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Oskar Ernst Bernhardt

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de:ruf:heft_5-7:die_macht_der_gedanken

Die Macht der Gedanken.

nach Prentice Mulford und Abdruschin

von Frau Konsul Elsbeth Zarges, Stuttgart

Sage von irgend einer Sache: „Sie muß geschehen – –“ und tausend Kräfte rühren sich, sie zu vollbringen! Darum ist Vorsicht im Wünschen geboten; denn Wunsch kann auch zum Fluche werden! So ruft Prentice Mulford in einem seiner vielgelesenen Essays aus – – so viel gelesen und so

wenig beherzt von dem größten Teil der durchs Leben rasenden Menschheit.

Und es sollte doch zum Nachdenken zwingen, daß immer wieder große und führende Geister, Philosophen und Dichter, die Macht der Gedankenwelt preisen, aber zugleich auch fürchten, denn es ist keiner unter den Eingeweihten, der es nicht auch für nötig hielte, seine Mitmenschen davor zu warnen. Mulford führt in erster Linie die Gefahr auf die große Absorbtionsfähigkeit der Menschen zurück, denn da wir genötigt sind, miteinander und nebeneinander zu leben, so sind die Brücken immer geschlagen, auf denen Strömungen jeder Art hinüber und herüber wandern können! Sind nun die Gedanken der Menschen, mit welchen wir gezwungen sind zu verkehren, inferior, und leben sie in niedrigen Sphären (selbstverständlich sind hier nicht Verbrecher gemeint, sondern nur oberflächliche, selbstsüchtige, nach geistlosen Vergnügen jagende Menschen), so werden wir dauernd Schaden leiden, denn immer ist es der höhere und feinere Geist, der in ungleicher Gemeinschaft niedergedrückt und zertreten wird. Nach Mulford spielt nun eine große Rolle der mehr oder weniger seelische Gleichgewichtszustand, in dem wir uns befinden; denn da unser Geistesleben dem Wechsel ebenso scharf unterworfen ist, wie der Körper, der genötigt ist, zwischen Aktivität und Zeiten der Entladung, Zeiten der Ruhe und des Neuenkräftesammelns einzuschalten, so ist auch unser seelischer Zustand entweder in positiver Aktivität, oder in sich selbst zurückströmender negativer Sammlung begriffen. Daß in diesen negativen-passiven Ruhezeiten, während der sich erst neu wiederbildenden Energieströme, eine Beeinflussung von außen her viel leichter und intensiver sein wird, ist leicht verständlich, und deshalb ist nicht nur Vorsicht im Verkehr mit unserer nächsten Umgebung geboten, sondern doppelte Vorsicht in den Zeiten unserer sogenannten Ruhe- oder Erholungsstunden.

Da wir aber einmal die Gedanken der Menschen, mit denen wir sympathisieren, unwillkürlich absorbieren, so ist es andererseits auch ungeheuer wichtig, wer sich in der näheren Umgebung eines Geschäftsmannes, eines Organisators, eines irgendwie nach außenhin sich betätigenden und fördernden Geistes aufhält!

Besser gar kein Verkehr, als mit zerfahrenen und ziellosen Menschen. Man spreche lieber garnicht über seine Angelegenheiten und geplanten Unternehmungen, als wie mit Menschen, von denen wir nicht mit absoluter Sicherheit annehmen können, daß sie uns und unseren Plänen wirklich günstig gesinnt gegenüber stehen, und sich über deren Verwirklichung von ganzem Herzen freuen würden. Menschen, die nur aus Höflichkeit zuhören, bedeuten für uns Verluste von Kräften, die wir für unsere Unternehmungen doch so dringend benötigen. Ebensolche Schädigungen bringen auch häßliche Empfindungen, die wir gegen scheinbar Bessergestellte hegen; denn sie sind nicht nur ebenfalls Zeit- und Kraftvergeudung, sondern halten uns direkt auf unserem Wege zum Ziele auf.

Dagegen wird ein Zustand froher Erwartung uns jedem Ziele rascher und vollkommener entgegenführen, wie wir überhaupt je erwartet haben, namentlich, wenn wir verstehen, den Erfolg in gleichmäßig ruhiger Sammlung abzuwarten.

Um Prentice Mulford in seiner prägnanten Weise wieder persönlich sprechen zu lassen: „Das Kultivieren dieses ruhigen Stromes konzentrierter Gedanken trägt uns dann weiter zu vorteilhaften Verhältnissen, Szenen, Ereignissen, Bekanntschaften; denn langandauernde Erwartung des Erfolges bringt Ursachen, Mittel und Wege zu diesem Erfolg!“ Und wie wir die Eindrücke des uns beherrschenden Zustandes am Tage mit uns hinüber nehmen in eine andere Welt, die uns im Schlafe umfängt, so werden auch wir, wieder nach den unverrückbaren Gesetzen der Weltenordnung, in unseren der Wiederbelebung durch geistige und seelische Kräftigung gewidmeten Stunden das empfangen, woran unser Geistesleben Anschluß gefunden hat! Empfangen den Segen der Ruhe, aus anderem, ruhigen, erwartungsfrohen Tagesleben, oder den Fluch der Unrast, der uns weiterhetzt in nicht mehr überblickbare Unternehmungen.

