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Inhalt und Form.

von Herbert Vollmann

Will sich der Menschengeist vollständige Klarheit schaffen über das Weben und Wirkender Gottgesetze in der Schöpfung, über Wachsen und Reifen, Werden und Vergehen, so muß er auch wissen, welche Begriffe die Ausdrücke Inhalt und Vorm in sich schließen, welche Bedeutung sie für seine Entwicklung Haben.

Auch hier zeigt ihm die Gralsbotschaft den Weg, so Daß er bei richtigem inneren Geöffnetsein und bei sachlichem Beobachten seiner Umgebung die Brücke findet zu einem höheren Wissen, das ihm nach und nach all die Herrlichkeit der Schöpfung zeigt in einer Art, die ihn nur beglücken kann, die ihn zuletzt jubeln läßt ob der wunderbaren Weisheit des Schöpfers, welche auch in dem Kleinsten und Unscheinbarsten zum Ausdruck kommt.

Gerade beim Beobachten der ihn umgebenden sichtbaren Formen aber vermag der Mensch zu den tiefsinnigsten Betrachtungen zu gelangen, die ihm Vorgänge und Geschehen offenbaren, die seinem Blick bisher verborgen waren nun aber mit einer plötzlichen Deutlichkeit sich enthüllen, die ihn immer wieder mit staunender Freude und Ehrfurcht erfüllen.

Schon allein das Wissen, daß alle guten Formen der Nachschöpfung, seien sie von wesenhaften oder geistigen Kräften gebildet, in den hohen und höchsten Sphären Vorbilder haben, die noch weit schöner und vollendeter sind, gibt genug Anregung zum Nachdenken.

Es gibt in der gesamten Schöpfung, angefangen bei der Urschöpfung unterhalb der Grenze des göttlichen Reiches bis zu der dichtesten Stofflichkeit der Nachschöpfung, nichts Ungeformtes, weil überall Leben und dadurch Bewegung ist.

Bewegung bringt Formung, erzeugt Wärme. Wo also Formen sind, muß auch Bewegung sein.

Der auf Erden geltende Begriff von der toten Masse, die durch einen Inhalt belebt und geformt wird, ist in den Regionen nicht gültig, wo es auch Eigenwärme gibt und auch infolgedessen auch keine tote Masse zu beleben ist.

Dort verschmelzen die Ausdrücke Inhalt und Form zu einem Begriff, weil die Form gleichzeitig lebt!

Erst die in sich tote Stofflichkeit zwingt dazu, den Begriff der lebenden Form zu trennen in einen lebenden Inhalt und eine zu belebende Form.

Denn sowohl die Feinstofflichkeit und die Grobstofflichkeit als die letzten und gröbsten Niederschläge der göttlichen Ausstahlung können keine Eigenwärme erzeugen, deshalb muß noch etwas hinzu kommen, das erwärmt, belebt, bindet und formt „Der Inhalt“.

Und dieser Inhalt besteht aus den wesenhaften und geistigen Kräften, die aber nur Abarten der einen alles durchströmenden Gotteskraft sind.

So ist es auf der Erde, die zu der groben Stofflichkeit gehört.

Keine Kreatur ist in der Lage, ohne Mitwirkung dieser Kraft als Antriebskraft etwas zu formen und auch alles schon Form gewordene ist aus den vielen Abarten der Gotteskraft erstanden.

Auch der Menschengeist ist auf die Verwendung dieser Kraft angewiesen, es gehört mit zu seiner Aufgabe und Pflicht, sie formend zu benützen, doch nur zu solchen Formen, in denen die Schönheit der Schöpfungsgesetze rein zum Ausdruck kommt.

Die wesenhaften Kreaturen erfüllen diese Aufgabe stets in höchster Freude heiligsten Dienendürfens, weil sie in ihrem Wollen gebunden sind an den Gotteswillen, während bei dem mit freiem Wollen ausgerüsteten Menschengeiste die Möglichkeit besteht, bei der Bildung von Formen von sich aus übles Wollen einzumischen, wodurch Mißbildungen sich ergeben, die Unfrieden und Verwirrung, Unheil und Vernichtung bringen.

Solche Mißbildungen sind auch am Menschen selbst zu beobachten, da er ja die Fähigkeit hat, nicht nur auf seine Umgebung und darüber hinaus, sondern auch auf sich selbst und seine Hüllen formend einzuwirken.

Ein übelwollender Geist wird deshalb unbedingt auch äußerlich erkannt werden, wenn manchmal auch am Gesichtsausdruck, da ja gerade hier das Innere am deutlichsten zum Ausdruck kommt. Man denke an die Augen als Spiegel der Seele. Sie zeigen in ihrem Ausdruck wie ein Barometer jede Schwankung und Veränderung in der Ausstrahlung der Seele an.

Seelische Schwächen und Fehler machen sich bei längerem Bestehen an entsprechenden Körperteilen und Organen oder deren Funktionen bemerkbar.

Trägheit des Geistes wird zuletzt auch eine Trägheit der Körperlichen Funktionen mit verlangsamtem Blutkreislauf zur Folge haben, der wiederum das Ansammeln von schädlichen Ausscheidungsprodukten an besonders dafür empfänglichen Stellen begünstigt und dadurch Entzündungen und Stockungen hervorruft.

