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Oskar Ernst Bernhardt

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de:vortrage:veroffentlichte:1931-1934:weihnachten_1932

Weihnachten 1932.

1932 ! Weihevolle Nacht in der Erinnerung! Heiliger Tag zur Stunde des kommenden Festes. Beide nun vereint am Wendepunkte einer grossen Zeit.

Licht soll nun werden hier auf Erden, wie es einstens hätte sein sollen, als der Stern der Verheissung während dreier Nächte über einem Stall zu Bethlehem erstrahlte.

Aber das Licht wurde damals von wenigen nur aufgenommen, deren Hörer es nach Erdenmenschenart sehr bald verbogen und entstellten, Vergessenes mit Eigenem Gedachten zu ersetzen suchten und dadurch nur ein Durcheinander schufen, das als Wahrheit unantastbar heute gelten soll. Aus Angst, dass alles stürzt, wenn nur der kleinste Pfeiler sich als unecht zeigt, wird jeder Lichtstrahl, der Erkenntnis bringen kann, bekämpft, besudelt, und, wo es nicht anders geht, wenigstens lächerlich gemacht mit einer Bosheit, einer Tücke, welche klarem Denken deutlich zeigt, dass sie der grenzenlosen Furcht entspringt! Doch klares Denken ist auf Erden heute selten nur zu finden.

Trotzdem muss das Licht wahrer Erkenntnis endlich über alle Menschheit kommen!

Die Zeit ist da, wo alles Ungesunde, das das Menschenhirn erfand, hinweggefegt wird aus der Schöpfung, damit es ferner nicht mehr niederhalte die Erleuchtung, dass die Wahrheit anders aussieht als die haltlosen Gebilde, welche prahlerischer Dünkel und Geschäftssinn, kranke Fantasie und Heuchelei aus schwülem Sumpfe niedriger Beschränktheiten im Drang nach Erdenmacht und irdischer Bewunderung erschuf.

Fluch denen nun, welche durch Irreführung Millionen Menschen derartig versklavten, dass sie heute zur Zeit des Gerichtes nicht mehr wagen, ihre Augen aufzutun dem Licht, sondern blind darauflos schmähen, sobald etwas an ihre Ohren dringt, was anders klingt, als sie es bisher hörten, anstatt endlich aufzuhorchen und in sich einmal zu prüfen, ob das Neue nicht ihrem Verstehen näher kommt als das bisher Gelernte, ob sich nicht ihre Empfindung regt zu einer Überzeugung hin, dass Altes nicht bestehen kann vor dem Weckruf des Lichtes, der zu ihnen dringt, und stürzen muss, da es auf falschem Grunde steht!

Die Ohren sind verstopft, und ängstlich wird darauf gesehen, dass kein frischer Luftzug in sie kommt, tatsächlich nur aus Faulheit und aus Angst, dass diese frische Luft in der damit verbundenen Gesundung Geistesregsamkeit bedingt, die Selbstbemühung fordert und erzwingt, die ganz im Gegensatz zu dem jetzigen anscheinend bequemen Geistesdämmern steht, welche den dumpfen Dauerschlaf zur Folge hat, und damit nur der Schlauheit des verbogenen, verdorbenen Verstandes freie Hand gewährt!

Aber es nützet nichts, dass Ihr die Ohren für das neue Wort verstopft, die Augen schliesst, damit das Licht nicht blende und Euch nicht erschrecke! Gewaltsam werdet Ihr nun aufgescheucht aus dieser traurigen Betäubung! Frierend sollt Ihr vor dem kalten Lichte stehen, das Euch unbarmherzig aller falschen Einhüllung entblösst. Frierend, weil Euer Geistesfunke in Euch nicht mehr zu entzünden geht, um wärmend sich von innen heraus mit dem Lichte zu vereinen. Es ist zu spät dazu! Und das Zuspät bringt in Erstarrung den geistigen Tod!

