Abd-ru-shin

Oskar Ernst Bernhardt

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de:ruf:heft_10-12:abdruschins_fragenbeantwortungen

Abdruschins Fragenbeantwortungen.

Frage

Ist Buddha ein Gottgesandter?

Antwort

Nein. Er war kein Gesandter, nicht einmal ein Geschaffener, sondern lediglich ein Entwickelter. Aber er hatte es fertig gebracht, der falschgehenden Menschheit den Rücken zu kehren, und sich nicht gleich den anderen zum Verstandessklaven zu machen. Er riß sich davon los, und konnte aus diesem Grunde in der eigentlichen Entwickelung seines Geistes den normalen, für die Menschheit überhaupt gewollten Weg schreiten. Der irdische Verstand vermochte ihn nicht länger einzuengen in seine starken, grobstofflich-gebundenen Beschränkungen. Dadurch konnte er in der Entwickelung bis zur Schwelle des geistigen Reiches kommen.

Es war nur eine ganz natürliche Folge, daß die andere Menschheit in ihrer Einengung ihn dann als etwas von ihr außenstehendes Höheres ansah. Sein in der weiteren, normalen Entwickelung entstehendes Wissen mußte ja einen gewaltigen Unterschied zwischen ihm und seinen Mitmenschen bemerkbar werden lassen. —

Buddha ging also den normalen Gang des Erdenmenschen. Seine Lehre, die Wiedergabe seines Wissens aber höher einzuschätzen als die Botschaft des richtigen Gottesgesandten, Jesus von Nazareth, sie auch nur neben diese zu stellen, ist lediglich ein Zeichen absoluter Unwissenheit, ein klarer Ausdruck der allgemein herrschenden traurigen Beschränkung des Begriffsvermögens, an der nun einmal die gesamte Menschheit leidet, und aus der sich gerade Buddha seinerzeit durch Abwendung davon gewaltsam riß, um den normalen Weg der geistigen Entwickelung zu wählen, den ihm die Schöpfung deutlich wies. Sein Beispiel wird aber von seinen Anhängern wie üblich nicht in dem Sinne erfaßt, wie er es tat, und wie er es wollte.

Es hat auch keinen Zweck, sich weiter darüber auszulassen, die Tatsache an sich, daß auch solche, die Gelegenheit hatten, die Botschaft des Gottessohnes selbst kennen zu lernen, sich trotzdem dem Buddhismus zuwenden, ist traurig genug, um die Begriffsunfähigkeit derartiger Menschengeister deutlich zu kennzeichnen, und darzutun, daß sie die Gottesbotschaft nicht verstehen! Und deshalb auch meine Erklärungen und Hinweise aufzunehmen nicht fähig sind.

Es ist natürlich Voraussetzung, daß die hohe Weisheit mit ihrer Einfachheit in der Gottesbotschaft „gefunden„ werden will, worauf der Höchstgesandte ja selbst deutlich hinweist mit den Worten: „Suchet, so werdet Ihr finden!“!“ Es geht klar daraus hervor, daß der nicht finden wird, der nicht ernsthaft zu suchen vermag.

Den europäischen Anhängern der Lehre Buddhas ist es aber deutlich erkennbar nicht möglich gewesen, in den Worten eines Gottgesandten richtig zu suchen, da dessen Botschaft aus einer Höhe kommt, von der nur mit ganz besonderer, wirklich demutsvoller Einstellung empfangen werden kann. Es ist auch erklärlich, daß sie lächelnd über etwas hinweggehen, das sie nicht verstehen. Für die eingeengte Beschaffenheit ihrer Geister ist es daher wiederum bezeichnend, daß sie lediglich in dem, was ein Entwickelter verkündet, der weit niederer steht, als ein Gottgesandter, suchen und finden können!

