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Oskar Ernst Bernhardt

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de:stimme:heft_12:das_herdfeuer

Etwas für kleine und große Kinder!

Das Herdfeuer.

von Susanne Schwartzkopff

Stöhnend fuhr der Wind durch den rußigen Kamin, das spärliche Feuer auf dem Herde flackerte auf, um dann schnell in sich zusammenzusinken.

Hu-u, hu-u! heulte es unaufhörlich Um das Haus und im Kamin. Die Tür ächzte, der Sturm drückte dagegen.

Schwächer und schwächer glimmte das kleine Flämmchen auf dem Herde. Schon zeigte es nur noch einen mattblauen Schimmer, da - ein neuer Windstoß, der die Tür aufriß und gegen die Wand warf, daß das Haus zitterte, ein letztes Aufglühen, dann war kalte Stille auf dem Herde.

Lautes Schluchzen ertönte aus der Kammer nebenan. Noch einmal krachte die Türe gegen die Wand, da wurde die Kammer geöffnet, und verweint, mit wirren Haaren kam Aileen herein. Mit ihrer ganzen Kraft mußte sie sich gegen die aufgerissene Tür stemmen, um sie wieder schließen zu können.

„Was ist das heute für ein Tag?“ fragte sie. „Zürnt uns Allvater?“

Ihr Blick fiel auf den Herd. Mit einem Aufschrei griff sie nach dein ledernen Blasebalg, um das erloschene Feuer anzufachen. Vergebens! Kein Fünkchen zeigte sich mehr.

Verzweifelt ließ Aileen die Hände sinken.

„Auch das Unglück noch! Brian, Brian, das ist die Strafe! Was soll ich tun?“ schluchzte sie, auf den nächsten, Stuhl wie von Schwäche übermannt niedersinkend.

„Brian im Zorn von mir gegangen, und nun das Herdfeuer erloschen! Was fange ich an, ich Unglückselige?“

Ratlos sah sie sich um, von heftigem Schluchzen geschüttelt, das vom Heulen des Windes übertönt wurde.

„Moona!“ fiel ihr ein „Ich will zu Moona gehen, sie weiß immer Hilfe.“

Schnell warf sie sich ein Tuch über, wickelte es fest um den Körper und öffnete vorsichtig die Tür in einem Augenblick, da der Wind etwas nachließ.

Heftig schlug die Tür wieder zurück. Aileen befestigte sie, so gut sie konnte und eilte auf die Nachbarhütte zu. Der Sturm erfaßte sie nach wenigen Schritten, er riß an ihren Kleidern, ihrem Haar, jeden Fußbreit Weges mußte sie sich mit aller Kraft erkämpfen.

In der Ferne grollte das Meer, blaugraue Wogen schleuderte es auf die Klippen und auf den steinigen Strand, düsteres Gewölk stand im Westen.

„Brian“, seufzte Aileen bei diesem Anblick.

Der Sturm nahm ihr das Wort vom Munde. Atemlos langte sie vor der Hütte der Nachbarin an. Wieder mußte sie einen Augenblick der Windstille abpassen, ehe sie die Tür öffnen konnte.

Drinnen empfing sie behagliche Wärme. Um das Herdfeuer saß Moona mit ihren Kindern, das Kleinste auf dem Schoß, auf jeder Seite die Buben und Mädchen eng an die Mutter geschmiegt. Gerade schien sie ihnen eine Geschichte erzählt zu haben, denn aller Augen hingen an ihrem Munde, und die kleine Lorna zeigte auf das flackernde Feuer und fragte:

„Siehst Du sie, Mutter? Sie spielen in den Flammen!“

„Moona!“ rief Aileen beim Eintreten in ihrer raschen Art „Moona, hilf mir!“

Moona mochte wohl sehen, daß etwas Ernstes Aileen zu ihr geführt hatte, denn sie schickte die Kinder in die Kammer nebenan und schärfte ihnen ein, sich ruhig zu verhalten, bis sie sie wieder rufen würde.

„Setz Dich, Aileen“, wandte sie sich dann freundlich an die Aufgeregte.

