Abd-ru-shin

Oskar Ernst Bernhardt

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Zu dem Aufsatz „Das Blut-Geheimnis“ von Abd-ru-shin.

von Hofrat Med. Dr. Leopold Ceipek

Der Aufsatz über das Blutgeheimnis im ersten Heft der Zeitschrift „Die Stimme“ hat mich nicht nur als Mensch, sondern ganz besonders als Arzt tief erschüttert und bewegt. Wie ist es denn möglich gewesen, daß die medizinische Wissenschaft, die auf dem Gebiet der Blutforschung durch Jahrzehnte hindurch besonders eifrig tätig war, doch nur verhältnismäßig so geringe Ergebnisse gezeitigt hat, und die grundlegende Erkenntnis, daß das Blut „die Brücke bilde für die Tätigkeit des Geistes (der Seele) auf Erden“ und „der Geist das Menschenblut bildet“ erst von Abd-ru-shin so eindeutig und klar ausgesprochen und schon jetzt so einleuchtend begründet wurde.

Gewiß, wir wollen nicht ungerecht sein und die bisherigen Erfolge der rein verstandesmäßig betriebenen wissenschaftlichen Blutforschung nicht verkleinern. Sie hat die Beschaffenheit der zelligen Elemente des Blutes (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen) und ihre Veränderungen bei verschiedenen Krankheiten aufgedeckt, sie hat die chemische Zusammensetzung des Blutes und ihre Änderungen bei verschiedenen Erkrankungen erforscht, sie hat die Änderung der Gerinnbarkeit des Blutes bei verschiedenen Krankheltszuständen erkannt und Schlüsse zu ziehen gelehrt, sie hat die verschiedenen Blutgruppen zu unterscheiden gelernt, die Lehre von den allergischen Erkrankungen aufgestellt und so fort, aber trotzdem eröffnet sich erst jetzt durch Abd-ru-shins Lehre vom Blutgeheimnis eine ganz neue, grundlegende und in ihrer Tragweite noch gar nicht zu überblickende Erkenntnis, die uns wie durch ein plötzlich eröffnetes Tor dem Lichte zuführt. Allerdings ist seine These keine nur rein verstandesmäßig durch Denken allein zu erfassende, sondern sie verlangt auch Gefühl und Glauben für sich, also ein rein geistiges Erfassen.

Es ist daher anzunehmen, daß die rein verstandesmäßig betriebene Wissenschaft sich zu seiner neuen These wenigstens in der Mehrheit ablehnend verhalten wird, weil sie nur das anzuerkennen willens ist, was durch Wägung, Messung, Gesicht, Gehör, Geschmack etc., also mit den Sinnesorganen, erkannt und bewiesen werden kann, und damit ist wohl auch erklärt, daß erst ein sogenannter Außenseiter das große Tor zum Blutgeheimnis öffnen konnte.

Ich will nun im Folgenden versuchen, eine Brücke zu bauen und der verstandesmäßig betriebenen Forschung, indem ich mich möglichst auf ihren Standpunkt stelle, den Weg zur Einsicht zu erleichtern. Ich möchte das Blutgeheimnis sozusagen zur Debatte stellen und gleichzeitig zu erklären versuchen.

Es steht doch heute außer Zweifel, daß jeder menschliche Körper eine Eigenstrahlung hat. Diese Eigenstrahlung wurde bereits von verschiedenen Forschern erkannt und auch mit verschiedenen Apparaten gemessen, also physikalisch objektiv bewiesen. Es erhebt sich nur die große Frage, was ist der Träger dieser Eigenstrahlung, die bei jedem Einzelnen verschieden ist? Sind es die Organe und ihre Zellen, oder ist es das Blut? Ist es da nicht naheliegender, daß das Blut der Träger dieser Eigenstrahlung ist, welches durch die Pumpkraft des Herzens überallhin zu allen Zellen des Körpers gefördert wird, und das schon vermöge seiner flüssigen Beschaffenheit, also seines molekular leichteren Baues dazu wie geschaffen ist, als Träger für die schon an die feinstoffliche Lebensbetätigung gemahnende Eigenstrahlung zu dienen?