Deshalb soll man sich an die Gedanken des Glückes gewöhnen, sich daran hängen mit allen Fasern des Seins — dem Ideal des Erreichbaren entgegenträumen, bis der Wille zu diesem Traum zu einer fixen Idee, zu einer zweiten Natur geworden ist! Entgegenträumen im Wachbewußtsein des Tages, in den Erholungs- und Ruhestunden einem Idealbilde nachhängen von Kraft, Gesundheit, Willen und Erfolg, und wir werden erleben, wie aus jeder Tagesimagination durch die daran anschließende Zufuhr aus unseren wirklichen Schlaf- und Traumerlebnissen eine erst unsichtbare Realität entsteht, die, je länger und intensiver wir sie festhalten, sich in Formen des Seins umsetzen wird, die wir schließlich mit äußeren Sinnen wahrnehmen können.

Soweit der große amerikanische Philosoph und Lebenserkenner. Und nun setzt an dieser Stelle Abdruschin ein und führt uns weiter, über unsere, nur an der Oberfläche haftenden Sinne hinaus in scheinbar unermeßliche Gefilde. Nichts ist tot, nichts leer, wie es den Anschein hat! Alles webt und wirkt an dem Gesetz der Wechselwirkung, in dessen Mitte wir Menschen gestellt sind, die Fäden neu zu formen und zu lenken, als Ausgangspunkte und als Endziele.

Als machtvolle Herrscher sind wir durch Gottes Willen und seine, in strenger Folgerichtigkeit arbeitenden Gesetze nicht nur in dieses Erdenleben, sondern in die gesamte Schöpfung gestellt, in der jeder Einzelne sein Reich sich bilden kann, das ihn emporhebt, oder unter sich begräbt. —

Abdruschin erklärt uns, wie durch die Schöpfungskraft, die jeden Menschen durchflutet, der geschlossene Wille Feinstoffliches zusammenrafft und es bindend in eine Form schließt, die genau dem gewollten Gedanken entspricht. Also etwas Wirkliches, Lebendiges entsteht, daß nun in der Welt der Gedankenformen, durch das ewig tätige und nie versagende Gesetz der Anziehungskraft der Gleichart, sich mit Gleichartigem verbindet. Die Stärke der Empfindung, mit der dieser Gedanke in das Weltall hinausgestoßen wurde, ist nun aber auch der Gradmesser für die Lebenskraft, mit welcher er sich auswirken muß. Dichtbevölkert ist diese Gedankenwelt. Abdruschin schildert, wie sich durch die gegenseitige Anziehungskraft große Zentralen bilden, die durch ihre gesammelte Kraft wieder rückwirkend alle menschlichen Gedankengänge beeinflussen. Deshalb bringt jede Stunde und jede Tat fortdauernden Segen, wenn die Gedanken der reinen Liebe, des mitleidvollen Verstehens, des gegenseitigen Sichhelfens und Einanderdienenwollens wieder größeren Raum einnehmen, in den Gedanken und daraus folgend in dem Erdenleben der gesamten Menschheit, da dadurch die gleichartig starken Zentralen der Gedankenwelt herangezogen werden, und die Einfuhr aus lichteren Sphären den Menschengeist wiederum neu zu befruchten vermag.

An dieser Wechselwirkung ist nun die unverrückbare Ordnung der die ganze Schöpfung durchströmenden Grundgesetze zu erkennen, die denjenigen, die sie anerkennen und sich darnach einstellen, Schutz und Segen gewähren.

Und wie nun Mulford vor dem Umgang mit inferioren Menschen warnt, damit sie uns nicht unversehens in ihre Niedrigkeit mit hinabziehen, so ruft Abdruschin uns zu: „Achtet auf die Reinheit eurer Gedanken! Setzt eure ganzen Kräfte dafür ein. Ihr könnt nicht ahnen, was ihr damit schafft. Es liegt etwas Gewaltiges darin. Wie starke Kämpfer könnt Ihr damit wirken, bahnbrechend für das Licht und für die Befreiung eurer Mitmenschen aus den Giftfeldern in der Welt der Gedankenformen.“

de/ruf/heft_5-7/die_macht_der_gedanken.txt · Zuletzt geändert: 2020/09/12 15:51 von Marek Ištvánek