Sie rückte ihr einen Holzschemel nahe ans Feuer und forderte sie noch einmal auf:

„Setz Dich, wärme Dich, Du wirst kalt geworden sein in dem Sturm.“

„Moona“ stöhnte Aileen, indem sie der Aufforderung nachkam, „Moona, ein großes Unglück ist geschehen: mein Herdfeuer ist ausgegangen!“

Betroffen sah Moona die junge Frau an, aus deren Zügen Verzweiflung sprach.

„Du weißt es, was es bedeutet, wenn das Herdfeuer erlischt“, fuhr Aileen fort. „Unglück wird unser Haus treffen, und es ist auch schon da. Brian ist im Zorn von mir gegangen, und wer weiß, ob ich ihn je wiedersehe!“

Wie bestätigend heulte der Sturm auf und rüttelte an allen Türen und Fensterläden. Moona stand auf, versicherte sich, daß alles festgeschlossen war, dann ging sie zu Aileen, legte den Arm um sie und bat:

„Beruhige Dich erst ein wenig und dann erzähle mir alles, Aileen.“

Die mütterliche Wärme, die von Moona ausging, tat Aileen gut. Sie trocknete ihre Tränen und berichtete:

„Wir hatten wieder einmal Streit miteinander, Brian und ich –“

„Hast Du ihn wieder gequält mit Deiner unsinnigen Eifersucht?“ unterbrach Moona.

Beschämt ließ Aileen den Kopf sinken. Zögernd gab sie zu:

„Ja, ich machte ihm Vorwürfe wegen –“

„Wie töricht bist Du doch, Aileen“, sagte Moona ernst. „Du wirst Dir Briands Liebe noch ganz verscherzen mit Deiner grundlosen Eifersucht. Brian liebt Dich, aber wenn Du ihn an Dich binden willst wie einen Hund, der immer hinter Dir herlaufen soll, dann wird er sich eines Tages freimachen, und Du wirst es Dein Leben lang bereuen.“

Aileen nickte.

„Es ist immer wieder stärker als ich“, versuchte sie sich zu rechtfertigen. „Ich liebe ihn eben zu sehr, ich kann nicht ohne ihn sein.“

„Das ist die rechte Liebe nicht, die dem anderen alle Freiheit nimmt“, mahnte Moona.

„Du hast gut reden, Moona“, war Aileens Erwiderung. Ihr seid beide älter und von ruhiger Art, und dann, Du hast Deine Kinder, Du Glückliche.“

„Auch Dir kann dies Glück noch zu Teil werden“, tröstete Moona. „Aber wie kann Allvater ein Kind in Deine Hütte senden, solange kein Frieden darinnen ist?“

Betroffen hörte Alleen zu. So war sie selber schuld an dem Leid, das an ihr nagte und das sich in Hader mit ihrem Manne Luft zu machen suchte?

Von neuem schluchzte sie auf, warf den Kopf auf den Tisch und zerfloß In Tränen.

Moona aber wollte sie nicht ihrem hemmungslosen Schmerz überlassen.

„Und wie kam es mit dem Herdfeuer?“ fragte sie. „Ach ja“, schrak Aileen auf. „Brian war im Zorn fortgegangen, er holte sich das Boot, trotzdem ich bat und flehte. Er ist aufs Meer hinausgefahren. Bald danach erhob sich der Sturm, vor dem ich ihn gewarnt hatte. Aber ohne ein Wort des Abschieds stieß er ab. Und nun ist er schon so lange draußen, wer weiß, ob ich ihn wiedersehe. Gegen diesen Sturm wird er sich nicht halten können!“

Wieder wollte der Jammer sie überwältigen, aber Moona drängte:

„Und dann?“

„Dann bin ich in meine Kammer gegangen und hab nicht mehr an das Feuer gedacht. Ein Windstoß riß die Tür auf, und als ich sie schließen wollte, entdeckte ich das Unglück. Moona, liebe gute Moona, was soll ich tun? Hilf mir, das Unheil abzuwenden, das uns droht!“

Versonnen schaute Moona in das Feuer, das hell zu ihrem Hause brannte, das den Raum wärmte und von dem sie ihren Kindern soeben Geschichten erzählt hatte. Aileen beobachtete sie.

