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Oskar Ernst Bernhardt

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de:vortrage:veroffentlichte:1931-1934:jesus_und_imanuel

Jesus und Imanuel.

Der Gottessohn Jesus wie auch der Menschensohn Imanuel sind in ihrem Ursprunge aus Gott! Der Gottessohn, welcher der Einge­borene zu nennen ist, stehet nach seiner Rückkehr aus der Schöp­fung wieder bei Gottvater, oder in Gottvater, dadurch „eingeboren“ in die Gottheit selbst, während der Menschensohn der aus Gott kommende „Ausgeborene“ genannt werden kann, der zum Wohle des Be­stehens aller Menschengeister getrennt von Gott verbleibt, hinausgeboren wurde in die Urschöpfung.

Die Bezeichnung Gottessohn und Menschensohn ist aber von den Menschen noch nie recht begriffen worden, und sogar heute noch nicht ganz von denen, welche meine Botschaft kennen. Der Mensch hat sich gewöhnt, von sich aus nur zu denken und glaubt deshalb, dass alles auch von ihm aus angesehen werden muss. Das ist der Fehler. In diesem Falle muss er nur von oben ausgehend versuchen, ein Verstehen zu gewinnen; denn die Bezeichnung Gottes­sohn und Menschensohn gehet von Gott aus, nicht von Menschen. De­nen ist es nur in dieser Art verkündet worden. Aus diesem Grunde muss auch der Begriff von oben aus empfunden werden, nicht von der Menschenseite aus.

Es bestehen also in Wirklichkeit: Jesus, der eingeborene Sohn, und Imanuel, der ausgeborene Sohn.

Im Göttlichen ist die Bezeichnung Gottessohn und Menschensohn abwärts gedacht, der Schöpfung zugewandt, womit sofort ein an­derer Begriff entsteht, oder überhaupt erst das Begreifen kommt. Der Gottessohn ist der Sohn von Gott bei Gott, der Menschensohn der Sohn von Gott, den Menschen gesendet.

Nicht der Gottessohn Jesus wurde den Menschen gegeben, die ihn, wie viele Gläubige immer noch denken, für ihre Sünden Gottvater opfern konnten! Jesus wurde ihnen überhaupt nie gegeben! Er wollte nur das Wort bringen, und ging dann, nachdem die Menschen ihn gemordet hatten, nach und nach wieder zu Gottvater ein, wie er selbst oft genug erklärt hat. Er wäre auch ohne gemordet zu wer­den wieder zu Gott eingegangen, weil er nie mit der Welt wirklich verbunden war.

Aber Imanuel, der Menschensohn, wurde der Menschheit von Gott gegeben, damit diese einen ewigen Mittler hatte, durch dessen Sein die Menschengeister rechter Einstellung auch ewig sich bewusst bleiben können! Gott gab einen Sohn für diesen Zweck, ohne dass er ihn wieder ganz für sich zurückfordert! Das ist das grosse Opfer, das er brachte, das ist sein Geschenk. Das sein verheissenes Sohnesopfer für die Menschheit! Er fordert oder zieht ihn nicht wieder in die Gottheit zurück. Das grosse Gottesopfer hat mit der Kreuzigung und mit dem Gottessohne Jesus nichts zu tun. Die Kreuzigung war ja kein Opfer, weder ein Opfer Gottes noch ein solches der Menschheit! Weil die Menschen aber gerade dieser ihrer Willkürshandlung an dem Gottessohne zur Selbstent­schuldigung falsche Auslegungen gaben, konnten sie auch nie den eigentlichen Begriff des Wortes Menschensohn erfassen, konnten nie das wirkliche Opfer Gottes als solches erkennen, das in der gewollten, für die Menschheit notwendigen Trennung Gottes von seinem in die Schöpfung hinausgeborenen Sohne liegt, dessen ungeheuere Grösse von der Menschheit überhaupt nie erfasst werden wird und auch nicht erfasst werden kann!

Dass der Menschensohn aus dem lebendigen Lichtgesetz he­raus nichts anderes sein kann als König in der Schöpfung, Stellvertreter des dreieinigen Gottes, wird Euch zu verstehen nicht zu schwer sein. Von Gottvater um der Menschengeister willen in die Schöpfung gestellt, ist er ja der Einzige in der ganzen Schöpfung, der aus Gott kommt.

Das Königtum bringt die einfache und natürliche Folge der Auswirkung des Lichtgesetzes, das aus dem Sein des Menschen­sohnes heraus sich nur so und nicht anders auswirken kann. - - -

Dieses Geschehen in seiner Vollendung bringt für die ge­samte Menschheit so viel Erleichterung, wie sie erst in Jahr­zehnten selbst erfassen werden können.

