Abd-ru-shin

Oskar Ernst Bernhardt

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de:ruf:heft_5-7:abdruschins_fragenbeantwortungen

Abdruschins Fragenbeantwortungen.

Frage

Kommen alle Fragen zur Beantwortung, die eingeschickt werden?

Antwort

Nein. An den Fragestellungen vieler Leser ist oft zu erkennen, daß sie weitab von dem Erfassen des tiefen Ernstes der Gralsbotschaft stehen; denn es sind in den meisten Fällen Fragen über Dinge, deren Wissen nicht den geringsten Beitrag zu dem geistigen Aufstiege des persönlichen Ichs eines Menschen geben, sondern lediglich zur Befriedigung des Verstandeswissensdranges dienen können.

Zu solchen bisherigen Gepflogenheiten aber haben die Menschengeister, die sich wirklich retten wollen, keine Zeit mehr übrig! Die Gralsbotschaft gibt deshalb nur das, was der Menschengeist braucht, um sich seinen notwendigen Aufstieg zu erleichtern, ihn überhaupt möglich zu machen.

Wer nur einigermaßen die Dringlichkeit dazu empfindet, der wird statt aller Fragen mit Aufbietung seiner ganzen Empfindungskraft versuchen, das in der Botschaft Gegebene zu ergründen und aufzunehmen. Das aber, was er noch nicht verstehen kann, wird er nicht ablehnen oder daran vorübergehen, sondern in sich selber schauen, ob nicht dort in irgend einem Winkel die Ursache zum Nichtverstehenkönnen liegt.

Jede Frage ist eine Forderung! Betrifft sie Notwendigkeiten zum geistigen Aufstiege, so ist sie berechtigt. Will sie aber lediglich Erleichterung der Verstandesbefriedigung, so ist es dem Ernst der Botschaft gegenüber eine Anmaßung, da derartige Dinge weit Geringeres und Niederes betreffen, als Zweck und Inhalt der Botschaft ist.

Wer sich aber mit genügendem Ernste damit beschäftigt, alle Voreingenommenheit dabei zurückstellt, der wird in dem Gegebenen auch die Beantwortung einer jeden Verstandesfrage finden müssen. Kann er es nicht, so ist entweder sein Verstand dazu nicht ausreichend, oder er hat nicht genug geschürft.

Die Botschaft muß natürlich vom ersten bis zum letzten Vortrag als ein Ganzes genommen werden, anders ist es nicht möglich, sie zu erfassen, und dazu gehört ausdauernde Bemühung und geistiger Fleiß! Es ist bis jetzt nur das Notwendigste gegeben, da die Zeit unaufhaltsam dazu drängt, das Dringendste zu wissen. Sie läßt nicht Raum für unnötigen Aufenthalt. Aus diesem Grunde müssen manche Fragen unbeachtet bleiben. Sie werden nach der ersten großen Reinigung mit vielen anderen eingehenden Erläuterungen noch beantwortet.

Die Vorträge der Botschaft betteln nicht um Gunst der Menschen, sie werben nicht, gekauft zu werden des Gewinnes halber, wie es bei Büchern immer selbstverständlich ist, sondern sie sind gegeben! Das heißt, sie stehen unter allem ruhend ganz für sich, teilnahmslos für die Umgebung, aber lebend und nicht wegzuschieben von den Massen, denen sie nichts sagen können, weil diese noch nicht wollen; auch nicht zu vernichten von dem Hasse derer, denen sie als unbequem erscheinen.

Alles und ein Jeder wird mit dem darin Gesagten einmal rechnen müssen. Er kann nicht still vorüber, ohne sein „Ich“ prüfend daran zu messen. Sie stehen nicht zur Diskussion und fragen nicht nach Meinungen, sondern sie sind gegeben, werden bestehen bleiben, fester wie Fels, härter wie Stahl, unabänderlich und unerbittlich. – –

Frage

Es wird jetzt von vielen Seiten behauptet, daß Christus ein ausgesprochener Vegetarier war. Was sagt Abdruschin darüber?

Antwort

Ich brauche nichts darüber zu sagen, sondern nur darauf hinzuweisen, daß Christus das Essen des Osterlammes einhielt. Außerdem auf die bekannte Speisung der Fünftausend, wobei er selbst den Leuten Fische reichen ließ, demnach durchaus nicht nur für Verzehrung von Vegetabilien gewesen ist. Man sollte doch Christus nicht für Reklamezwecke irgend einer Bestrebung verwenden.

Frage

Nach Studium der Gralsbotschaft komme ich bei meinen Betrachtungen darauf, als eigentliche Schöpfung die stoffliche Welt anzusehen. Ist dagegen etwas einzuwenden?

Antwort

Alles! Denn eine derartige Anschauung ist falsch und nicht der Gralsbotschaft entnommen. Wir dringen sowieso in den weiteren Gralsblättern nach und nach immer tiefer in die bisherigen Geheimnisse der Schöpfung, und werden diese dabei auch immer vielfältiger zergliedern müssen, auseinanderziehen, wobei natürlich auch immer mehr und mehr Abstufungen kommen, die man bei der ersten großen Übersicht nicht geben kann.

So will ich vorgreifend auf diese Frage wenigstens erwähnen, daß die eigentliche Schöpfung nur das geistige Reich ist, also das Paradies. Alles andere sind Folgerungen, immer schwächer werdende Nachahmungen. So ist zum Beispiel das direkte Werk des göttlichen Willens, also des Heiligen Geistes, nur das geistige Reich, das jedoch alles in sich trägt, um selbsttätig mit der im Geistigen ruhenden Kraft weiterzuwirken, durch die im Paradiese weilenden, ewigen, geistigen Menschen, die Urgeschaffenen, also direkt Geschaffenen, welche dadurch zu Mittlern für Erstehung der weiteren Schöpfung werden. Alles außerhalb des geistigen Reiches in der Schöpfung ist also nicht direkt vom göttlichen Willen geschaffen, sondern nur noch indirekt, das heißt, mit seiner in das Geistige gelegten Kraft durch Vermittlung der Urgeschaffenen.

Die Menschen, die mir oft schon sagten: „Ich will ja gut sein. Wenn ich es nicht bin, so ist es nicht mein Fehler. Warum hat mich Gott nicht so geschaffen, daß ich nur gut sein kann“, werden darin sehen, wie Unrecht dieser ihr Gedanke ist.

Frage

Wie steht ein Mystiker im Verhältnis zu den Okkultisten und Spiritisten in Hinsicht auf die Nützlichkeit zu geistigem Aufstiege? Wie nützen dazu die zahlreichen Sekten?