„Liest Du eigentlich Deine Geschichten in dem Feuer Moona?“ fragte sie plötzlich.

Moona blickte auf. Sie sah Aileens Jugend, sie dachte daran, daß sie ohne Mutter aufgewachsen war, und ein großes Mitleid stieg in ihr auf.

„Ja“, antwortete sie. „Ja. Die Flammen raunen mir zu, was ich den Kindern sagen soll. Lauter gute Stimmen höre ich, wenn ich auf sie lausche, und immer sind dann die Kinder willig zu hören und zu lernen. Nie lärmen und zanken sie, wenn ich ihnen Geschichten am Herdfeuer erzähle, und ich erinnere mich, daß es bei meiner Mutter gerade so war. Nichts liebten wir Kinder mehr, als wenn die Abendstunde am Herdfeuer kam, die Tagesarbeit der Mutter beendigt war, wir müde vom Spiel, aber satt und zufrieden auf sie lauschten. Fürs ganze Leben habe ich mich in meiner Kindheit am heimischen Herdfeuer gewärmt, und nun gebe ich es meinen Kindern weiter.“

„Du hast es gut gehabt“, sagte Aileen, „mir hat niemand solche Geschichten erzählt, ich war immer die wilde Aileen“, die über Moor und Heide sprang.“

„Willst Du einmal dabei sein, wenn ich den Kindern erzähle?“ fragte Moona freundlich.

„Ach ja“, war Aileens erfreute Antwort. „Nur zu gerne käme ich. Aber -“das große Unglück, das sie betroffen hatte, fiel ihr wieder ein und erschien ihr nun noch größer als zuvor. „Mein Herd ist kalt und dunkel!“

„Heute können wir ihn nicht wieder anzünden, Aileen“, überlegte Moona. „Der Sturm würde uns den Kienspan auslöschen, wenn wir ihn zu Dir hinübertragen wollten. Weißt Du was, bleibe heute Nacht bei uns, schlafe im Warmen und morgen gebe ich Dir von meinem Feuer. Ist es Dir recht so?“

„Du Gute, ja, aber damit ist das Unheil noch nicht abgewendet. Was soll ich tun, was soll ich tun? Brian, o Brian!“ jammerte sie von neuem.

„Auch dafür weiß ich einen Rat, Aileen. Wir gehen morgen früh zu Brita und fragen sie und erbitten ihre Hilfe.“

„Brita -“ sinnend sah Aileen in die Flammen.

Das Gesicht der greisen Seherin schien ihr aus den Flammen entgegenzusehen. Sie sah streng aus, was würde sie künden? Die Flammen spielten durcheinander, sie zuckten auf und schlugen nieder.

„Allvater, hilf Du mir!“ entrang sich eine inbrünstige Bitte Aileens Lippen.

Wurden nicht Britas Züge milder?

„Ja, wir wollen morgen früh Brita aufsuchen“, entschloß sich die junge Frau.

Moona rief ihre Kinder zum Abendgebet, dann bettete sie dem Gast ein Lager auf einer Bank in der Nähe des wärmenden Herdes, und bald schlief alles in der Hütte den Schlaf des Friedens, obgleich der Sturm noch lange um das Haus tobte.

Am nächsten Morgen schien die Sonne, spiegelglatt glänzte die See, leise nur blähten sich die großen Fischernetze im Winde. In Aileens Herzen lebte die Hoffnung wieder auf.

Sie spähte aufs Meer hinaus, aber kein Segel war zu erblicken.

„Du wartest auch auf Deinen Mann“, sagte sie zu Moona „Wir wollen für sie beide beten, Cullin ist schon länger fort. Ich hatte gehofft, er werde vor dem Sturm zurück sein“, entgegnete Moona.

