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Oskar Ernst Bernhardt

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de:vortrage:veroffentlichte:1931-1934:das_weib_der_nachschopfung

Das Weib der Nachschöpfung.

Mit diesen Worten ist die wundeste Stelle in der Nachschöpfung berührt. Der Punkt, welcher der grössten Änderung bedarf, der nachhaltigsten Reinigung. Ein Pestgeschwür ist für die Nachschöp­fung das Weib von heute!

Wenn sich der Mann der Nachschöpfung zum Sklaven seines eigenen Verstandes machte, so frevelte die Frau weit mehr.

Mit grösster Feinheit der Empfindungen gerüstet, sollte sie sich spielend aufschwingen zur Reinheit lichter Höhen und die Brücke bilden für die ganze Menschheit zu dem Paradies. Das Weib! Fluten des Lichtes sollten es durchfliessen. Der ganze körperliche, grobstoffliche Apparat ist darauf eingestellt. Die Frau braucht nur ehrlich zu wollen, und alle Nachkommen aus ihrem Schosse müssen stark geschützt von Lichtkraft schon vor der Geburt umgeben sein! Es wäre gar nicht anders möglich, da jede Frau in ihrem Reichtum an Empfindungslebensmöglichkeit fast ganz allein die Geistesart der Frucht bedingen kann! Deshalb bleibt sie in erster Linie verantwortlich für alle Nachkommen!

Sie ist auch sonst noch reich beschenkt durch unbegrenzte Einflussmöglichkeiten auf das ganze Volk, ja, auf die ganze Nach­schöpfung. Ihr Ausgangspunkt der stärksten Kraft aber ist für sie Heim und Herd! Nur dort liegt ihre Stärke, ihre unbegrenzte Macht, nicht aber in dem öffentlichen Leben! Im Heime und in der Familie wird sie durch ihre Fähigkeiten Königin, am Rednerpult aber Karikatur. Vom stillen, trauten Heime aus reicht ihre einschneiden­de Wirksamkeit durchs ganze Volk der Gegenwart und Zukunft, greift in alles ein. Nichts ist, wo nicht ihr Einfluss unbedingt zur Gel­tung kommen kann, wenn sie dort steht, wo die ihr innewohnenden weiblichen Fähigkeiten voll zur Blüte sich entfalten. Doch nur, wenn die Frau wirklich weiblich ist, erfüllt sie die Bestimmung, die ihr von dem Schöpfer zugewiesen ist. Dann ist sie ganz, was sie sein kann und soll. Und nur die echte Weiblichkeit erzieht wortlos den Mann, der Himmel stürmen kann, gestützt durch dieses stille Wirken, das ungeahnte Macht enthält. Dieser wird dann aus innerer Natürlichkeit heraus die echte Weiblichkeit zu schützen suchen, gern und freudig, sobald sie nur erst echt sich zeigt.

Doch die heutige Frauenwelt tritt ihre eigentliche Macht und ihre hohe Aufgabe mit Füssen, geht blind daran vorüber, zertrümmert frevelnd alle Heiligtümer, die sie in sich trägt und wirkt statt aufbauend zersetzend als das schlimmste aller Gifte in der Nach­schöpfung. Sie stösst den Mann und auch die Kinder mit sich in die Tiefe.

Seht Euch das Weib von heute an! Lasst einmal einen Strahl des Lichtes auf sie fallen mit der ganzen Unerbittlichkeit und Nüchternheit, die stets Begleitbedingungen der Reinheit sind.

Ihr werdet schwerlich noch die hohen Werte echter Weiblichkeit erkennen, in denen jene reine Macht entfaltet werden kann, welche allein der feineren Empfindsamkeit der Weiblichkeit gege­ben ist, damit sie nur zum Segen angewendet werden soll.

Ein Mann kann diese durchgreifende Art niemals entfalten. Das stille Weben jener unsichtbaren Kraft, welche der Schöpfer durch das Weltall gehen lässt, erfasst zuerst und voll das Weib mit ihrem zarteren Empfinden. Der Mann empfängt sie nur teilweise und setzt sie in Taten um.

Und wie die lebendige Kraft des Schöpfers allen Menschen unsichtbar verbleibt, während sie doch das ganze Weltall hält, er­nährt, bewegt und treibt, so ist das Weben jeder echten Weiblichkeit gewollt; dafür ist sie geschaffen, das ist ihr hohes, reines, wunder­bares Ziel!

Die Königin der Urschöpfung in dem Reingeistigen ist Weib! Allmutter wird sie auch genannt. Das hohe Ideal der echten Weib­lichkeit.

Der Ausdruck „schwaches Weib“ ist lächerlich zu sagen; denn das Weib ist seelisch stärker als ein Mann. Nicht in sich selbst, sondern durch ihre engere Verbindung mit der Schöpfungskraft, die ihr die zartere Empfindungsfähigkeit gewährt.