Sie vermögen nur in Niedererem Werte zu entdecken, weil dieses ihrer Einengung näher steht. Für Höheres fehlt ihnen die Begriffsmöglichkeit. Es hilft deshalb bei ihnen auch kein Streiten und Erklären; denn sie könnten es doch nie erfassen. In Buddhas Lehre ist die Bewegung von unten nach oben und hat seine engere bestimmte Grenze. An dieser, wo er zuletzt nicht weiter konnte, setzt er das Nirwana ein! Ein offenes Bekenntnis seines weiteren geistigen Unvermögens. In der Botschaft eines Gottgesandten ist die Bewegung jedoch von oben nach unten, und unbegrenzt! Es ist dem Menschengeiste deshalb ungewohnt. Er muß sich zum Begreifenkönnen mehr bemühen. Buddhas Lehre ist deshalb auch keine Botschaft, sondern nur Erkenntnisse! Wie auch bei Theosophen und bei Mohammed.

Das bezeichnet auch in natürlicher Weise die geistige Stufe der betreffenden Anhänger, deren in ihrer Einengung so bedingten Begriffsmöglichkeit. Dazu kommt noch ein gewisser Fanatismus, der ebenso das untrügliche Zeichen eines nur beschränkten Teilwissens ist, und gerade dieser Fanatismus engt wiederum den Horizont geistiger Aufnahmefähigkeit noch mehr ein, verdüstert sogar oft auch alles andere, und bringt groteske Wirkungen hervor.

Wer alles das ruhig beobachtet, bis auf den Grund zurückgeht, muß schon selbst auf diese Folgerungen kommen. Als Ausgangspunkt findet er dann immer entweder geistige Beschränktheit und das damit verbundene Unvermögen des Begreifens, sagen wir Unfähigkeit echten Suchens, oder aber im Gegensatz dazu geistige Freiheit, die eine sich steigernde Aufnahme- und Aufstiegsfähigkeit besitzt, unbeengt von dem Menschheitsübel der Verstandesherrschaft.

An diesen beiden Grundsteinen kann er dann mit Leichtigkeit die falsche oder rechte Aufbauart nachprüfen und erkennen. Hauptsache dabei ist natürlich, daß auch er die Sonde richtig anzulegen weiß, ganz sachlich, unpersönlich, unvoreingenommen.


Frage

Wie stellt sich Abdruschin zu der Anrufung von Heiligen, hält er diese für Unrecht?

Antwort

Anrufung ist ja nicht Anbetung! Deshalb ist die Anrufung geistiger Helfer und Führer an sich eine schöne Gepflogenheit, sobald sie in dem rechten Sinne geschieht. Es sind sehr viele Menschen jetzt, welche wissen, daß sie eine geistige Führung haben. Diese geistigen Führer, wenigstens die dem Erdenmenschen zunächststehenden, direktesten, sind aber noch lange nicht „Heilige„ zu nennen.

Wohl ist es angebracht, daß der Menschengeist seinen Führern innig dankt; denn diese haben oft genug Mühe und Leid mit ihren Schützlingen, viel mehr als Freude. Für diese dornenvolle Tätigkeit der Führung ist ein Wort des Dankes immer angebracht. Auch eine Bitte hier und da um Hilfe ist nichts Unrechtes, solange man damit nicht in Anbetung verfällt, die Gott allein gebührt.

Der höchste Führungswillen liegt für jeden Menschen in dem geistigen Reiche. Es folgt von dort aus abwärts eine ganze Kette ausführender Helfer. Der letzte dieser Helfer aber ist stets so beschaffen, daß er nur wenig höher als sein Schützling steht, sonst könnte er mit diesem nicht fühlbar in Verbindung kommen. Es ist meistens ein solcher Menschengeist, welcher noch Fühlung mit der Erde hat; denn ist er schon zu hoch, so würde er vom Erdenmenschen nicht mehr „empfunden“ werden können. Auch kann ein solcher Führer mit diesem noch mehr mitempfinden, bei allen dessen Regungen, kann ihn auch darin mehr begreifen. Und wenn sein Schützling betet, in ernsten Dingen, so wird er sich mit ihm in dem Gebet vereinigen, und seine Fürbitte hat für irdisches Leid mehr Kraft als die Fürbitte eines höheren Geistes, welcher das Erdenleid nicht mehr so stark nachempfinden kann, weil ihm dafür alles Begreifen verloren ging.

