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Oskar Ernst Bernhardt

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Fördernde Werte.

von Margarete Fritsch

Ein Ruf ging durch die Welt! Jeden Menschengeist sollte er erreichen. Doch nur wenige haben ihn vernommen und folgten ihm.

An jede Frauenseele sollte er zuerst rütteln und Mauern niederreißen, damit ein Funke dort erglühe und zur Flamme emporlohe! Eine Flamme, die zuerst alles Falsche versengt und verbrennt. Erst dann kann eine gereinigte Weiblichkeit sich aus dem Sumpfe emporheben, den sie sich selbst geschaffen hat und damit die gesamte Menschheit mit in das Verderben hineinzog.

Wie kam es, daß die Weiblichkeit so tief sinken konnte, da ihr doch alle Möglichkeiten gegeben waren, nur veredelnd in der gesamten Schöpfung zu wirken? War sie doch begnadet, durch ihre feinere Empfindungsfähigkeit alles dem Lichte zuzuführen. Darin lag ihre Macht, ihre Größe.

Nicht unverschuldet steht jede Frau diesem Versagen gegenüber. Weit zurück liegt die Zeit, wo die Lichtkraft in reiner Harmonie durch die Schöpfung fließen konnte. In Reinheit wurde sie von der Frau aufgenommen und Segen spendend weitergegeben.

Doch dann kam die Zeit, da sie den Einflüsterungen Luzifers Gehör schenkte und damit dem Verstand die Oberherrschaft einräumte. Ihr feineres Empfinden, die Tätigkeit des Geistes, erlitt mehr und mehr Schaden. Die frühere Reinheit wurde durch Eitelkeit verdrängt und damit allen sich daraus folgernden üblen Eigenschaften Tür und Tor geöffnet. Allmählich wurde dadurch die gesamte Menschheit mit in den Abgrund gerissen.

Wohl werden die Schäden, die heraufbeschworen sind, nicht abgeleugnet, doch für die Wurzel des Übels fehlt das wahre Erkennen, und nur wenigen sind die Augen geöffnet.

Aus diesem Grunde wird der Hebel stets an der falschen Stelle angesetzt, wenn es gilt, sich mit der Frauenfrage zu befassen. Meistens geschieht es vom staatsrechtlichen oder beruflichen Standpunkt aus, darin die Pflichten und Rechte der Frau beleuchtend.

Selten gedenkt man dem stillen Wirken der Frau in Heim und Familie. Es tritt leider in den Hintergrund. Und gerade hier ist der Brennpunkt, von dem fördernde Werte ausgehen.

Man kann die Augen nicht vor der Tatsache verschließen, daß sich längst andere Einflüsse geltend machen, bei denen staatliche Bestimmungen oft die Richtlinien geben, welchen sich die Familie mehr und mehr unterordnen muß. In den meisten Fällen wird es gar nicht als störender Einfluß empfunden, wenn die einzelnen Familienmitglieder sich in Organisationen einfügen müssen, in denen sie zu einem Sammelbegriff vereinigt werden, der meistens die Entfaltung der Einzelpersönlichkeit verhindert oder gar ertötet. Hierdurch werden die veredelnden Einwirkungen der Frau unwirksam gemacht.

Klar und deutlich wird in der Gralsbotschaft der Weiblichkeit zum Bewußtsein gebracht, welche verantwortungsvolle Stellung ihr in der Schöpfung zugewiesen ist. Daß gerade sie die Vermittlerin fördernder, geistiger Werte ist. Die lebendige Gotteskraft, die durch die Schöpfung fließt, empfängt zuerst die Frau. Sie ist dazu befähigt als der feinere und passive Teil, und ist infolge ihrer größeren Empfindsamkeit doch die Führende und Stärkere. Der Mann empfängt diese Kraft nur teilweise, er ist der Ausführende und setzt sie in Taten um. Daher ist die Frau beschenkt und begnadet, einen entscheidenden Einfluß auf Familie und Volk auszuüben.

Nicht Mutterschaft ist heiligste Bestimmung der Weiblichkeit, denn diese wurzelt genau wie die des Tieres im Wesenhaften. Selbst bei höchster Entfaltung der Mutterliebe ist sie doch nicht höchste Aufgabe des Weibes, denn diese ist geistiger Art. Geistig muß der Ausgangspunkt ihres Wirkens sein!

In der falschen Auffassung der Frauenfrage muß fast die ganze Menschheit zu einem anderen Begriff gelangen.