Als das einfache Morgenmahl beendet war, machtet sich die beiden Frauen auf den Weg. Es war weit bis zu Britas Hütte. Sie lag tief im Walde, und bis dahin mußten sie erst den Streifen Heide- und Moorland durchqueren, der davor lag. Stunden vergingen, bis sie auf die große Lichtung kamen, auf der sich hohe Steine, zum Kreis geordnet, um einen großen Steintisch in der Mitte erhoben.

Am Rande des freien Platzes stand eine kleine Hütte. Die Frauen klopften an und traten ein. Das Auge, das aus der Sonnenhelle in den Raum hineinblickte, mußte sich erst an die Dämmerung drinnen gewöhnen. Dann erkannten sie eine Gestalt am Feuer, deren Augen sich fragend auf die Eintretenden richteten.

„Sei gegrüßt, Brita“, nahm Moona das Wort. „Ich bringe Dir Aileen, die in großer Not ist. Sie möchte Deinen Rat und Deine Hilfe erbitten.“

Britas Augen sahen die junge Frau an. Es war Aileen, als dränge ihr Blick bis in ihr Innerstes, aber tapfer hielt sie ihm stand, ohne die Augen niederzuschlagen.

„Unheil ist mir widerfahren“, begann sie stockend. „Mein Herdfeuer ist gestern erloschen. Nun fürchte ich Unglück für unser Haus, vor allem für meinen Mann, der gestern im Sturm aufs Meer hinausfuhr. Kannst Du mir raten, Du Weise, wie es abzuwehren ist?“

Noch immer schweigend blickten Britas meergraue Augen und lasen in Aileens Seele. Was las sie darin? Aufrichtigen Schmerz, Reue und Sehnsucht nach Hilfe?

Dann öffnete Brita den Mund und sprach:

„Unfrieden im Hause tötet das Feuer im Herde.“

Erschrocken fuhr Aileen zusammen. Deutlich malte sich das Bekenntnis ihrer Schuld auf ihren Zügen. Brita wußte also?

Sie schlug die Hände vors Gesicht und schluchzte:

„Ja, ich bin schuldig, vergib mir!“

„Nicht mich mußt Du um Vergebung anflehen, Kind“, entgegnete die greise Seherin. „Erflehe Vergebung bei Allvater und dann gehe hin und ändere Dein Leben.“

„Wird dann Unglück fern bleiben? Wird Brian wiederkommen?“ fragte Aileen lebhaft.

„Es steht in des Höchsten Hand“, war der Bescheid.

„Alles will ich tun, wenn Brian zu mir zurückkehrt“, versprach Aileen.

„Hüte das Feuer, es ist heilig, ewig lodert es in Allvaters lichten Höhen, immer soll es auf dem Herde der Menschen brennen und sie mahnen, Allvaters nicht zu vergessen.“

Darf ich mir einen Span an Deinem Feuer entzünden?“ bat Aileen, einer aufsteigenden Regung folgend.

Wenn Du es reinen Herzens nimmst, mit Dank gegen den, der uns das Feuer schenkte, so darfst Du es tun. Hüte es gut!“ gewährte Brita. „Aber nicht heute soll es sein. Kehre wieder am Tage der Reinheit, wenn von überall die Frauen und Mädchen sich nahen, um die Flamme sich zu holen aus dem ewigen Feuer.“

„Dank, Dank“, stammelte Aileen. „Ich will es hüten, nie wieder soll es auslöschen in unserem Hause.“

Dann wandten sich die beiden Frauen und gingen Ihres Weges.

Als sie den Wald wieder hinter sich gelassen hatten, spähten Aileens scharfe Augen nach dem Meere. Ungeduld beflügelte ihre Schritte, und sie war es auch, die voller Erregung ausrief:

„Sieh die beiden Segel!“

Wirklich tauchten zwei Fischerboote am Horizont auf sie kamen näher und näher, und während die Frauen eilten, so sehr sie konnten, um die ersten zu sein, legten die Boote ,in dem kleinen Hafen an, in dem sie; den Blicken wieder entzogen waren durch vorspringende Klippen.

„Ob es Brian, ob es Cullin ist?“ fragten die Gedanken der beiden Frauen.