Es dürfte heute wohl niemand so rückständig sein, die Existenz der Seele, oder wie Abd-ru-shin sagt, des Geistes, des Geistigen im Menschen zu leugnen. Wenn wir nun den Geist, (die Seele) als die Triebfeder unseres Lebens annehmen, wir sprechen ja auch davon, daß man beim Sterben „seinen Geist aushaucht“ dann muß zwischen der Geistwelt und dem Körper, welcher der Grobstofflichkeit angehört, ein Bindeglied vorhanden sein, denn es ist unmöglich anzunehmen, daß die Welt des Geistes mit ihrer ganz anderen Artung direkt auf den der Grobstofflichkeit angehörenden Körper einwirken kann. Ist es da nicht sehr einleuchtend, das Blut als diese Brücke für die Tätigkeit des Geistes auf der Erde anzunehmen?

Abd-ru-shin führt als Begründung für den Zusammenhang zwischen Blut und Geist den Umstand an, daß das Blut nur in der Zeit zwischen Eintritt und Austritt des Geistes vorhanden ist, also während der Geist sich im Körper befindet. Eindeutig und nicht zu bezweifeln liegt die Sache hinsichtlich des Zeitpunktes des Austrittes des Geistes aus dem Körper. Mit dem eingetretenen Tod sind alle Schlagadern blutleer und nur in den Blutadern sind unbrauchbare und geronnene Blutreste vorhanden. Die Eröffnung einer Schlagader wird sogar, um deren Blutleere sicherzustellen, an der Leiche als untrügliches Mittel zur Unterscheidung des Scheintodes vom wirklichen Tod angewendet.

Schwieriger ist die Frage bezüglich des Eintrittes des Geistes in den Körper. Den wirklich vollkommen selbständigen, vom mütterlichen Kreislauf ganz getrennten Blutkreislauf bekommt das Kind erst mit dem Zeitpunkt der Abnabelung. Aber das schließt durchaus nicht aus, daß schon vorher, noch während des Zusammenhanges der Frucht mit dem mütterlichen Blutkreislauf im Mutterleib, im Zeitpunkt der Inkarnierung des Geistes inmitten der Schwangerschaft, außer dem mütterlichen Blut auch bereits das eigene Blut des neuen werdenden Menschenkörpers zu kreisen beginnt, nur läßt es sich nicht so strikt beweisen wie für den Zeitpunkt des Austrittes des Geistes beim Tod. Es war mir aber seit jeher widersinnig erschienen, daß der Zeitpunkt der Inkarnierung des neuen Geistes der Hebamme, oder der Person überlassen sein sollte, welche die Abnabelung des Kindes besorgt. Nein, die Inkarnierung des neuen Geistes erfolgt nach den wunderbaren und unverrückbaren Schöpfungsgesetzen inmitten der Schwangerschaft, wenn bei einem ganz bestimmten Entwicklungsstadium der Frucht auch das Geschlecht sich differenziert und die ersten Bewegungen einsetzen. Es ist durchaus möglich, daß in diesem Zeitpunkt auch das erstemal das eigene Blut in der Frucht zu kreisen beginnt. Mit der Abnabelung, da das Kind den ersten Atemzug macht und den ersten Schrei, wird es nur sichtbar von der Mutter selbständig.

Wenn wir nun annehmen, daß das Blut die Brücke zur Betätigung des Geistes in das Irdische darstellt, muß es natürlich fallweise für jeden Menschen eine ganz bestimmte und für die betreffende Seele geeignete Zusammensetzung haben und müssen diese Unterschiede sehr feine und ungeheuer vielfältige sein, so daß es sehr viel mehr Blutgruppen und Blutarten geben muß, als die vier bisher wissenschaftlich anerkannten. Uns Ärzten liegt nun begreiflicher Weise die Frage nahe, auf welche Weise und mit welchen Hilfsmitteln die so fein differenzierten Unterschiede und fehlerhaften Zusammensetzungen des Blutes erkannt werden können, um Abhilfe zu schaffen. Wir freuen uns und erwarten gespannt die von Abd-ru-shin für später noch in Aussicht gestellten ausführlichen Einzelheiten über das Blutgeheimnis.