Antwort

Wenn Sie vor einer solchen Frage stehen, so müssen Sie in erster Linie die geistigen Folgen des verschiedenen Wirkens durchzuempfinden suchen, und lediglich darnach Ihre Meinung formen. Sie werden finden, daß der „Mystiker“ durchaus nicht höher steht, sondern genau so schadet wie der Spiritist und Okkultist, und letzten Endes auch die Sekten. –

Vor vielen Jahrzehnten wurden die unglücklichen Insassen der Freudenhäuser hauptsächlich aus den Kreisen der Verkäuferinnen, sowie der Hausangestellten geliefert. Die traurige Ursache dazu wurde vielfach ein innerer Drang, freieres und schillernderes Leben kennen zu lernen, oder aber auch das Vertrauen in der Liebe zu einem Jüngling oder Manne, der solches Vertrauen in spielerischer Art oder Leichtsinn gar nicht zu würdigen fähig war. Nur selten lag wirklicher persönlicher Hang zu niederem und leichtsinnigem Lebenswandel vor. Das Abwärtsgleiten solcher Mädchen, die zuletzt nicht mehr die Kraft aufbieten können, aus dem Sumpfe herauszukommen, ist bekannt.

Ganz ähnlich diesen damaligen Vorgängen hat es sich heute auch auf geistigem Gebiete weit verbreitet. Der Drang, in sogenanntes jenseitiges Leben einzudringen, das sich so mancher Mensch ganz anders vorstellt als es ist, führt heute große Massen sogenannter Suchenden, nach etwas anderem verlangend, dem Sumpf des Dunkels zu.

Wie innerlich nach Besserem, oder auch nur Neuem, bisher ihnen Unbekanntem verlangende Mädchen das Unwahre an den sie umgirrenden Jünglingen und Männern nicht erkennen wollen, da es so ziemlich gleichbedeutend mit dem Aufgeben so mancher Wünsche wäre, genau so wenig sehen die oft krampfhaft geistig Suchenden, daß sie anstatt echten Goldes … Flittergold und Tand umhängen, das ihnen ein Emporgestiegensein vortäuscht. In einen Wahn gehüllt, gehen sie selbstbefriedigt durch ihr Erdensein, und bleiben dann im Jenseits arme Narren dieses Wahnes, den sie selbstverständlich mit hinüber nehmen müssen, und der sie dort beherrscht.

Sie bleiben alle hängen in der Stofflichkeit, und finden nicht die Kraft, aus dieser Zähigkeit des Wahnes sich herauszureißen, weil sie nicht wagen, ihr Empfinden anders einzustellen, in der Furcht, es könnte ihnen damit Liebgewordenes verloren gehen.

Sie sind unrettbar dem Zerfalle preisgegeben, finden mit der kommenden Zersetzung aller Stofflichkeit auch die Zersetzung ihres mühsam erst gewonnenen persönlichen Bewußtseins, wegen als bewußtseiend nicht gut verwendbar in das Formlose zurückversetzt.

Das ist jedoch kein Fortschritt, wie es Buddhisten annahmen, sondern ein Auslöschen der bis dahin erfolgten Entwickelung, da diese nach der falschen Richtung hin geschah.

Was nun in dem Erleben verlangender Mädchen und Frauen die leichtfertigen Jünglinge und Männer sind, die einen so traurigen Wendepunkt herbeiführen, das vertreten auf dem geistigen Gebiete heute die zahlreichen Vereinigungen und Sekten der Religion, der Okkultisten, Spiritisten, und was sich sonst noch mehr Derartiges gebildet hat. Es sind die schlimmsten Seelenfänger für das Dunkel! Dabei haben die sich Führer Dünkenden sehr oft sogar das Wollen zu dem Guten! Und dieses Wollen würde mit der Zeit auch unbedingt nur Gutes bringen können, wenn nicht ein großes Hemmnis dabei wäre, das in allen Fällen sich viel stärker zeigt und überall das beste Wollen abbiegt von der rechten Bahn. Es ist die Abwehr alles dessen, was nicht im eigenen Sinn einzelner Führer liegt. Die Abwehr kommt aus instinktiver Furcht, daß sie doch manches ändern müßten an ihrer bisherigen Richtung, wodurch die Anhänger vielleicht erkennen könnten, wie sie vielfach ganz falsche Wege gehen. In der Erkenntnis könnte dann etwas verloren gehen von der Ehrfurcht, die sie ihren „Meistern“ so bedingungslos entgegenbringen.

So töricht der Gedanke ist, läßt er doch viele Führer darin straucheln, läßt sie beharrlich ihren Weg verfolgen, trotz manchmal dämmernder Empfindung, daß sie damit Unrecht tun.

Doch nicht den Führern allein ist darin ein Vorwurf zu machen, denn noch mehr Schaden richten die Anhänger selbst an, für sich und ihre Mitanhänger der gleichen Richtung. Wenn der Gründer irgend einer Bewegung vielleicht wirklich ein richtiges Ziel hatte, seine Anhänger der Wahrheit entgegenführen wollte, so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß seine Anhänger innerlich immer sehr weit zurückbleiben hinter der Lehre selbst. Ging der Gründer dann hinüber, so zeigte sich der Mangel richtigen Erlebens einer guten Lehre oft sehr bald. Die Anhänger bildeten sich ein, das Ganze und das Höchste in der Lehre schon zu haben, und verfielen darin dem geistigen Hochmut, der die Tür schloß zu weiterer Aufstiegsmöglichkeit. Sie gehen jubilierend an der letzten Wahrheit ahnungslos vorüber, auf die ihr eigener Gründer sie nur vorbereiten wollte. Aus diesem Grunde wird so mancher rechte Weg durch Anhänger ganz unvermeidbar in das Grab gedrängt, anstatt zur lichten Höhe einzuführen.

Wie viele Suchende und Wissendseinwollende gingen damals an dem einzigen wirklichen Meister, dem Gottessohne ahnungslos vorüber. Vor allen Dingen die, die sich befähigt wähnten, sein Kommen zu erkennen. Gerade diese wurden sogar seine schärfsten Gegner. Warum lernt man nicht daran?

Heute sehen wir die Christen in vielen falschen Auffassungen der Lehre ihres Meisters leben. Stolz, anmaßend, und doch verständnislos der tiefen Wahrheit gegenüber, die in der Christusbotschaft liegt.