Könnten wir einen Blick tun in die außerirdischen Ebenen, so würden wir sehen, daß auch das „Karma“ des Menschen geformt ist in einer Vielheit, die anfangs wie Verirrung aussieht, bei näherem Zusehen aber eine wundervolle Ordnung Erkennen läßt.

Es sind die Formen der Empfindung, Gedanken und Handlungen. Alle drei Arten werden hervorgerufen durch das Wollen des Geistes und wie er sich Formt, so ist auch sein Schicksal sein Lebensweg.

Er kann sich also ganz leicht durch dauerndes gutes und reines Empfinden eine Himmelsleiter formen, umgekehrt aber auch einen Weg in dunkle Tiefen.

Genau so, wie die Epfindungsfäden bis zum Paradiese emporzuwachsen vermögen, um dort verankert zu werden, so werde die üblen in die entgegengesetzte Richtung geleitet, je nach der Stärke bis zu den schrecklichen Tiefen, die Hölle genannt werden. Diese entwickeln sich und bestehen ja nur aus Formen, welche lichtfeindliche Menschen unter falscher Verwendung der Gotteskraft gebildet haben.

Wenn es nun heißt: „An den Werken sollt Ihr sie erkennen!“ So ist unter „Werke“ alles das zu verstehen, was der Mensch sich in freier Entscheidungskraft formte.

Es sind wohl die irdisch sichtbaren Taten wie auch die nicht sichtbaren Gedanken und Empfindungen, die dann besonders zur Geltung kommen, weil die Menschenseele durch den Tod von dem Erdenkörper getrennt wird.

Sie sind dann alle ihre Werke, die sie auf Erden getan, gedacht und empfunden hat, in guten und in üblen Formen wieder, je nach der Art des Wollens.

Aufzulösen vermag eine Menschenseele die mit ihr derart verbundene Formen erst, wenn sie ihr den Inhalt, die Nährkraft nimmt, durch das sie das Wollen aufgibt, das gerade diese Form schuf.

Durch die Fähigkeit des Formens in dem Empfinden, Denken und Handeln ist dem Menschengeiste also eine große Macht aber damit auch ungeheuere Verantwortung gegeben, die sehr weite Kreise zieht, weil die ganze Nachschöpfung, die alle Stofflichkeit umfaßt, zu seinem Wirkungsbereich gehört.

Denken wir doch nur daran, daß das von den Menschen geformte Dunkel zu einer solchen Schwere anwachsen konnte, einen ganzen Weltenteil aus seiner ursprünglichen Bahn zu drängen!

Derartig schwer ist das Gewicht nach unten, so dicht sind die Formen, die Menschenwille schuf.

In einem Gottesgericht werden aber alle Formen, die kein Lichtwärtsstreben in sich tragen und lichtabgewendet sind, durch vermehrte Lichtkraft aufgelöst, vernichtet, nachdem sie vorher noch in voller Stärke an den Urhebern sich auswirken.

In Verstärkung der Lichtkraft liegt ungeahnte Beschleunigung aller Wechselwirkungen, wobei die Gefahr besteht, daß bei Zertrümmerung der von falschem Menschenwollen in die Welt gesetzten Zerrbilder die Menschen selbst zu Tode kommen, weil sie nicht durch überwiegend gutes Wollen sich eine Verankerung im Lichte ermöglichten.

In Zukunft wird durch diese Lichtkraftstärke auch den Menschen noch für lange Zeit die Möglichkeit genommen sein, mit trüben und verzerrten Formen das gereinigte Schöpfungswirken wiederum zu hemmen oder zu verunstalten.

Will also der Mensch selbst bestehen, so muß er sich bemühen, allem, was er formt, Schönheit und Reinheit zu verleihen.

Er braucht dazu nur die Natur als sichtbares Vorbild zu nehmen, diese wird ihn genügend anregen, und mit der Zeit erreicht er auch, aus seinem Inneren heraus von selbst den rechten Weg zu gehen.

Der Mensch ist nicht umsonst vom Schöpfer in die herrliche Natur hineingestellt er soll auch daran lernen und Erfahrung sammeln die ihn reifen lassen.

Bei rechter Mühe wird er stets in den ihn umgebenden Formen der Natur einen Inhalt erkennen oder wenigstens erahnen. Und dieser Inhalt sind immer Teile der alles durchpulsenden Gotteskraft, die in ihren unzähligen Abarten oder Abspaltungen zu entsprechend vielen Formen verwendet wird, welche aber stets vergänglich sind.

Das hat ein ewiges Werden und Vergehen, Wachsen und Reifen, Weben und Knüpfen zur folge an dem der Menschengeist in seiner Art beteiligt ist.

Deshalb lasse er nie mehr Falsches oder Übles Wollen zum Inhalt der von ihm zu bildenden Formen werden!

Er bedenke seiner, daß das gute Wollen allein noch nicht den Inhalt gibt, durch dessen Reinheit und Stärke er emporgetragen wird in lichte Höhen!

Erst wenn dem guten Wollen das Tatwollen kommt, das das gute Wollen auch in Tat umsetzt, dann gibt es einen lebendigen Inhalt aller Formen, durch den der Menschengeist schließlich emporgehoben wird, weit über der Stofflichkeiten Raum und Zeit hinweg in das lichte Reich des ewigen , freudigen Schaffens!

de/stimme/heft_2/inhalt_und_form.txt · Zuletzt geändert: 2020/11/08 23:32 von Marek Ištvánek