Zur Tatsache, daß mit dem Erwachen der Sexualkraft auch das Blut eine ganz andere Zusammensetzung bekommen muß, möchte ich nur darauf hinweisen, daß um die Zeit der Pubertät häufig allerlei Unreinheiten der Haut (Wimmerln, Pickeln, Akne genannt) auftreten, die offenbar mit einem Reinigungs- oder Umänderungs-Prozeß im Blute zusammenhängen und dann von selbst wieder verschwinden.

Daß die verschiedenen Temperamente durch die verschiedenartige Blutzusammensetzung bedingt sind, darauf weist schon die Redensart hin von „schwerblütigen“ Menschen, die man für die Melancholiker gebraucht, also ein ganz klarer Hinweis auf die Blutbeschaffenheit.

Wenn die richtige Ausstrahlung des Blutes dem Geist erst die Möglichkeit zur richtigen Betätigung auf dem Wege des Körpers in das irdische Dasein gibt, dann müssen wir zunächst erst erkennen lernen, welche Ausstrahlungen diesem und jenem Menschen fehlen, und durch welche Speise und welchen Trank, allenfalls durch welche Heilmittel und seine Strahlung die fehlenden Ausstrahlungen ersetzt oder ergänzt werden können, um die beste Wirksamkeit des betreffenden Geistes auf den ihm zugewiesenen Körper zu erreichen. Sollte dies unmöglich sein? Denken wir dabei an die in alten Sagen immer wieder auftauchenden Berichte von Liebestränken. Durch den Trank wurde eine ganz bestimmte geistige (gefühlsmäßige) Einstellung erzielt. in den alten Sagen ruht uraltes, unverdorbenes Wissen aus den Kindheitstagen der Menschheit, das gewiß zu beachten ist.

Wenn es aber möglich ist, die Ausstrahlung des Blutes, nicht nur seine chemische und materielle Beschaffenheit durch geeignete Speise und Trank und allfällige Heilmittel zu beeinflussen, dann eröffnen sich uns Ärzten ungeahnte neue Wege zur Erlösung der Menschen von vielen Übeln, denen wir bisher vielfach ratlos gegenüberstanden. Vielleicht kommt da auch der neue, heißersehnte Weg zur Befreiung der Menschen von der schweren Geißel der Krebserkrankung. Es sind schon verschiedene ärztliche Stimmen laut geworden, welche allerdings noch in grob materieller Auffassung eine Übersäuerung des Blutes als Disposition (Anfälligkeit) zur Krebserkrankung annehmen.

Abd-ru-shin deutet in seinem Aufsatz in interessanter und klar einleuchtender Weise nur an, daß uns in Hinkunft die Verhinderung von spukhaften Begebenheiten, die Heilung von sogenannten „Besessenen“ und „geistig zurückgebliebenen“ Kindern gelingen müßte.

Die Volks-Hygiene der Zukunft würde sich auch ganz anders gestalten, wenn wir die Möglichkeit gewinnen, durch die richtige Handhabung der Gesetze des neuen, von Abd-ru-shin aufgestellten Blutgeheimnisses den Völkern in Harmonie mit dem göttlichen Walten das Aufblühen zu herrlichstem Wollen und Können in friedvollem Lichtzustreben zu schenken. Welcher Arzt wollte da abseits stehen und nicht mit allen seinen Kräften mithelfen wollen an dieser „unblutigen“ Erneuerung der Menschheit durch das Geheimnis des Blutes.

de/stimme/heft_3/zu_dem_aufsatz_das_blut-geheimnis_von_abd-ru-shin.txt · Last modified: 2020/11/14 01:01 by Marek Ištvánek