Das läßt allein die vielen Sekten und Vereinigungen aufblühen, weil der Menschengeist ein ungestümes Drängen dazu in sich emporwachsen fühlt, mehr notwendig zu haben, als die Kirchen ihnen in ihren gleichbleibenden, oberflächlichen Auslegungen geben. Die Menschen hoffen, in diesen Sekten und Vereinigungen größere Klarheit zu erhalten, und sind oft schon davon befriedigt, wenn es anders klingt als in den Kirchen. Der Drang läßt sie schon darin einen Fortschritt erblicken, auch wenn es in Wirklichkeit viel weniger ist, als sie in den Kirchen bereits empfingen. Der Teilnehmer einer spiritistischen Sitzung zum Beispiel verwechselt das interessante Neuartige nur zu leicht mit dem Wertvollen. Er denkt nicht daran, daß Interessantes nicht auch gleichzeitig Wertvolles sein muß. Nicht einer überlegt in objektiver Ruhe, was ihm dies alles eigentlich zu seinem eigenen geistigen Aufstiege nützen soll, bei dem doch lediglich nur seine innere Qualität den letzten Ausschlag gibt! Er ist stolz darauf, auf Du und Du mit den Hinübergegangenen zu stehen! Dabei ist es in Wirklichkeit durchaus nichts anderes als hier auf Erden seinen Mitmenschen gegenüber. Den Körper, den die Hinübergegangenen tragen, hat er auch, und jeder Mensch auf Erden in sich. Darüber ist nur noch die grobstoffliche Hülle. Und das, was er von Jenseitigen sich unter großen Mühen sagen läßt, ist nicht der tausendste Teil von dem, was Christus brachte.

Trotzdem legt er mehr Wert auf alle diese kleinen Kundgebungen, deren Inhalt ihm doch schon lange vollkommen vertraut ist. Welche Unselbständigkeit seines eigenen Denkens und Empfindens zeigt er damit in seinem ganzen Wesen.

Er benutzt das, was er in den Sitzungen erlebt, auch nicht etwa dazu, nun so schnell wie irgend möglich mit allem Ernste in die Christusbotschaft einzudringen, diese richtig verstehen zu lernen, ihre ganze Größe zu erfassen, um sich hinaufzuschwingen zu der darin gewollten geistigen Freiheit, sondern er klebt sich im Gegenteil an das, was ihm in dieser Kleinheit geboten wird, nur weil es äußerlich eine andere Form hat.

Es ist weiteres Hemmnis, aber keine Förderung!

Einer der größten Vermittler für das Dunkel ist der Dünkel! Sehen wir uns einmal Spiritisten an. Mit ganz wenigen Ausnahmen leiden die Anhänger an einem so maßlosen Dünkel, den sie in anscheinende Demut des Wissens kleiden, daß man mit ihnen gar nicht sprechen kann, ohne Widerwillen davor zu empfinden und abgestoßen zu werden. Sie bilden sich ein, vielen Hinübergegangenen „helfen“ zu können, während sie selbst in Wirklichkeit der Hilfe weit mehr bedürfen. Es ist dieser Vorgang leider fast überall zu finden. Dieser krankhafte Helferwillen ist aber durchaus nicht Liebe, er entspringt auch nicht dem großen Dienenwollen, ebensowenig kann man ihn auf rein menschliche Hilfsbereitschaft zurückführen, noch weniger auf wahre Frömmigkeit, sondern es ist nichts als unangenehmste innere Überhebung, die nicht auszurotten geht.

Diese größte aller Schwächen nützt das Dunkel aber redlich aus, namentlich in den Kreisen der Anfangsmediums. Da kommt ein Dunkler, jammert irgend etwas vor, und flugs wollen die unwissenden Menschlein dieser armen Seele „helfen“. Mit frommen Augenaufschlage, Gebeten, geweihtem Wasser, Talismane und beschwörenden Worten, die nichts weiter ausdrücken als nur den grenzenlosen Hochmut Wissendseinwollendet.

Es ist selbstbefriedigende Komödie, weiter nichts. Weihrauchschwingen für die eigene Person. Die Hilfe liegt nur in der Einbildung. Der Dunkle will in vielen Fällen keine Hilfe! Er weiß genau, daß diese Menschen ihm nicht helfen können, und rechnet nur damit, sie unbemerkt dadurch zu sich herabzuziehen! Wie sich ja alles Dunkel immer nur auf Schwächen wirft. Und das mit größer Aussicht auf Erfolg; denn durch das Helfenwollen öffnen sich die also Wollenden den Strömungen des Dunkels. Sie reichen diesem ihre Hand, um ihn heraufzuheben, kommen aber dabei in Kontakt mit ihm und sinken, ohne es zu wissen!

Daß sie es anders wollen, kann in diesem Falle gar nichts nützen; denn sie geben sich freiwillig den Gefahren preis, vor denen sie sonst unbedingt geschützt bleiben. So aber wird der Schutz von ihnen selbst durchbrochen, und solcher Leichtsinn muß sich rächen.

Auch wenn Derartige dann schließlich Hilfe Anderer bedürfen und erbitten, sobald sie selber durch die Dummheit in Bedrängnis kommend nicht mehr weiter können, so wollen sie als Hilfe dabei immer nur Erfüllung ihrer eigenen Wünsche, nicht aber etwa die Befreiung von dem dunklen Geiste, den sie an sich zogen.

Wenn solchem Kreise nun ein wahrer Helfer käme, der an Stelle der Erfüllung ihrer unrichtigen Wünsche einen Zugehörigen des Dunkels dorthin senden würde, wohin er nach seiner Art gehört, um zu verhindern, daß er leichtgläubige Unwissende ins Verderben zieht, so würden alle dann Befreiten in einheitlicher Feindschaft gegen diesen Helfer stehen, ihn wahrscheinlich Sendboten des Dunkels nennen, wenn ihr „armer“ Geist auf einmal nicht mehr kommen kann. Daß es in Wirklichkeit nur Zorn über Entgangensein so mancher Unterhaltungsstunde ist, in der sie sich „erheben“ konnten, wird ihnen nicht klar.

Die „Frommen“ nennen es ja Härte, unchristlich, wenn ein solcher Geist dahin befördert wird, woher er kommt, da er nur dort und nirgends anders zur Erkenntnis kommen kann. Um einem niederen Geiste wirklich zu helfen, dazu gehören schon ganz andere Dinge, als Teilnehmer und Führer spiritistischer Zirkel bieten können.

