhen zu gelangen. Nur wenigen ist es gelungen unter großer Anstrengung. Dort aber mußten sie noch warten, bis zum Tag des Endgerichtes! Und diesen bringt der Menschensohn, der auch den neuen Bund zu schließen hat, für den schon jetzt die ernsthaft Suchenden versiegelt worden sind.

Ohne einen neuen Bund gibt es für diese Erdenmenschheit auch keine Verbindung mehr mit Gott, nachdem sie unterbrochen wurde durch die Kreuzigung.

Es fehlt seither das stärkste Glied dieser notwendigen Verbindung, wodurch eine Kluft erstand, die nicht zu überbrücken war, es sei denn durch Gott selbst. Die Menschheit aber hat in der Verblendung diese Kluft immer noch mehr erweitert.

Aus diesem Grunde lautet jetzt der Gruß des Sternes: „Kampf der Menschheit und Gericht, bis zu der vollständigen Unterwerfung, welche gleichbedeutend ist mit Reinigung und Frieden!“ —

Gebt Euch einmal die Mühe, klar in alles Treiben dieser Menschheit zu der Weihnachtszeit hineinzublicken! Doch nicht von dem Standpunkte aus, welcher Euch anerzogen wurde, sondern von dem Lichte aus betrachtet!

Der Gottessohn kam zu der Menschheit auf die Erde, um durch sein Wort den Weg zu zeigen, der die Menschheit nach der Höhe, nach den seligen Gefilden führen muß. Er wollte Frieden, Glück und Freude damit bringen. Wollte den verirrten Menschengeistern eine Tür zum Paradiese öffnen. Die Menschheit staunte, horchte auf! Sie fühlte Großes!

Aber schnell erwachten damit gleichzeitig als erstes ihre Erdenwünsche, welche sie gewohnheitsmäßig sofort einzumischen suchten, um bei der Gelegenheit diese erfüllt zu sehen. Sie dachten gar nicht daran, eine große Gottesgabe dankbar hinzunehmen wie sie ist, sondern erst sollten ihre Erdenwünsche durch den Gottessohn befriedigt werden. Dann würden sie sich vielleicht auch bemühen, eine Arbeit an sich selbst zu tun. Doch wären ihre Erdenwünsche erst erfüllet worden, so blieben sie nachher viel zu bequem, noch etwas anderes zu tun!

So wollten sie durch ihre falsche Einstellung Christus zu ihrem Knechte machen, statt ihn zu begrüßen als den Herrn!

Nicht anders ist die Einstellung der Menschen heute noch Gott gegenüber! Sie alle kennen nur ein Bitten, daß er ihre Wünsche recht erfülle! Nur in Bitten, das sie beten nennen, das aber betteln ist, suchen sie ihrem Gotte sich zu nähern. Nicht anders! Ihr Heuchler, Toren, Ihr unnützen Knechte! Euer Bitten ist in Wirklichkeit nur selbstsüchtiges Fordern! Nur Ihr und immer wieder Ihr. Auf Euer Wohl allein seid Ihr bedacht.

Was aber bringt Ihr Gott entgegen als Dank, der Euch die Schöpfung zu Eurer Entwickelung überließ?

Ihr habt sie ihm vergiftet und entehrt, weil Ihr Euch überhaupt nicht darum kümmertet, habt sie beschmutzt, indem Ihr sie nur zu verwenden sucht zu der Erfüllung niedersten Begehrens! Und selbst zum Weihnachtsfest sind Eure höchsten Ziele nur im gegenseitigen Beschenken!

So ist auch diese Erde hier durch Euch zu einem Stall geworden, anstatt zu einem Tempel Gottes!