Aileen, die ihre Ungeduld nicht mehr bemeistern konnte, fing an zu laufen. Langsamer folgte die Ältere, bis Aileen sich umdrehte und, mit dem Finger deutend, rief:

„Da sind sie!“

Sie lief auf eine hochgewachsene Gestalt zu und umarmte sie, dann zog sie ihren Mann, Moona noch eine Gruß zuwinkend, in die Hütte hinein.

Lächelnd hatte Moona zugesehen. Auch ihr schlug das Herz leichter, Cullin war heimgekehrt. Ein Dank flog empor zu Allvater.

Aileen aber bat stürmisch ihren Mann um Verzeihung.

„O Brian, kannst Du mir vergeben? Ich weiß, daß ich Unrecht tat, anders soll es nun werden. Wie habe ich um Dich gebangt! Wenn Du nicht zurückgekehrt wärest, ich glaube, ich wäre auch gestorben! Nie wieder sollst Du so von mir gehen, nie wieder will ich Dir Anlaß dazu geben Brian!“

Brians verschlossene Miene hellte sich auf.

„Wo waret Ihr so lange?“ wollte Aileen nun wissen.

„Wir wurden beide vom Sturm verschlagen. An einer geschützten Stelle, in einer kleinen Bucht, konnten wir uns bergen bis heute früh. Allvater sei Dank, der uns beschützte.

Aber jetzt kam der schwerste Teil von Aileens Beichte. Doch sie wußte, daß sie auch hier sich schuldig bekennen mußte, das sollte der Beginn des neuen Lebens sein. Tapfer gestand sie ihre Versäumnis ein, berichtete von Moonas Hilfe und den Besuch bei Brita.

„In sieben Tagen, am Tage der Reinheit, läßt Du mich zu Brita gehen, nicht wahr?“

Und Brian war einverstanden.

Langsam vergingen die sieben Tage für Aileens hochgespannte Erwartungen. Dann kam der ersehnte Morgen. Es fing erst an zu dämmern, als Moona und Aileen sich aufmachten, das Heiligtum im Walde aufzusuchen. Beide trugen eine Bündel Kienspäne in der Hand, die sie am heiligen Feuer entzünden und nach Hause bringen wollten. Rein waren Hütte und Herd, rein ihr Gewand niedergebrannt das Feuer, um neu entzündet zu werden mit der Flamme der Reinheit.

Als der erste Sonnenstrahl die Erde traf, traten von allen Seiten Frauen und Mädchen aus dem Walde auf die Lichtung. In der Mitte des Heiligtums stand Brita, in ein langes, weißes Gewand gehüllt, vor dem Steintisch, auf dem ein Feuer loderte.

Schweigend stellten sich die Frauen innen im Kreise um sie herum, und als der Sonne Strahl den Stein berührte, hob Brita die Hände zum Gebet.

„Allvater, höre uns!“ bat sie. „Schenke. uns Deinen Strahl der Reinheit, laß ihn in diese Flamme fahren, daß wir davon mit uns nehmen können und unsere Hütten erleuchten. Hilf uns, rein zu werden und Dir in Reinheit zu dienen!“

Flutete nicht weißes Licht auf Britas hohe Gestalt und hüllte es sie nicht ein? Aller Augen hingen gebannt an ihr, aller Herzen erflehten mit ihr die Flamme der Reinheit.

„Dank sei Dir, Allvater, der Du unsere Bitte erhörst!“ betete Brita noch einmal.

Dann blickte sie die Versammelten an, als sähe sie sie erst jetzt. Eine nach der anderen von den Frauen trat nun an das Feuer heran, entzündete einen der mitgebrachten Späne an der lodernden Flamme und ging dann schweigend ihres Weges.

Still gingen auch Moona und Aileen wieder von dannen, sorgsam den brennenden Span vor jedem Luftzug hütend und einen neuen entzündend wenn der erste herabgebrannt war. Langsam ging diese Rückkehr von statten, aber das Erlebte wuchs in ihnen zum heiligen Gelöbnis, die Flamme der Reinheit zu hüten auf ihrem Herde und nie erlöschen zu lassen.

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Last modified: 2020/11/25 23:17 by Marek Ištvánek