Nur Empfindung ist die maßgebende Kraft in dem Gebet, nicht Worte, die kraftlos verhallen wie der Klang im Winde. Die Worte dienen lediglich zu unserer Beihilfe seelischer Vertiefung in Empfindung, um die Richtung der Empfindung abzuklären und zu stützen. —

Der höchste Führerwille liegt also im Reiche des Reingeistigen, und teilt sich dieser Kette aller Helfer mit, bis dann der unterste, dem Erdenmenschen nächste Helfer, dieses Wollen seinem Schützling klarzumachen sucht mit Nutzbarmachung aller Vorzüge und Schwächen, die dieser besitzt, und die nur der zunächststehende Führer durch Beobachten und Nachempfinden wissen kann. Dabei darf man nicht vergessen, daß des geführten Menschen Wollen immer ausschlaggebend bleibt, da er für sein Tun verantwortlich bleibt. Die Führung ist also nur eine Hilfe!

Die Tätigkeit der ganzen Führerkette nun bis zu dem höchsten Führer in dem Geistigen ist als Hilfe Menschendankes wert, auch wenn in Wechselwirkung bei der treuen Mühe in der Führung alle Führer selbst gewinnen. Ebenso können, sollen Bitten um getreue Beihilfe vom Erdenmenschen zu ihnen gesprochen sein. Es ist dies nicht zu Unrecht, sondern hat viel Segen. —

Wer aber ist „Heilig„ anzusprechen? „Heilig“ ist allein, was mit dem Göttlichen in direktem Zusammenhang steht, nichts anderes. Deshalb heißt es der „Heilige Geist„, zum Unterschiede zu dem Geistigen. Niemand kann heilig werden, der es nicht von Anfang an schon ist, da das Heiligsein wiederum mit der Beschaffenheit zusammenhängt, nicht aber ein Verdienst ist! Leider wird das Wort „heilig“ vielfach ganz falsch angewendet. Es wird wohl kein Mensch, der es ernsthaft nimmt in seinen Überlegungen, seinem Denken und Empfinden, davon überzeugt sein können, daß eine Heiligmachung von Erdenmenschen ausgehen kann, daß dabei die Ansicht oder Überzeugung von Erdenmenschen überhaupt eine Rolle spielt!

Ich will die in manchen Kreisen eingeführten Gepflogenheiten hier nicht schelten, wenn sie in wirklich gutem Glauben gehandhabt werden, doch es muß ja schließlich bei allen solchen Gepflogenheiten auch hier und da einmal etwas durchdacht sein von denen, die es tun, damit sie wissen, was sie eigentlich tun. Denn wer nicht genau weiß, was er tut, dem kann sein Tun auch niemals rechten Nutzen bringen, da es ja dann nur leere Form, Schablone bleibt, der wirkendes Leben fehlt. Und ohne Leben kann nie ein Gebet hinaufsteigen, bis zu der Stelle, die Erfüllung bringt.

Doch jeder Mensch, der wirklich denkt, sich nicht aus Trägheit oder Feigheit davon drückt, wird schließlich selbst zu manchen Klärungen in sich gekommen sein. Gedankenlose, Oberflächliche aber würden auch durch die eingehendste Aufklärung nicht zum Verständnis und Begreifen kommen. Wer meine Gralsbotschaft richtig gelesen hat, trägt auch die Antwort auf die Fragen schon geklärt in sich, ohne daß ich besonders darauf hinweise. —

Doch eine Hilfe will ich ihm noch geben, indem ich auf die Wiederinkamierungen hinweise. Es ist dies allerdings etwas vorausgegriffen. Nur Wenige werden schon so weit sein, um das Bild, was ich da entrolle, nicht sehr fremdartig zu empfinden. Darüber könnte ich ihm schließlich gar nicht zürnen, weil der nötige Sprung von seinen bisherigen Anschauungen bis zu diesen Tatsachen doch etwas weit ist. Die innere Kraft, deren Ausdehnungsfähigkeit von der jeweiligen Seelenreife abhängt, kann bei aller Mühe kaum so weit reichen, wie zu der Erkenntnis nötig ist. Aus diesem Grunde will ich auch nur einen Zipfel lüften von dem wirklichen Geschehen, auf die Gefahr hin, daß es ihm grotesk erscheint.