Die Worte Christi habt Ihr nie erkannt in ihrem hohen Werte, den sie bergen, der über allen Erdenschätzen steht! In Geistesträgheit gingen schon die Menschen zu Christi Erdenzeiten stumpf daran vorüber, dumm, beschränkt, wie es die Menschen heute auch noch tun. Sie fühlten sich in Nichterfüllung aller ihrer Erdenwünsche zuletzt sogar betrogen und verfolgten den, der ihnen viel mehr geben wollte, alles, was der Menschengeist zu der Erreichung wahren Glückes, wahren Lebens braucht. Sie verfolgten ihn mit ihrem Haß, bis sie erreichten, daß er an das Kreuz geschlagen wurde, damit sie sich nicht mehr an ihm zu ärgern brauchten!

Denkt Euch hinein in die Empfindungen des Gottessohnes. Wie unwürdig, wie tief erbärmlich mußte er die Menschen vor sich sehen. Er, der so große Opfer nicht gescheut hatte, auf diese Erde hier zu kommen aus dem Licht, der wußte, welche Werte er mit seinem Wort der Menschheit gab! Werte, welche die gegen Gott so schuldbeladenen Menschen ganz allein noch retten konnten aus den Irrwegen, die sie sich selbst geschaffen hatten durch ihr falsches Tun, ihr lückenhaftes Denken.

Mit seinen Gleichnissen und Reden gab er klar erkennbar die genaue Richtung in der Schöpfung an, die unschwer einzuschlagen, sehr leicht einzuhalten war für jeden, der sie recht betrachtete.

Die Rettung bot er ihnen, bot ihnen das Leben! Schon damals sah er ja, daß sie verloren gehen mußten ewiglich, wenn sie den Weg nicht änderten.

Und während er nun nachsichtig, in großer Liebe und Geduld mit seinem Wissen der niederen Dummheit dieser Erdenmenschen gegenübertrat, nur um zu helfen, kamen diese fordernd nur mit ihren Erdenwünschen! Von ihm erwarteten sie anmaßend gerade das, was ihnen allen mehrfach schon so sehr verhängnisvoll geworden war, da die Erfüllung ihrer Erdenwünsche stets den Geist ermattet hatte, unbrauchbar gemacht für einen wahren Aufstieg. Täglich und stündlich mußte er erkennen, wie er wertvolle Perlen vor die Säue warf! Und er war für die Menschen aus dem Licht herabgekommen!

Da begreifet Ihr, warum er bei seinen Verhören und seiner Verurteilung zuletzt nicht ein Wort weiter sprach. Es ekelte ihn vor der Menschheit auf der Erde! Der Ekel machte ihn verstummen! Die Menschen waren keines Wortes wert. Stellt Euch nur ernsthaft vor, wie dumm ein jedes Wort der Ankläger und Richter dem Gottessohn erscheinen mußte, welcher aus der Weisheit schöpfte, selbst ein Stück der Weisheit war! Was mußte er empfinden, als die Menschen ihn als Gotteslästerer bezeichneten, nur weil er dieser hirnbeschränkten Erdenmenschheit keinen Ausweis seiner Gottessendung geben konnte, wie diese ihn verstanden hätten. Ausweise hatte er genug gegeben, aber die Menschen waren unfähig, seine Ausweise als solche zu erkennen in der ganzen Größe, die in ihnen ruhte!

Und für diese ihre eigene Unfähigkeit machten sie dann zuletzt den Gottessohn verantwortlich! Richteten ihn, weil sie ihn nicht verstehen konnten! Gerade ihn, der ganz allein Gottvater kannte! Ihr stehet schaudernd vor dem Seelenleiden, das dem Gottessohne von der Menschheit aufgezwungen wurde in der hoffnungslosesten Entsetzlichkeit. —

Nicht anders ging es auch diesmal dem Menschensohne, nur konnte man ihn nach den heutigen Gesetzen nicht zum Tode führen. Man klagte ihn deshalb mehrfach nur des Betruges an, weil er nicht einen Erdennachweis stellen könne, von Gott gesandt, der Menschensohn zu sein!