Es hat aus diesen und noch vielen anderen Gründen keinen Zweck, derartig Verirrten in ihrem Dünkel auch nur ein Wort zu sagen, trotzdem ich in jeder Sitzung, gleichviel, wo und von wem sie geführt wird, auch in den allerstärksten, bei derartigen Vorkommnissen ohne Weiteres Beweise herbeiführen könnte. Für dort aber, wo es wirklich ernstem Wollen gilt, wird man mich immer bereit finden. Ich stelle mich ohne Zögern jedem spiritistischen Kreise oder deren Geistern, jedem Dämon oder sonstigen Bedrängern gegenüber! –

Nicht anders ist es bei den Okkultisten, die sich im Suchen und zum Teil in Experimenten in Dinge verlieren, die sie nur noch mehr an die niedere, feinstoffliche Umgebung kettet. Die Strömungen, denen sie sich öffnen, binden nur fester und halten zurück. –

Ebenso großen Schaden richten Werke der Mystiker an, die mit ihrem unsicheren Tasten in ein Labyrinth von Verworrenheit führen, und ein Verirren darin als natürliches Geschehen nach sich ziehen. Es ist zum größten Teil Fantasterei und Schwärmerei, in der sie selbst zu schwelgen suchen oder den Anschein wirklichen Wissens erwecken wollen, das aber nur dem vielsagenden Lächeln eines Unwissenden gleicht. Es ist nicht minder nur ein Wahn, in dem sie leben, und der sie manchmal auch dazu verführt, über andere, die weniger gefährlich sind, zu spotten.

Sie sind sich ihrer eigenen Gefährlichkeit gar nicht bewußt, da diese nur auf geistigem Gebiete liegt, das zu erkennen sie nicht fähig sind. Persönlich sind sie auch ganz unschädlich, doch ihre Werke richten ungeheuere Verwirrung an und führen irre, gleichviel, ob sie ihre fantastischen Gedanken sorglich in Romane hüllen oder sie in andere Formen gießen. Die Mystik führt noch leichter in die Arme dunkler Strömungen, weil sie gleichzeitig einschläfernde Behaglichkeit oder auch angenehmes Gruseln mit sich führt, scheu aber jede Klarheit meidet. Die Menschengeister sind dabei im ungesunden Leben ohne festen Grund, und werden hin und her gezogen.

Gott aber will, daß man seinen Gesetzen nachlebt, weil man nur darin glücklich werden kann! Zu diesem Nachleben jedoch gehört die volle Kenntnis, keine Unklarheiten. Das ganze Leben und Bewegen in der Schöpfung ist ja den Gesetzen unterworfen, kommt durch sie. Deshalb muß man die Schöpfung bis in alle kleinsten Teile klar und vollbewußt erkennen! Wo bleibt dann Raum für Mystik übrig. Mystik in der Schöpfung ist gegen den göttlichen Willen, sie verträgt sich nicht mit den Geboten Gottes, und muß demnach den Menschen schaden, denen man sie aufzureden sucht.

Die Mystiker sind also mit den Okkultisten und Spiritisten nah verwandt und schädigend durch Folgen ihres Wirkens. Es ist geistig darin kein Unterschied.

Zu bedauern sind dann noch sehr viele religiöse Sekten und Vereinigungen, welche alle wähnen, daß jede für sich allein die volle Wahrheit hat und allen anderen voran schreitet. Mit diesem Vorurteile treten sie allem entgegen, was ihnen begegnet, denken sich nicht neu prüfend frisch hinein in andere Gedanken, sondern schleppen alles Bisherige dabei mit. Sobald sich dieses Alte nicht vermischen läßt mit Neuem, lehnen sie das Neue ab als falsch. Sie richten ihren Maßstab nach dem Alten, das man ihnen gab, und das sie oft noch nicht einmal richtig erkannten.

Ihr Urteil ist in dieser Einengung stets vorschnell, eigensinnig. Unsachlich, nicht mit eigenen, sondern mit Worten Anderer, die sie selbst nie richtig verstanden haben, suchen sie alles abzutun als ihrem Wissen gegenüber minderwertig. Dazu verwenden sie salbungsvolle Sätze, die nicht nur geistigen Hochmut sofort zeigen, sondern auch wirkliche innere Leere und unverrückbare Beschränktheit offenbaren.

Es sind die Scharen, welche immer ganz vertraut: „Herr, Herr!“ rufen. Doch der Herr wird sie nicht kennen! Hütet Euch in allererster Linie vor diesen „Gläubigen“, damit Ihr nicht mit ihnen stumpf in das Verderben rennt. –

Frage

Ist Abdruschin Gegner der Astrologie?

Antwort

Nein! Ich kenne im Gegenteil den hohen Wert der Astrologie sehr gut. Ebensogut aber auch die Mängel des jetzigen Wissens darüber. Aus diesem Grunde rate ich, solche vielen darin Arbeitenden sehr gut bewußten Mängel den Raterbittenden nie vorzuenthalten. Die größte Gefahr jedoch liegt wieder wie fast in allen derartigen Dingen auf der Seite des ratholenden Publikums! Der größte Teil davon wird derart ängstlich abhängig, daß sie überhaupt keinen freien Entschluß mehr zu fassen wagen und somit einen Geistesaufstieg, Geistesreifen an sich selbst unmöglich machen. Der echten Astrologie würde ich sehr gern den Weg mit bahnen helfen zu der Höhe, die ihr gebührt.

Frage

Hält Abdruschin auch bald Vorträge in anderen Städten? Zum Beispiel in Kassel?

Antwort

Nein. Ich habe im Gegenteil meine letzten Vorträge in Stuttgart und Wien als Abschiedsvorträge angesehen für eine Zeit. Erst wenn die Not am größten sein wird, trete ich wieder unter die Menschen, um zu helfen, wo zu helfen geht. Bis dahin erscheinen Vorträge nur in den Gralsblättern und in dem Ruf.

Frage

Der Fall Konnersreuth wurde plötzlich der Öffentlichkeit entzogen, nachdem das Interesse des ganzen Volkes dafür wachgeworden ist, ohne daß eine befriedigende Erklärung des doch sicherlich außergewöhnlichen Vorganges von den Stellen gegeben wurde, welche diese Entziehung veranlaßten. Ganz richtig hat sich der Fall Konnersreuth zu einer Menschheitsfrage entwickelt, dürfte deshalb nicht nur Studium Einzelner hinter Kulissen bleiben, die sich dazu berufen wähnen. Dies im Jahre 1927, nicht etwa 100 Jahre zurück! Sollte da nicht allgemein Protest erhoben werden?