Doch wäre es zum großen Segen aller Menschheit, zur Erleichterung vieles Verstehens, wenn sie gerade darin einmal einen klaren Blick erhalten könnten. Es wirkt zwar in dem ersten Augenblicke stark ernüchternd, wie die Wahrheit immer, aber doch auch gleichzeitig erfrischend. Die ganzen Anschauungen und damit das Erdenleben vieler Menschen würde sich dadurch sofort und völlig umgestalten zu gesundem Aufwärtsschreiten. Ohne Eindruck könnte es ja gar nicht bleiben, wenn ein Mensch ganz plötzlich richtig um sich blicken kann, und sieht, daß alle die, von denen er aus der Vergangenheit durch die Geschichte manches Große, Schöne und auch Unschöne erfuhr, zum größten Teile wieder mit ihm auf der Erde leben, in Fleisch und Blut wie er, nur jetzt in anderer Gestalt. Ja, daß er selbst vielleicht einer von denen ist, die er in irgend einer Art verehrt oder … verachten mußte.

Doch alles das hat seine Zeit. Worüber er noch heute lächeln muß, das wird er in ganz kurzer Zeit als richtig und sogar als selbstverständlich halten. Deshalb sage ich ausdrücklich: ich greife heute mit dem kurzen Hinweis noch etwas zu weit vor.

Wenn ich, wie ja ganz richtig ist, zum Beispiel jetzt ihm sage, daß Schiller in dem Wallenstein sein eigenes Erleben schildert, daß er vorher schon einmal auf der Erde war als Wallenstein, und weiter zurück auch noch in verschiedenen Gestalten, ebenso jetzt wieder auf der Erde weilt, diesmal als Frau, so fordert das wohl lange Seelentätigkeit bis zum Vertrautwerden mit solchen Tatsachen!

Und wenn ich weiter sage, daß z. B. der berühmte Maler Raphael, sowie auch Tizian unter den heute Lebenden sich finden, die keine Ahnung von dem früheren Geschehen und dem seinerzeitigen Können haben, so muß das Manchem doch wohl sonderbar berühren. Allein zu denken, daß ein Raphael in heutiger Gestalt bewundernd vor einem Gemälde steht, das er in früherem Erleben selbst geschaffen hat. Das wirkt bei der Beschränkung des Erinnerns sogar komisch, humoristisch.

Und doch ist es weder ein Märchen noch Fantasterei. Auch wenn ich sage, daß Therese Neumann einst der Schächer an dem Kreuze war, der Christus lästerte, und deshalb in der Rückwirkung noch heute diese Wundmale zu tragen hat, bis die Erkenntnis in ihr davon kommt zur Ablösung der Schuld, so werden zwar nicht alle, doch sehr viele, wohl die meisten Menschen daran zweifeln, es als Fantasterei betrachten. Und doch ist es nicht zu lange mehr hin, daß man die Wahrheit darin wird erkennen müssen!

Nehmen wir nun an, daß auch die Jünger Christi, die ja ihren Meister oder dessen Botschaft seiner Zeit nach seinen eigenen Erklärungen nicht richtig aufgenommen haben, nach dem Damals mehrfach wieder auf der Erde waren, in verschiedener Gestalt, zu einem großen Teile heute sogar wieder unter Menschen sind, wohin muß dann ein Denkender in der Betrachtung kommen! Namentlich wenn er auch Ursachen und Wirkungen zu diesem Wiederkommen nach und nach erkennt. Es stürzt damit so manches bisherige Bild in Nichts zusammen und öffnet Ausblick auf das freudige Erwachen einer neuen, großen Zeit des aufstrebenden Menschengeistes, der so viele alte, unnötige Fesseln sprengt und freien Blickes sicher in der Schöpfung seines Gottes steht, ihm darin endlich wissend dienend, und damit auch in erster Linie … sich selbst! —