Man achtete auch diesmal nicht der Größe seiner Botschaft, suchte nicht einen Wert darin zu finden, sondern man stellte sie achtlos zur Seite und verbohrte sich mit grenzenlosem Haß nur auf den einen Sinn: „Er kann nur Erdenvorteile zum Ziel mit der Behauptung haben wollen!“ Was er auch tat, es konnte nach der Erdenmenschen Meinung nur die Absicht haben, sich selbst Vorteile zu schaffen. Allein von dem Gesichtspunkt aus wurde es angesehen!

Der Grund für diese üble Anschauung liegt aber nicht in seinem Tun, sondern nur wieder wie auch damals bei dem Gottessohne in der grenzenlosen Dummheit und Geistesbeschränktheit dieser Erdenmenschen, welche gar nicht anders mehr zu denken fähig sind als in der Art, wie sie es in sich tragen! Der Mensch urteilt und richtet nach der eignen Art! Höherer Auffassungen sind die Menschen nicht mehr fähig in ihrem Übelwollen, ihrem Abgewendetsein von Gott.

So wurde er in gleicher Art gejagt, gehetzt, konnte mit Mühe nur und fortwährendem Ärger seine Aufgabe erfüllen, das Wort vorzubereiten für die Zeit, die nun erst kommen wird! Denn wollte er erst jetzt damit beginnen, wäre es für die gesamte Menschheit viel zu spät!

Nicht er aber hätte Nachteil davon gehabt, wenn er ermüdet, angeekelt alle Vorbereitungen gelassen hätte; denn er selbst ist nur gesendet von Gottvater auf die Erde hier auf seine eigne Bitte hin!

Als Christus einst von seinem Kommen sprach, so galt es seinem Kommen zum Gericht! Für das Gericht aber war es für ihn nicht nötig, bis herab in diesen Erdenkörper einzutreten. In den Wolken kommend, über dieser Erde seiend, hätte er sein Amt erfüllen können! Das Erdenleid, der Menschenhaß wäre ihm damit ganz erspart geblieben. Erst durch Johannes dann wurde sein Erdenkommen angekündet aus dem Licht, nachdem es ihm auf seine Bitte hin bewilligt worden war, kurz nach dem Mord am Gottessohne.

So kommt es, daß die Erde nun bei dem Gerichte nicht zerbersten wird unter dem Fluche, welcher auf ihr lastet! Das war ihr eigentliches Los! Nun aber wird sie nur gereinigt, bleibt erhalten! —

Nun sehet Euch einmal die Weihnachtsfeiern unter dem Gesichtspunkt an, wie sie in ihrer bisherigen Art nun auf Euch wirken!

Welche Anmaßung der Menschen liegt darin. In jedem Wort der Lieder und Gesänge. Die wahre Demut fehlt. Nur Selbsterhebung in den eitlen Wahnideen des eigenen Wertes! Es ist Geschmeiß, das nach dem Lichte fliegen möchte, doch daran verbrennen muß!

Das Weihnachtsfest haben die Menschen bisher nur für sich gefeiert! Zu ihrer Erdenfreude, aber nicht zur Geistesfreude! Nun aber soll es anders werden. Das Fest des Sternes bringt den demütig und ernsthaft nach dem Licht sich Sehnenden Befreiung von den Irrtümern der dünkelhaften Menschheitshirne; denn Imanuel, das Gottesschwert, schlägt alles Unwahre in Trümmer! — —

Seine Verirdischung war also nicht von Anfang an mit vorgesehen. Nur auf sein Bitten hin ist ihm gewährt worden, daß er zur Abrechnung bis zu der Erde gehen darf. Mit der Gewährung dieser Bitte änderte sich dieser Erde Los; sie wird bewahrt vor der vollständigen Vernichtung! Nach fürchterlicher Reinigung darf sie emporgehoben werden in die Region, wo die Vernichtung keinen Eingang findet. — —

Als nun dem Menschensohn die Bitte einst gewährt wurde, ging diese Nachricht jubelnd abwärts in die Schöpfungsteile, und viele Menschengeister der verschiedenen Ebenen schickten heißes Flehen auf zu Gott, daß ihnen gnadenvoll gewährt werde, dem Menschensohne mit helfen zu dürfen bei Erfüllung seiner Aufgabe auf Erden hier mit ihrem ganzen Sein.