Und das ist aber nun gerade das, was die Frau heute zu verbergen sucht, sich Mühe gibt, es zu verrohen oder ganz zu unter­drücken. In grenzenloser Eitelkeit und Dummheit gibt sie das Schönste und Wertvollste hin, was ihr gegeben war. Sie machte sich dadurch zu einer vom Licht Ausgestossenen, welcher der Weg zurück verschlossen bleiben wird.

Was sind nun dadurch diese Ebenbilder einer königlichen Weib­lichkeit geworden! Mit Grauen muss man sich von ihnen wenden. Wo sieht man bei der Frau von heute noch die echte Scham, als zarteste Empfindung edler Weiblichkeit. Sie ist so wild verzerrt, dass sie der Lächerlichkeit preisgegeben werden muss.

Die Frau von heute schämt sich zwar, ein langes Kleid zu tra­gen, wenn die Mode kurz vorschreibt, sie schämt sich aber nicht, bei Festlichkeiten nahezu dreiviertel ihres Körpers zu entblössen, den Blicken aller darzubieten. Und dabei selbstverständlich nicht den Blicken nur, sondern beim Tanzen unausbleiblich auch den Händeln! Bedenkenlos würde sie auch noch mehr enthüllen, wenn es die Mode will, wahrscheinlich nach den jetzigen Erfahrungen auch alles!

Das ist nicht zu viel gesagt. Wir hatten davon ja des Schmach­vollen bisher genug. Es war kein falsches, sondern leider nur zu wahres Wort, wenn da gesagt wurde „Die Frau beginnt sich anzuzie­hen, um zur Nachtruhe zu gehen!“

Zarte Empfindungen bedingen ausserdem auch Schönheitssinn! Unzweifelhaft. Wenn man aber jetzt noch die weiblichen Empfindungszartheiten darnach bewerten will, so ist es schlecht damit be­stellt. Die kurzen Kleider schon bekundeten doch laut genug das Gegenteil; und diese dünnbestrumpften Beine einer Frau oder gar Mutter sind sehr schlecht mit Weibeswürde zu vereinen. Der Bubi­kopf, moderner Frauensport, verunstalten nicht minder echte Weib­lichkeit! Koketterie ist dann die unausbleibliche Gefolgschaft eitler Modenarrheiten, die an Gefahren für den Körper und die Seele wirklich nichts zu wünschen übrig lassen, nicht zum Kleinsten auch für das schlichte Familienglück. So manche Frau zieht vorüberge­hend oft genug grobe, eigentlich beleidigende Schmeichelei von ir­gend einem Nichtstuer dem treuen Wirken ihres Ehemannes vor.

So könnte viel, noch vieles als sichtbares Zeugnis davon ange­führt werden, dass eine Frau von heute für ihre eigentliche Aufgabe in dieser Nachschöpfung verloren ist! Und damit alle hohen Werte, die ihr anvertraut wurden, und über die sie nunmehr Rechenschaft zu geben hat. Fluch diesen inhaltlosen Menschen! Sie sind nicht etwa Opfer der Verhältnisse, sondern sie zwangen die Verhältnisse herbei.

Die grossen Fortschrittsreden ändern daran nichts, dass diese Fortschrittseiferer mit ihren treuen Nachfolgern nur tiefer, immer tiefer sinken. Sie alle haben ihre eigentlichen Werte tief ver­schüttet. Der grösste Teil der Frauenwelt von heute verdient nicht mehr, den Ehrennamen Weib zu führen! Und Männer können sie nie vorstellen noch werden, so bleiben sie zuletzt nur Drohnen in der Nachschöpfung, die ausgerottet werden müssen nach den unabbiegbaren Gesetzen der Natur.

Der Gotteswille selbst bestimmt darin, dass nunmehr ausgerottet wird, der nicht auf seinem Platze steht in dieser Nachschöpfung, die schon zu lange durch die Menschen vergewaltigt worden ist.

Die Frau steht in der Nachschöpfung am wenigsten von allen Kreaturen auf dem Platze, wo sie stehen sollte! Sie ist in ihrer Art die traurigste Gestalt geworden aller Kreaturen! Sie musste ja verfaulen an der Seele, da sie leichtfertig ihr edelstes Empfinden, ihre reinste Kraft äusserer, lächerlicher Eitelkeit op­fert und dadurch der Bestimmung ihres Schöpfers lachend höhnt. Rettung ist bei solcher Oberflächlichkeit versagt; denn Worte würden sie verwerfen, überhaupt nicht mehr verstehen und erfassen können.

So muss erst aus den Schrecknissen heraus das neue, wahre Weib erstehen, welches die Mittlerin und damit auch den Grund zu geben hat für neues, gottgewolltes Leben und Menschenwirken in der Nachschöpfung, die dann von Gift und Fäulnis freigeworden ist!

de/vortrage/veroffentlichte/1931-1934/das_weib_der_nachschopfung.txt · Zuletzt geändert: 2020/10/16 23:20 von Marek Ištvánek