Antwort

Glauben Sie mit einem Proteste heute viel wertvolle Gefolgschaft zu erhalten? Ich habe bereits von Anfang an dieses Entzogenwerden kommen sehen, und auch schon Anfang Oktober im „Ruf“ Nr. 3-4, Seite 173, 17. Zeile darauf hingewiesen! Ein Zeichen, das ich recht erkannte, weil Nichtwissen in Verlegenheit kaum anders handeln kann, wenn es nicht den Mut besitzt, Nichtswissen zuzugeben. Warten Sie ruhig das Ende ab, auch wenn es Jahre dauern müßte. Es wird sich die Wahrheit schließlich auch irdisch zeigen, trotz Verbergens. Die bisherigen Aufklärungsversuche so vieler Wissendseinwollenden waren ja meistens nur planloseste Fantasterei, Zusammenstellungen aus gelesenen, aber kaum begriffenen Büchern, und auch die Wissenschaft und Kirche konnte nichts Zufriedenstellendes bekannt geben. Kein Wunder, daß es Unruhe erzeugt, wenn man nun in diesen angerichteten Wirrwarr plötzlich einen solchen deutlichen Rückzug unternimmt. Doch trotzdem ist es gar nicht angebracht, sich aufzuregen. Einmal kommt die Stunde einer Klärung. Ich werde dann an meiner Erklärung über den Fall Konnersreuth in Heft 3 und 4 des „Rufes“ nicht einen Satz zu streichen oder hinzuzufügen haben, trotzdem man heute noch mit wenig Ausnahmen wohl lächelnd nur darüber hinzugehen sucht. Für mich ist der Fall Konnersreuth erledigt.

Frage

Was ist Energie? Und was ist Schwerkraft?

Antwort

Diese Fragen sind vorausgegriffen; denn sie werden erst in den kommenden Vorträgen der Gralsblätter ausführlich mit behandelt. Doch ich will sie in aller Kürze wenigstens andeutend beantworten:

Energie ist Geist! Gerade das Kapitel Geist muß ich noch viel behandeln; denn Geist umfaßt so ziemlich alle ungelösten Fragen unserer jetzigen Wissenschaft. Geist hat auch viele Abstufungen, was bisher noch nicht in Betracht gezogen werden konnte, weil es niemand weiß, da „Geist“ von dieser Menschheit überhaupt noch nicht erkannt wurde.

Geist ist so vielseitig in seinen Abstufungen, daß er in diesen vielen Abstufungen alle die Irrtümer erstehen ließ, an denen sich die Menschen immer noch vergeblich ihren Kopf zerbrechen.

Die von der exakten Wissenschaft genannte Energie ist also Geist. Doch nicht solcher Geist, aus dem der sich-bewußte Menschengeist sich bildet, sondern anderer Art. Heute darüber nur kurz: Die Urgeschaffenen in der geistigen Schöpfung, also dem Paradiese, strahlen in ihrem Wollen aus. Diese Ausstrahlungen sind auch geistig, jedoch eine Abstufung nach unten zu; denn sie sind nicht direkte Ausstrahlungen des Heiligen Geistes, des göttlichen Willens, sondern Ausstrahlungen der durch den heiligen Geist Geschaffenen! Diese Ausstrahlungen dringen nun als geistige Abstufung nach unten zu strahlenartig über die Grenze des geistigen Reiches und durchfluten die anderen Teile des Weltalls, tragen aber trotz der Abstufung immer noch als geistigseiend lebendige Kraft in sich, die nicht nur stoßend und drängend, sondern auch magnetartig anziehend auf andersartige, nichtgeistige Umgebung wirkt.

Die magnetartige Anziehungskraft dieser geistigen Strömungen jedoch ist in seiner Stärke nicht so groß, als die des Paradieses, also der geistigen Urschöpfung, die das ganze Weltall hält. So kommt es, daß die aus dem geistigen Reiche hinausgedrängten Strömungen immer nur kleine Teilchen andersartiger Umgebung an sich ziehen können, und dadurch von diesen umhüllt werden, welcher Vorgang die erst einheitlichen Strömungen zerteilt. Ein solcher geistiger Strom wird dadurch in natürlichem Geschehen in zahllose Stäubchen zergliedert, da die Umhüllungen des Angezogenen trennend wirken. Diese Umhüllungen sind nun allerdings nur ganz winzige, dünne Schichten der verschiedenen Umgebungsarten, weil das einzelne kleine geistige Stromstäubchen auch nur seiner Winzigkeit entsprechende kleine magnetische Kraft zum Halten hat. Dadurch entstehen dann nach und nach Elektronen, Atome usw.

Doch der Weg bis dahin ist unendlich weit. Auch diesen will ich heute kurz beschreiben. Stellen Sie sich vor: Die Ausstrahlungen der Urgeschaffenen in ihrer Aktivität des Wollens drängen über die Grenze des Paradieses hinaus. Sie kommen in das Reich des Wesenhaften als magnetisch anziehende Fremdlinge. Das Wesenhafte selbst besteht wieder aus vielen Abstufungen, die ich vorläufig erst nur in drei Grundarten einteilen will: In die feine, die mittlere, und in die grobe Wesenhaftigkeit, ganz abgesehen von den Grundarten der bewußten Wesenhaftigkeit als in dieser Art Höchstes, und der unbewußten Wesenhaftigkeit.

Beim Eintreten des geistigen Stromes in die feine Art der Wesenhaftigkeit geht, durch die magnetische Kraft des Stromes hervorgerufen, sofort die Umhüllung durch diese feine Wesenhaftigkeit vor sich, wodurch gleichzeitig sofort eine emsige Bewegung einsetzt. Dieser Umhüllungsvorgang sieht aus, als ob sich ein feindliches Heer auf diesen Eindringling, den geistigen Strom, stürzt, während aber in Wirklichkeit nur das Geistige in dieser fremden Art seiner neuen Umgebung die Bewegung durch die ihm eigene magnetische Anziehungskraft hervorruft. Das Wesenhafte eilt ihm, angezogen, in fliegender Hast entgegen. Mit der Umhüllung erfolgt gleichzeitig die Zerstäubung des Stromes. Es gibt kein Vermischen des Geistigen mit dem feinen Wesenhaften, sondern nur ein Umschließen des Geistigen durch das Wesenhafte. Der Kern ist ein geistiges Stäubchen, das rund umhüllt von der feinen Wesenhaftigkeit ist, die durch die magnetische Anziehungskraft des geistigen Kernes gehalten wird.

Der geistige Kern behält aber seine magnetische Ausstrahlung trotz der Umhüllung, und durchdringt damit die feine wesenhafte Hülle. Bei diesem Hindurchdringen ersteht aber Wärme, und eine Veränderung geht mit der Strahlung des Geiststäubchens vor. Sie tritt durch die Verbindung anders aus, als sie erst war, und gewinnt in dieser Veränderung Einwirkung auf die mittlere Wesenhaftigkeit.