Ich schleudere das Licht hinein in Euer falsches Tun und Denken, dass es die vielen Mäntelchen zerreisse, die in schillernder Pracht wie Flittergold das Unechte und Schläfrige in Euch verdecken. Es ist ja gar so leicht für Euch, Unglaubliches zu glauben; denn dabei braucht Ihr Euch nicht mühen, selbst zu denken und zu prüfen. Gerade weil es keiner Prüfung nach den göttlichen Naturgesetzen standzuhalten fähig ist, müsst Ihr nur einfach glauben, ohne nach dem Wie oder Warum zu fragen, müsst blindlings glauben, und das dünkt Euch gross! Ihr, die Ihr Euch in dieser so bequemen Art besonders gläubig wähnt, erhebt Euch darin einfach über allen Zweifel, und … fühlt Euch wohl, geborgen, edel, fromm und seligwerdenmüssend!

Ihr aber habt Euch damit nicht erhoben über allen Zweifel, sondern seid nur feig daran vorbeigegangen! Ihr wart zu faul, zu geistesträg, um selbst etwas dabei zu tun, und zogt den blinden Glauben einem Wissen vom natürlichen Geschehen im Gesetz des Gotteswillens vor. Und dazu halfen Euch Erdichtungen aus Menschenhirn. Denn je unmöglicher es ist, unfassbarer, an das Ihr glauben sollt, desto bequemer wird es auch, in Buchstäblichkeit blind daran zu glauben, weil es in solchen Dingen gar nicht anders geht. Da muss das Wissen und die Überzeugung ausgeschaltet werden. Unmögliches allein verlangt den blinden, absoluten Glauben; denn jede Möglichkeit regt sofort eignes Denken an. Wo Wahrheit ist, die stets Natürlichkeit und Folgerichtigkeiten zeigt, dort setzt das Denken und das Nachempfinden auch selbsttätig ein. Es hört nur dort auf, wo es nichts Natürliches mehr findet, wo also Wahrheit nicht vorhanden ist. Und nur durch Nachempfinden kann etwas zur Überzeugung werden, die allein dem Menschengeiste Werte bringt!

So schliesst sich nun mit allem im Gerichte auch der Ring, der einsetzt mit der Weihenacht in Bethlehem! Und dieser Ringschluss muss das Unrichtige in den Überlieferungen ausschleudern, dafür die Wahrheit zu dem Siege bringen. Das Dunkel, das die Menschheit schaffte, wird durch das eindringende Licht zerstreut!

Alle Legenden, welche um das Leben Jesu mit der Zeit gewoben wurden, müssen fallen, damit es endlich rein hervortritt, gottgesetzlich, so, wie es in dieser Schöpfung anders gar nicht möglich war. Ihr habt bisher mit Euren selbstgeschaffnen Kulten die Vollkommenheit des Schöpfers, Eures Gottes, leichtgläubig frevelhaft verleugnet.

Gewollt, bewusst stellt Ihr ihn darin als in seinem Willen unvollkommen dar! Ich sprach darüber schon in meiner Botschaft, und Ihr mögt Euch drehen, wenden, wie Ihr wollt, nicht eine Ausflucht kann Euch davor schützen, dass Ihr zu träge waret, selbst dabei zu denken. Ihr ehrt Gott nicht damit, wenn Ihr an Dinge blindlings glaubt, die sich mit Schöpfungsurgesetzen nicht vereinen lassen! Im Gegenteil, wenn Ihr an die Vollkommenheit des Schöpfers glaubt, so müsst Ihr wissen, dass nichts in der Schöpfung hier geschehen kann, was nicht genau der Folgerung in den festliegenden Gesetzen Gottes auch entspricht. Darin allein könnt Ihr ihn wirklich ehren.

Wer anders denkt, zweifelt damit an der Vollkommenheit des Schöpfers, seines Gottes! Denn wo Veränderungen oder noch Verbesserungen möglich sind, dort ist und war keine Vollkommenheit vorhanden! Entwickelung ist etwas anderes. Diese ist vorgesehen und gewollt in dieser Schöpfung. Aber sie muss sich unbedingt als Folgerung ergeben der Wirkung schon bestehender Gesetze. Das alles aber kann nicht solche Dinge bringen, wie sie bei vielen Gläubigen namentlich im Leben Christi als ganz selbstverständlich angenommen werden!