Schon der Begriff der Reinheit ist von den Menschen getrübt und gefälscht. Anstatt der Empfindung des Geistes hat man die engeren Grenzen des Gefühles. gesetzt, die aber vom Verstand erzeugt werden. Und da dieses Verstandesdenken heute an erster Stelle steht, wurde das an höherer Stelle stehende Empfinden unterdrückt.

Vergegenwärtigen wir uns nun die heutige Frau, müssen wir feststellen, daß sie weit entfernt ist von dem wahren Begriff reiner, hoher Weiblichkeit.

Schon die heranwachsende weibliche Jugend zeigt in ihrer Sportbegeisterung Auswüchse, wie sie kaum mehr zu überbieten sind. Beherrscht sind viele nur von dem einen Gedanken: Höchstleistungen um jeden Preis. Und der Preis, den sie dafür zahlen, sind - Frauenwürde und Frauenanmut! Diese kostbaren Güter werden mit einem Leichtsinn aufgegeben, ohne dabei zu bedenken, daß jedes Mädchen sich dabei ihres edelsten Schmuckes beraubt. Aber was gilt es ihnen, wenn nur Eitelkeit und Geltungsbedürfnis dafür eingetauscht werden!

Nicht anders verhält es sich bei allen Schamlosigkeiten der Mode. Hierauf näher einzugehen erübrigt sich, denn ein jeder wird seine Beobachtungen im Gesellschaftsleben wie am Badestrand gemacht haben. Hier ist von echter Weiblichkeit nichts mehr zu erkennen, denn von Frauenreinheit kann hier nicht mehr die Rede sein.

Betrachtet man nun an Stelle dieser Auswüchse die wirklich gutwollende Weiblichkeit, die ihr Heim zu einem Hort des Friedens gestalten will, dann muß in den meisten Fällen festgestellt werden, daß das Augenmerk nur auf irdische Belange gerichtet ist. Alle Bemühungen für die Familie und Umwelt gelten dem Erdenkörper und rein irdischen Zielen. Hierin rechtschaffen zu wirken, wird als Hauptaufgabe der Frau angesehen.

Aber den Geist läßt sie hungern, ebenso bei den ,Menschengeistern, die ihrer Obhut anvertraut sind. Nur selten glüht ein Funke einer Sehnsucht nach geistigen Zielen durch. Hierbei sei gleich eingeschaltet, daß, wenn von einem geistigen Ziel gesprochen wird, nicht Verstandesregsamkeit gemeint ist. Denn gerade dieser überzüchtete Verstand ertötet jeden geistigen Höhenflug.

Nun wäre noch eine der vornehmsten Pflichten der Frau zu erwähnen, die von ihr verlangt, Schönheit um sich zu verbreiten. Wahre Schönheit kann aber nur erblühen, wo das Wollen nach Reinheit herrscht. Es muß die Empfindung für die Schönheit alles Natürlichen wieder erwachen. Das Gesetz der Schönheit hat Verbindung mit lichten Höhen, wo alles in Schönheit erstrahlt.

Bei einigem Bemühen ist es leicht, sich von Nachahmungen frei zu halten. Jede Frau vermag Eigenpersönliches zu entfalten und Schönheit zu erwecken in allem, was sie tut.

Als Empfängerin und Mittlerin von Strahlungen muß die Weiblichkeit nun erwachen und ihren eigentlichen Wert in der Schöpfung erkennen lernen. Sie hat nun wieder voranzugehen im Aufstiege.

Damit löst sie nicht nur eine Schuld, sondern erfüllt auch gleichzeitig eine selbstverständliche Pflicht.

Im verheißenen tausendjährigen Gottes-Reich auf Erden kann nur ein neu erstandenes wahres Weib den Ankergrund geben, damit alles richtig in den Gottgesetzen schwingt. Ein mühevolles Ringen aller muß erst einsetzen, damit alles Gift und alle Fäulnis beseitigt werde.

Dankender Jubel wird dann jede Frau erfüllen, wenn sie den richtigen gottgewollten Weg erkennt und sich bewußt wird, welche großen Werte sie zu fördern imstande ist. Dann wird wieder erblühen:

Frauenreinheit - Frauenwürde - Frauenanmut!

de/stimme/heft_6/fordernde_werte.txt · Zuletzt geändert: 2020/11/17 22:42 von Marek Ištvánek