Es wurde vielen auch gewährt, und heiliges Gelöbnis band sie dadurch an Erfüllung dieser Aufgabe. Zu diesem Zwecke ganz allein wurden sie dann zu rechter Zeit auf Erden inkarniert. Doch viele davon haben sich in ihrem diesmaligen Erdensein verloren durch Jagd nach Erdenglück und Erdenruhm, oder sonstige Eitelkeiten.

Es gibt darunter auch noch Menschengeister, die mit einer schweren Schuld belastet waren, die in Verzweiflung und in Angst gebeten haben, mitwirken zu dürfen, da ihnen darin nur Erlösung werden konnte. Sonst stand vor ihnen sicheres Verderben.

Nun aber kommt die Zeit, wo allen derartig Verpflichteten die Binde von ihrem bisher verhüllten Wissen fällt. Dann werden einige mit Freude und mit Dank erkennen, daß sie erfüllen dürfen, was sie einst ersehnten, durch lange Mühe, liebevolle Führung aus dem Licht. So manche aber werden mit Entsetzen vor sich sehen, daß sie auch noch die letzte Möglichkeit versäumten, ihre Schuld zu sühnen, daß sie durch ihr Versagen nur noch weitere und unheilvolle Lasten häuften, welche Rettung für sie ganz unmöglich machen. Daß sie sogar selbst den lästerten und seinen Weg zu hemmen suchten, dessen Weg sie zu erleichtern einst gelobten. Deren sind sehr viele! Ihnen kommt erst das Erwachen, während sie hinabgeschleudert werden in die Regionen der Vernichtung, sodaß keine Zeit mehr bleibt zu einer nochmaligen Bitte. —

Vom Tag der Kreuzigung an bis zu dem Tag des Gerichtes stand das Weltall still in seiner großen, höheren Entwickelung, als Wartezeit, in der die Menschengeister die eigenen Saaten wachsen sehen mußten, die heranreiften im Schwingen dieser Schöpfung bis zur Überreife, und dem dann schöpfungsgesetzmäßigen, unvermeidbaren Zerfall, sobald sie nicht durch Gottes Willen weiterhin gehalten werden.

Das Menschenwerk aus dem Verstand heraus ist immer dem Zerfalle unterworfen, solange es nicht Gotteswillen in sich trägt, also nicht nach dem Willen Gottes ist. Das ist das Schwert, das dauernd über allem Tun der Menschen hängt! Welches ihn zwingt, den Gottgesetzen zu gehorchen. Deshalb bricht jetzt nun alles in sich selbst zusammen, und dann … kommt das Gottgericht! Die Scheidung aller Geister! Nachdem sie vorher den Zusammenbruch erleben mußten aller ihrer falschen Werke!

Und in dem großen Durcheinander in der ganzen Schöpfung eine starke Brücke mit zu bilden, die die Erde hält, sind viele von Euch für die Zeit auf Erden jetzt in der Erfüllung der eigenen Bitten inkarniert.

Denket deshalb daran, Ihr haltet mit die Erde, daß sie nicht vergeht! Durch Euer reinstes Wollen bleibet Millionen Menschen die Gelegenheit, noch eine Zeit zu reifen und dann doch noch einzugehen in das Gottesreich, welches ihnen bereits verloren war. Nehmt es deshalb nicht allzu leicht.

Ihr Auserwählten und Berufenen! Es setzet ein für Euch Erfüllung Eueres Gelobens. Ich ruf’ Euch dazu wach!

de/nachklange/1934/weihnachten.txt · Zuletzt geändert: 2020/10/17 23:49 von Marek Ištvánek