Wacht endlich auf aus Euren Träumen, werdet in Euch wahr! Gerade heute sei Euch noch einmal gesagt, dass es unmöglich ist nach den Gesetzen in der Schöpfung, dass Erdenmenschenkörper je geboren werden können ohne vorherige grobstoffliche Zeugung, ebenso unmöglich, dass ein grobstofflicher Körper aufgehoben wird ins feinstoffliche Reich nach seinem Erdentode, noch weniger ins wesenhafte oder gar das geistige! Und da Jesus auf Erden hier geboren werden musste, unterlag dieses Geschehen auch dem grobstofflichen Gottgesetz der vorherigen Zeugung.

Gott müsste gegen seine eigenen Gesetze handeln, wäre es mit Christus so geschehen, wie es die Überlieferungen melden. Das aber kann er nicht, da er vollkommen ist von Anfang an und damit auch sein Wille, welcher in den Schöpfungsurgesetzen liegt. Wer anders noch zu denken wagt, der zweifelt an dieser Vollkommenheit und somit auch zuletzt an Gott! Denn Gott ohne Vollkommenheit wäre nicht Gott. Da gibt es keine Ausrede! An dieser einfachen Gewissheit kann ein Menschengeist nicht deuteln, auch wenn damit die Grundfesten so mancher bisherigen Anschauungen nun erschüttert werden müssen. Hier gibt es nur entweder-oder. Ganz oder gar nicht. Eine Brücke lässt sich da nicht bauen, weil etwas Halbes, Unfertiges in der Gottheit nicht sein kann! Auch nicht in dem, was sich mit Gott befasst!

Jesus wurde grobstofflich gezeugt, sonst wäre eine irdische Geburt nicht möglich gewesen. Ein Römer, der Maria liebte und zu seinem Weibe machen wollte, war der Vater. Maria liebte ihn unsagbar. Die Verhältnisse aber hielten den Römer, der Soldat, Haupt­mann unter Augustus war, noch eine Zeitlang fern, sodass Maria sich in ihrer Sorge dem Zimmermeister Josef offenbarte, den sie achtete und welchen sie verehrte. Josef nahm Maria daraufhin zum Weibe. Die Seelennot Marias lockerte sie vor der Aussprache mit Josef seelisch so, dass sie im Augenblicke höchster innerlicher Kämpfe das Erlebnis in sich geistig hatte, welches in der Bibel als Verkündung durch den Engel festgehalten ist.

Derartige geistige Erlebnisse, die auf das grosse Geschehen hinwiesen, hatte Maria nicht nur einmal, da sie dafür empfänglich war, sondern mehrmals. Das erste Erlebnis kurz vor der grobstofflichen Zeugung, das zweite, oben genannte, leitete die Inkarnierung ein, die in der Mitte der Schwangerschaft erfolgt, und das dritte bei der Geburt, wo sie die Sendung des Knaben in dem Stern erkannte.

Alles verschwamm aber nach und nach im Alltag leider wieder und lebte im tatsächlichen Erkennen erst wieder auf im Seelenschmerze unter dem Kreuze auf Golgatha.


Maria litt, da sie die Liebe zu Kreolus, dem römischen Hauptmann und Vater ihres Kindes Jesu, niemals völlig unterdrücken konnte und sehen musste, dass es Josef traurig machte, der sie ehrlich liebte. -

Und während über Bethlehem der Stern erstrahlte, suchte zu gleicher Zeit Kreolus ganz verzweifelt in dem Orte Nazareth nach Maria, um sie mit nach Rom zu nehmen als sein Weib. Er sah den Stern, der ihn erschauern liess, aber er wusste nichts davon, dass es sein Kind war, dem er leuchten sollte.

Von einigen nur wurde damals dieser Stern als die Erfüllung der Verheissungen erkannt. So von Maria selbst und Josef, der erschüttert sein Gesicht verbarg.