Gleichzeitig ist durch den Vorgang des Anziehens der feinen Wesenhaftigkeit in der Umhüllung ein Zusammenpressen der einzelnen Teile der feinen Wesenhaftigkeit erfolgt, also ein Anhäufen um jedes Geiststäubchen; und dieses gepreßte Anhäufen erzeugt Raumverminderung einer bestimmten Masse der anderen noch freischwebenden losen Umgebung der feinen Wesenhaftigkeit gegenüber. Dadurch wird sie von der Anziehungskraft des geistiges Reiches, des Paradieses, nicht mehr auf gleicher Höhe wie die noch lockeren Teile gehalten. Es tritt mit dem Zusammenpressen ein weiteres Entfernen von dem stets gleichmäßig arbeitenden magnetischen Kraftwerke ein, das in der Beschaffenheit der geistigen Schöpfung, des Paradieses, ruht. Und dieser Vorgang ist der Eintritt des Gesetzes der Schwere. Er ist gleichzeitig ein Wendepunkt in dem Antrieb des bis dahin erfolgten Geschehens.

Man muß den Vorgang scharf beobachten: Durch die Tätigkeit des Wollens der Urgeschaffenen entstehen Ausstrahlungen. Doch wohlgemerkt, diese Ausstrahlungen sind nicht das Wollen selbst, sondern nur die Begleiterscheinungen des Wollens, Nebenwirkungen des Hauptstromes eines Wollens. Trotzdem erhalten diese vom Urheber unkontrollierten Nebenwirkungen immer noch soviel Stoßkraft, daß sie über die Grenze des geistigen Reiches hinausgedrängt werden, und dort durch die ihnen in ihrer geistigen Art innewohnende magnetischen Anziehungskraft die Wirkung hervorrufen, die ich eben schilderte. Der Hauptstrom des Wollens der Urgeschaffenen hat damit nichts zu tun, er wirkt sich immer nur direkt an dem gewollten Ziele aus. Viel kraftvoller, bewußter. Darüber spreche ich ein anderes Mal.

Die sofortige Umhüllung der über die Grenze gedrängten geistigen Stäubchen verhindert unmittelbar das selbsttätige Zurückfluten in das Geistige, da sich die Schicht des feinen Wesenhaften dazwischen drängt, oder besser, durch die eigene Anziehungskraft der Geiststäubchen dazwischen gehalten wird. Der erste Vorgang der Entfernung von dem magnetischen Zentrum war also ein Hinaus-gedrängt-werden als Nebenauswirkung irgend eines bewußten Wollens. Mit der ersten Umhüllung jedoch setzt sofort als Urheber der Weiterbewegung Gegenteiliges ein: Das Sich-weiterentfernenmüssen durch die im Anziehen erfolgte Verdichtung der feinen Wesenhaftigkeit im Verhältnis zu der bisherigen Umgebung der anderen noch unverdichteten feinen Wesenhaftigkeit. Von da ab wirken dann stets mehrere Faktoren in dem Bewegungstriebe mit. Bei jeder weiteren Umhüllung tritt ein neuer Faktor dazu bei.

Eingeschaltet muß hier wieder werden, daß jede einzelne Art in der Gesamtschöpfung in ganz besonderem, durch seine Beschaffenheit bedingtem Grade für sich eingestellt ist auf die Anziehungskraft der geistigen Urschöpfung, grundgebend abgestimmt immer auf die lose, unzusammenhängende, also nicht gepreßte jeweilige Art.

Die Feinstofflichkeit ist also auf einen anderen Grad der Anziehungskraft eingestellt als die Grobstofflichkeit. Ebenso aber auch wiederum anders als die Wesenhaftigkeit. So kommt es, daß bei der Umhüllung des Geiststäubchens durch Zusammenpressen feiner Wesenhaftigkeit sofort ein anderer Grad für die Anziehungskraft der geistigen Urschöpfung eintritt, die das umhüllte Geiststäubchen sich weiter von dem Anziehungspunkte entfernen läßt.

Dieser Vorgang wiederholt sich bei jeder neuen Umhüllung. Er wird das Gesetz der Schwere genannt, das in Wirklichkeit in der jeweiligen Entfernungsmöglichkeit eines jeden Dinges von der natürlichen Anziehungskraft der geistigen Urschöpfung verankert ist! Diese Entfernungsmöglichkeit wird durch die jeweilige Beschaffenheit in seinen verschiedenen Veränderungen bedingt.

Für den weiteren Fortgang kann ich mich kürzer fassen: Die zusammengepreßte Hülle der feinen Wesenhaftigkeit bringt das nach unseren Begriffen genannte Sinken mit sich, unter den oben genannten Wirkungen, nähert sich damit der mittleren Wesenhaftigkeit, für welche nunmehr die durch die Hülle veränderte Ausstrahlung des Geistigen genau wieder so anziehend wirkt, als vorher das geistige Stäubchen auf die feine Wesenhaftigkeit. Hier sei wiederum beachtet, daß die direkte Ausstrahlung des Geiststäubchens, also die unveränderte, auf die mittlere Wesenhaftigkeit nicht so stark wirken könnte, als die nunmehr durch die Hülle der feinen Wesenhaftigkeit veränderte Ausstrahlung. Erst diese kann so anziehend auf die mittlere Wesenhaftigkeit wirken, daß sie sich sofort wieder als weitere Hülle über die Hülle der feinen Wesenhaftigkeit legt, und von der veränderten Anziehungskraft des Geiststäubchens gehalten wird.

Der gleiche Vorgang beginnt damit wie in der feinen Wesenhaftigkeit, und auch hier wird dann die Ausstrahlung des Geiststäubchens wiederum verändert, indem es durch die zwei Hüllen beeinflußt ist. So geht es weiter in die grobe Wesenhaftigkeit, von da in die feine, mittlere und grobe Feinstofflichkeit, immer wieder neue Hüllen der verschiedenen Arten aufnehmend, bis es zuletzt dann in die feine Grobstofflichkeit tritt, und damit diese Hülle um sich legt. Von hier aus geht es in die mittlere Grobstofflichkeit, und dann erst in die schwere, also grobe Grobstofflichkeit, die in ihrem losen Zustande durchaus der Grobstofflichkeit unseres Körpers und unserer sichtbaren Umgebung entspricht. Erst hierin aber werden sie nun zu Allem dem, was der exakten Wissenschaft von heute bekannt ist, zu Elektronen, Atomen usw.

Die treibende Energie ist jedoch nur der Kern in Allem, das winzige Geiststäubchen, das als niederste Abstufung im Geistigen nur zu den Nebenerscheinungen des Wollens der Urgeschaffenen im sogenannten Paradiese, der Geistzentrale der Schöpfung, gehört.