Die Menschengeister aller Schöpfungsteile haben von der Stunde an, da nun der Menschensohn sein Wirken ganz beginnen wird, das ist die Stunde der Verkündung, eine weitaus grössere, stärkere Hilfe als bisher seit Urbeginn der Schöpfung. - Und deshalb soll und muss auch Frieden werden Überall, der Aufstieg ist viel leichter zu erreichen, doch auch die Strafen wirken sich viel schneller aus als es bisher geschah bei denen, die dem Licht widerstreben wollen.

Es wird ein Umschwung im Geschehen jeder Art, es kommt nun mit dem Menschensohne auch die Weltenwende! Das ist die Ur­sache, dass alles, was noch weiterhin bestehen will, neu werden muss, und von dem Alten nichts bestehen bleiben kann, es sei denn, dass es jetzt schon sein Bestreben nach dem Lichtgesetz gerichtet hält! Dann wird es bleiben können und nur noch ge­reinigt, damit es allem Neuen gleich erstrahlt! Die Menschen aber wissen nicht, wie dankbar sie sein müssten für alles das, was sich in dieser Zeit erfüllt! - -

Gott hat das grosse Opfer aller Menschheit und der Schöpfung in dem Menschensohn allein gebracht! Mir, als Imanuel, ge­bührt dabei kein Dank; denn mich erfüllt die höchste Freude, dass ich Gott dienen darf nach seinem hohen Willen! Nur ich allein vermag ja seine Grösse jubelnd zu empfinden, seine Herrlichkeit und Weisheit, seine Reinheit, seine Macht! Was ist gegen das hohe Wissen, gegen das Empfinden die gesamte Schöpfung! Nichts! Auch fühle ich mich nicht um dieser Menschen Wünsche da, nein, auf­wärts blickend lebe ich beseligt allein der Erfüllung des Heili­gen Willens meines urewigen Vaters, des alleinigen Gottes und Herrn!

Täuscht Euch deshalb nicht, es wird ganz anders, als Ihr Men­schen denkt! Vor Vielem werdet staunend nur Ihr stehn, und man­ches erst in Jahren ganz begreifen. Ihr werdet in der Zukunft erst den hohen, reinen Sinn erfassen alles dessen, wovon Ihr bis­her nur Zerrbilder erleben konntet! Der Fluch, der sich auf bis­herige Prachtentfaltung legen musste durch der Menschen falschen Sinn, er wird genommen sein, Pracht in der reinen Form wird Schön­heit, und alle Schätze dieser Welt erstrahlen dann in Reinheit zu der Ehre Gottes, dienen in der Freude mit als Anbetung der grossen Güte, welche alles das erstehen liess und dieser Mensch­heit zur Benutzung gab! - - -

Der Gottessohn sprach oft auf Erden: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“ Er meinte damit nicht nur dieses Erdenreich, sondern die ganze Welt, die Schöpfung! Er ging zu Gott zurück! Und um ihn ist das Reich des Göttlichen, das er regiert im Namen seines Vaters. Sein Reich war also nicht von dieser Welt, sondern es war und ist das Gottesreich. Das heisst, das Reich im Göttli­chen, das mit Gott ewig war und ewig mit ihm bleiben wird.

Das Reich des Menschensohnes aber ist die Welt, die Schöpfung! Gott hat den Eingeborenen den Gottessohn genannt; denn dieser wirkt im Reich des Göttlichen, welches viel grösser ist als die gesamte Schöpfung. Den Ausgeborenen stellte er in die Schöpfung ein, und setzte ihn damit über die Menschengeister, verhiess ihn deshalb dieser Menschheit als den Menschensohn. Den Sohn, den er für diese Menschen von sich trennte, auf dass er sie regiere. Des­halb wird den Begnadeten, die Bilder aus dem Göttlichen erschauen dürfen, nun bald und oft das göttliche Trigon gezeigt, in dem das Auge Gottes an der Spitze steht, zur Rechten Jesus, der Gottessohn, und dann seit der Vollendung nun Imanuel, der Menschensohn, zu sei­ner Linken. Es zeigt das Bild den Schauenden die Tätigkeit, wie sie in dem Heiligen Willen Gottes ruht. Zwei Strahlen gehen aus von Gott, die das Trigon nach abwärts bilden. Der eine davon geht zum Gottessohn in dessen Tätigkeit, der andere zum Menschensohn. Und die vollendete Verbindung nun des Gottessohnes mit dem Menschensohn bringt zwischen ihnen den Verbindungsstrahl, der gleichzei­tig den unteren Verbindungsstrich ergibt, welcher dieses Trigon nun schliesst.

So deute ich Euch heute schon das Bild des göttlichen Trigons, wie es bald Viele der Begnadeten werden erschauen dürfen, sobald Gott selbst der Welt das Erdensein des Menschensohnes verkünden liess. Es werden dies natürlich nur von geistigen Führern gezeigte Bilder sein, da Menschengeister niemals Gött­liches zu schauen fähig sind.

de/vortrage/veroffentlichte/1931-1934/jesus_und_imanuel.txt · Zuletzt geändert: 2020/10/16 23:20 von Marek Ištvánek