Drei Könige fanden den Weg zum Stall und gaben irdische Geschenke; doch dann liessen sie das Kind schutzlos zurück, dem sie den Weg auf Erden ebnen sollten mit ihren Schätzen, ihrer Macht, dass ihm kein Leid geschehe in Erfüllung seiner Aufgabe. Sie hatten ihren hohen Ruf nicht voll erkannt, trotzdem ihnen Erleuchtung wurde, dass sie das Kind finden konnten.

Unruhe trieb Maria fort von Nazareth, und Josef, der ihr stilles Leiden, ihre Sehnsucht sah, erfüllte ihren Wunsch, nur um sie froh zu machen. Er übergab die Leitung seiner Zimmerei dem Ältesten seiner Gehilfen und reiste mit Maria und dem Kinde in ein fernes Land. Im Alltage der Arbeit und täglicher Sorgen verblasste langsam die Erinnerung an den strahlenden Stern bei beiden, namentlich da Jesus nichts Auffallendes in den Jugendjahren zeigte, sondern wie alle Kinder ganz natürlich war. Erst als Josef, der Jesus stets der beste väterliche Freund gewesen war, nach seiner Rückkehr in die Heimatstadt zum Sterben kam, sah er bei dem Hinübergehen in den letzten Erdenaugenblicken über Jesus, der allein an seinem Sterbelager stand, die Krone und die Taube. Erschauernd waren seine letzten Worte: „Also bist Du es doch!“

Jesus selbst wusste nichts davon, bis es ihn zu Johannes trieb, von dem er hörte, dass er an dem Jordan weise Lehren kündete und taufte.

In dieser grobstofflichen Handlung einer Taufe wurde der Beginn der Sendung in der Grobstofflichkeit fest verankert. Die Binde fiel. Er war sich selbst von diesem Augenblicke an bewusst

,dass er das Wort des Vaters in die Erdenmenschheit tragen sollte. - Von seinem Erdenvater hat er von Maria nie etwas erfahren, er wusste nicht, dass auch römisches Blut in seinen Adern floss.

Das ganze Leben wird sich aufrollen vor Euch so, wie es wirklich war, entkleidet aller Fantasien menschlicher Gehirne! Mit dem Ringschluss des Geschehens wird es im Gerichte allen kund im Sieg der Wahrheit, die nicht mehr verdüstert werden darf für lange Zeit! Maria kämpfte in sich mit den Zweifeln, die verstärkt wurden durch mütterliche Sorgen um den Sohn bis zu dem schweren Gang nach Golgatha. Rein menschlich und nicht überirdisch. Erst dort wurde ihr zuletzt noch Erkenntnis über seine Sendung und damit der Glaube.

Doch jetzt zur Wiederkehr des Sternes soll durch Gottes Gnade nun gelöst sein aller Irrtum, und gelöst auch alle Fehler derer, welche nicht in Starrsinn, nicht in üblem Wollen damals Christi Weg erschwerten und nun bei dem Ringschluss zur Erkenntnis kommen, gutzumachen suchen, was sie unterlassen haben oder fehlten.

In dem Gutmachenwollen steigt für sie mit dem Strahlenden Sterne die Erlösung auf, befreit können sie Dank jubeln dem, der in Weisheit und in Güte die Gesetze schuf, an denen sich die Kreaturen richten und auch lösen müssen.

Wenn Ihr dabei bestehen wollt, bedenket nun in Zukunft eins Seht, meine Wege sind nicht Eure Wege! Darum seid wachsam, achtet immer Eurer Wege, die ich in der Botschaft für Euch niederlegte. Ein jeglicher achte sorgsam des seinen! Strebt zu mir her, dem Osten zu, indessen ich dem Westen zugewendet bin und Euch entgegenschauen muss vom Vater, aus dem höchsten Osten kommend. Deshalb sind meine Wege nie die Euren! Denket daran, wenn Ihr so manches nicht verstehen wollt und nicht verstehen könnt. Achtet allein auf Euren Weg, den ich Euch zeigen konnte, und wähnet nicht, dass auch der meine gleicher Art sein muss. Ihr würdet darin irren!

de/vortrage/veroffentlichte/1931-1934/weihnachten_1932.txt · Zuletzt geändert: 2020/10/16 23:20 von Marek Ištvánek