Die Schilderung ist in dieser Ausführung natürlich noch sehr einseitig; und aus diesem Gesagten kann man nur Nutzanwendung ziehen, sobald auch die Gesetze der Gleichart mit in Anwendung gebracht werden. Dabei muß man in erster Linie auf die Hüllen achten; denn jede Hülle ist nur den Gesetzen seiner Art unterworfen, was gleichbedeutend damit ist, daß sich das Geiststäubchen immer nur dort richtig betätigen kann, wo seine jeweilig äußerste Hülle in ihrer Gleichart ist. Mit der grobstofflichen Hülle also nur in der Grobstofflichkeit, und da auch nur wieder in der ganz bestimmten jeweiligen Art. Mit der feinstofflichen Hülle nur in der Gleichart der Feinstofflichkeit. In der wesenhaften Hülle nur in der jeweiligen Art der Wesenhaftigkeit.

Selbstverständlich ergibt sich dabei, daß sich das von uns bezeichnete Gesetz der Schwere, also der Entfernungsmöglichkeit von der Anziehungskraft des geistigen Reiches, auch immer nur vorherrschend an der jeweiligen äußeren Umhüllung auswirkt. Diese also ausschlaggebend für den Aufenthalt und für die Kraft der direkten Betätigung ist. Die Schlüssel zum Öffnen der Eingänge in andere Arten, wie aus der feinen Wesenhaftigkeit in die mittlere und grobe, sowie dann in die Stofflichkeiten, sind stets die durch weitere Umhüllungen stets entstehenden Veränderungen der Ausstrahlungen des Geiststäubchens. Ohne diese Veränderungen wäre weder ein Übergang noch eine Betätigung in der Anziehung möglich. Geistiges müßte also vollkommen unwirksam bleiben, sobald es übergangslos direkt in die Stofflichkeit käme, da dadurch jede Verbindungsmöglichkeiten fehlen. —

Zum Schluß noch eins: Aus meiner Erklärung geht demnach hervor, daß Geistiges allein nicht dem Gesetze der Schwere unterworfen ist! Es kennt keine Schwere und wird immer, sobald seine Hüllen gelöst sind, unaufhaltsam nach oben steigen, oder fliegen müssen. In das geistige Reich, was dem Gesetz der uns bekannten Schwere nicht unterliegt.

Um Irrtum zu vermeiden, will ich darauf hinweisen, daß das Geistsamenkorn des Menschen eine ganz andere Art des Geistigen ist als die hier geschilderten Geistströmungen. Es hat auch viel mehr Anziehungskraft und übt diese bis zu einem gewissen Grade auch direkt auf die umhüllten Geiststäubchen aus. So mancher Hörer wird sich nun denken können, daß die immerhin große Verteilung geistiger Arten in der Nachschöpfung, also auch unseren Teilen, in ihrem Befreit sein von der Schwere der Umgebung eine ungeheuere Auftriebskraft in sich tragen, nach dem geistigen Ursprung zu, und somit, verbunden mit der von dort kommenden Anziehungskraft, dem ganzen Weltenall den Halt mit geben und die Bahn bedingen helfen, die alles einzuhalten hat.

Das Gebiet ist so gewaltig, daß der kleine Überblick von heute in viele Vorträge verteilt werden muß, um die Hörer und die Leser richtig einzuführen. Aber trotz der anscheinenden Schwierigkeit läuft alles wiederum zuletzt nur auf die größte Einfachheit zurück. Allein die Abzweigung des Menschengeistes in der Unterdrückung seiner geistigen Aufnahmefähigkeit zwingt mich, in jahrelangen Vorträgen die Hörer durch die mühseligen Pfade der Verstandeswege hindurchzuführen, weil sich ein jeder ohne Ausnahme in dem Gestrüpp verlor.

Die Anhäufung der geschilderten Teilchen zu Gestirnen, mit dabei entstehender Ansammlung magnetischer Kraft des darin enthaltenen Geistigen, die außer des auf sie wirkenden großen Kraftzentrums des geistigen Reiches unter sich und in sich wieder eigene, dem geistigen Reiche gegenüber natürlich weit schwächere Anziehungszentralen haben, welche in der großen Entfernung von dem Paradiese als Hauptzentrum auch unter sich besonders wirken können, trotzdem sie immer in dem Banne der Hauptanziehungskraft des geistigen Paradieses hängend verbleiben, wird eine Serie von Vorträgen für sich. Ebenso die Anhäufung zu Menschen-, Tier- und Pflanzenkörpern. –

Wissen ist Macht! Der Ausspruch wird viel angewendet, doch ist damit ein ander Wissen nötig als man heute schon zu haben glaubt. Es ist geistiges Wissen, nicht nur Verstandeswissen! Bisher hat die exakte Wissenschaft noch nichts Besonderes darin erreicht, und alle Anderen verlieren sich mit unsicherem Tasten in das Reich der unzähligen Mängel niederer Gebiete. Nur wer alle Geheimnisse der Schöpfung kennt, der kann die Welt der Stofflichkeit erblühend machen oder sie in Trümmer legen. –

Frage

Ist es möglich, daß Menschen an Hand von Fotografien frühere oder spätere Inkarnationen sehen können?

Antwort

Gewiß. Doch nicht ohne gewisse Begrenzungen. Es wird schwer sein bei solchen Personen, die irgendwie direkt in großes Weltgeschehen (also nicht nur irdisch allein gemeint) verwoben sind; denn diese stehen unter besonders starken Strömungen, die einen Seher verwirren oder seinen Blick trüben, vielleicht auch eine Annäherung zu seinem eigenen Besten unmöglich machen. Mir selbst ist eine solche Dame bekannt, die sich damit beschäftigt, von der ich auch überzeugt bin, daß sie es außergewöhnlich ernst nimmt mit dieser ihrer Fähigkeit, unter dauernder Selbstkritik. Wenn Sie besonderes Interesse dafür haben: Frau Käthe Giesert, Berlin N 54, Lothringer Straße 76. Es gibt aber so viele Arten dieser Fähigkeiten, daß ich Gelegenheit nehmen werde, einmal eine besondere Abhandlung davon zu schreiben. –

Frage

Ist Abdruschin ein Seher oder schöpft er aus fremden Quellen?

Antwort

Trotzdem diese Frage ja rein persönlich ist, also Neugier, und das Wissen darüber zu geistigem Aufstiege absolut nichts beitragen kann, will ich ausnahmsweise darauf antworten. Ich bin kein Seher in dem bekannten Sinne, schöpfe aber ebensowenig aus fremden Quellen. Beides habe ich nicht nötig. Auch entlehne ich von keiner Seite her, wie manche wähnen. Es ist kein Zusammentragen aus anderen Bestrebungen. Wenn Sie verwandte Klänge in verschiedenen alten und neueren Richtungen finden, so kommt dies lediglich daher, daß diese Wahrheitskörner in sich tragen. Solche müssen sich ja überall gleichbleiben und sich deshalb auch in meinen Vorträgen wiederfinden. Ich schöpfe selbst und stelle nicht zusammen! Wer sich nicht damit begnügen kann, der würde es auch nicht verstehen, wenn ich noch mehr erklären wollte. Ich will, daß man die Worte prüft und in sich aufnimmt, so weit man es kann; denn ohne eigene Überzeugung eines jeden Einzelnen hat es für ihn gar keinen Wert. Die Überzeugung aber darf nicht des Wortbringers halber sein, sondern muß aus der inneren Übereinstimmung mit dem Gesagten kommen! Das erwähnte ich ausdrücklich schon im Anfang meiner Vorträge, noch mehr, das fordere ich. Und dabei sind solche Fragen überflüssig. Wer überdies beim Lesen das Schöpfen nicht schon selbst empfindet, hat auch die Botschaft noch nicht ganz erfaßt. –

Frage

Wenn Abdruschin mit solcher Sicherheit das Rätsel von Konnersreuth erklärt wie in dem Ruf Heft 3 und 4, so kann er wohl auch sagen, wer diese Seele früher einmal war? Woraus ihr Karma stammt?

Antwort

Selbstverständlich. Daß ich darüber schwieg, liegt lediglich daran, weil ich bei sachlichen Erklärungen bleibe, und nichts in Persönliches hinüberziehe. Nur was zur Klärung einer öffentlichen Frage unbedingt notwendig ist, berühre ich dabei. –

Frage

Kann ein von einem Dämon besessener Mensch geheilt werden?

Antwort

Ein Mensch kann überhaupt nicht von einem Dämon „besessen“ sein! Das geht schon aus ganz natürlichen Gründen nicht; denn der Kern des Menschen ist Geist, ein Dämon aber Wesen, einst harmlos, doch durch Menschengeistwollen zum Dämon großgezogen. Und da Geist höher ist als Wesen in seiner Beschaffenheit, so vermag Wesen den Geist nicht zu verdrängen, auch nicht zeitweise, was bei Besessensein notwendig ist. Der Mensch kann aber dämonisch beeinflußt sein! Das ist ein großer Unterschied; denn zur Beeinflussung gehört ein gewolltes inneres Entgegenkommen des betreffenden Menschen, sei es nun hervorgerufen durch sein Handeln, also einen von außen nach innen wirkenden Vorgang, oder durch sein eigenes Wollen, irgend einem .Hang, den er sich angeeignet, also zur Eigenschaft gemacht hat in diesem Falle öffnet er sich zuerst innerlich diesem üblen Einflüsse und wirkt dann beeinflußt nach außen.

Dämonisch beeinflußt sein kann also nicht ohne eigenes Wollen geschehen. Aus diesem Grunde wird auch eine Heilung oder Hilfe sehr erschwert. Der Zustand ist auch viel gefährlicher für den Menschen selbst und für seine Umgebung, da er berechnender, heimtückischer, vollkommen bewußt handelnd wirkt.

Ein Besessener jedoch ist von einem bösartigen, niederen, also dunklen jenseitigen Menschengeiste zeitweise oder dauernd richtiggehend „besessen“. Das heißt, der eigene Geist in ihm ist während des Besessenseins zur Seite gedrückt und lahm gelegt, während der Eindringling Besitz von dem Körper und dessen Gehirnfunktionen nimmt, wenn auch nur teilweise. Das Tagesgehirn aber ganz. Dieses Verdrängen kann geschehen, weil der Bösartige auch Geist ist, also nicht Wesen, doch immer wieder auch nur dort, wo eine Handhabe dazu von dem eigenen Geiste gegeben wurde. Das kann durch vielerlei Art erfolgen. Entweder durch zu große Schlappheit, also Schlafmützerei des eigenen Geistes, oder bei Spielereien mit den sogenannten Jenseitigen, wie Tischrücken usw., sowie durch eine Menge anderer Geschehnisse, wie Schreck, Furcht, Angst, welcher Zustand für kurze Augenblicke die Kraft des eigenen Geistes lähmt.

Doch auch hierin gibt es wieder so zahlreiche Variationen des Vorganges, daß man dies nicht schematisch oder nur flüchtig beantworten kann. Ich müßte einen besonderen Vortrag darüber schreiben, und bringe heute nur die groben Grundzüge, welche den darum Fragenden ein rechtes Bild geben können.

Besessenheit ist leicht und schnell zu heilen. Natürlich nicht von Spiritisten, nicht von Geistlichen, nicht mit Beschwörungen und allem Ähnlichen, auch nicht von Teilwissenden – alles das hat nichts zu sagen in der Schöpfung –, sondern es muß in der Kraft eines dazu Berufenen liegen, die weit stärker ist als die aller dabei in Betracht kommenden bösartigen Geistern, die oft über riesenhafte Energie verfügen. Wie aber diese Bösartigen Zusatzkräfte aus dem Dunkel erhalten, so erhält ein reiner Geist in reinem Glauben Kräfte aus dem lichten Reinen zu der eigenen, im schlichtesten Gebete vor der Handlung. –

Besessenheit ist also schnell zu heilen, Beeinflussung viel schwerer. Man kann mit Sicherheit annehmen, daß sehr viele Menschen in den Irrenhäusern nur besessen sind, nicht krank. Natürlich gehen sie körperlich dabei mit der Zeit zugrunde; denn der Körper vermag diesen geistigen Überdruck nicht für die Dauer auszuhalten. —

Frage

Wie kommt es, daß Christus nie etwas von der Wiederinkarnierung gesagt hat? Er hat auch nie vom Heiligen Gral gesprochen.

Antwort

Christus hat nur alles das gesagt, was die Menschen zu seiner Zeit wissen mußten, um geistig aufwärts steigen zu können, nicht mehr. Heute aber müssen die Menschen eingehendere Erklärungen haben, da sie sich ja als unfähig erwiesen haben, die Tiefe der Einfachheit in Christi gegebenen Gleichnissen und Bildern zu erfassen. Außerdem aber war das Abendmahl am Ende seiner Erdenzeit eine Gralshandlung. Doch diese Erklärungen sind von einer weitergehenden Art als es jetzt nötig ist. Was die Menschen heute zu dem Aufstiege brauchen, haben sie erhalten. Wer noch mehr wissen will, hat das bisher Gesagte nicht erkannt, ihm würde auch das Weitere nicht helfen können. – –

Abdruschin.

de/ruf/heft_5-7/abdruschins_fragenbeantwortungen.txt · Zuletzt geändert: 2020/09/13 21:17 von Marek Ištvánek