Frage

Will Abdruschin nicht auch Erklärungen darüber bringen, wie die verschiedenen Bezeichnungen anderer Lehren, wie die der indischen Lehren, der Okkultisten, Spiritisten usw., seinen Bezeichnungen wie Feinstofflichkeit und Anderem gegenüber zu vergleichen sind. Es würde sicher so Mancher leichter den richtigen Begriff erfassen können.

Antwort

Das wird nicht geschehen. Die Gralsbotschaft steht lebend für sich! Wer sie erfassen will, der muß zuerst einmal alles Bisherige hinter sich zurücklassen, ohne Ausnahme. Nur so wird er richtig verstehen lernen. Und dann vermag er selbst alles so klar zu überschauen, daß er von der Gralsbotschaft auch das Bisherige durchleuchten kann, wobei er sieht, was wahrhaft davon ist, und was von Menschensinn dazu erklügelt wurde. Er muß also erst in sich neu geboren sein, damit er unbelastet von alten Begriffen die neue Botschaft aufnehmen kann. Nur dieser Weg steht offen. Es fällt dabei von allem Alten ab, was unecht war, nur alles Echte bleibt. Jeder Vergleichsversuch muß scheitern an der Lebendigkeit des Wortes dieser Gralsbotschaft, die stärker ist als das durch Menschensinn Getrübte, jetzt Bestehende. Sie ist aber vollkommen eins mit dem Worte, das der Gottessohn Jesus von Nazareth brachte.


Frage

Wo hat man sich das Dunkel zu denken? In welcher Richtung nach irdischen Begriffen liegt die Hölle?

Antwort

Die Frage ist nicht so naiv, als sie im ersten Augenblick erscheint, und als sie jedenfalls auch von dem Fragenden gedacht ist. Irdisch betrachtet, also nach dem Standpunkte der Erde in dem Weltall, liegt der Schwerpunkt des Dunkels nach Westen zu. Nach dem Osten zu geht es nach dem Höhepunkte des ganzen Weltalls, nach der geistigen Urschöpfung, also nach dem lichten Reiche, und des höchsten Punktes darin: der Gralsburg. Im hohen Osten ist also der Ausgangspunkt der Schöpfung, der Gipfel alles Geistigen. Somit wirkt auch das Gesetz der Schwere in dem Weltall von dem jetzigen Stand der Erde aus betrachtet im großen Zuge von Osten nach Westen. Westen ist also der unterste Grund, wohin das Schwere, Dichte, und somit auch Dunkle sinken muß. Auf diese Gesetze komme ich nach dem vorher noch notwendigen, großen Weltgeschehen ausführlicher zurück. Damit es endlich richtig ausgebeutet, das heißt, benützt werden kann. Außerdem möchte ich dazu bemerken, daß heute die ganze Erde bereits in das Bereich des Dunkels fällt, also vom Dunkel eingenommen ist, durch das Entgegenkommen, oder richtiger, durch die Veranlassung der Menschengeister, wie ich schon oft ausführlicher erklärte. (Vortrag: „Es war einmal …!")


Frage

Gilt die Gralsbotschaft auch für Juden?

Antwort

Die Botschaft gilt wie einst die Botschaft Christi für alle Menschengeister, die sich dafür öffnen! In diesem Sinne gibt es keine Schranken. Wer sich richtig geöffnet hat, ist gleichwertig mit allen Anderen. Einen Unterschied bringt nur die jeweilige Stärke dieses Öffnens.

Christi Botschaft war damals auch nur in erster Linie an die Juden gerichtet, nicht etwa ausschließlich, weil diese nach der damaligen geistigen Entwickelung die größte Möglichkeit des Erfassenkönnens in sich trugen. Wechselwirkend konnte deshalb der Gottessohn nirgends anders inkarniert werden. (Vortrag: „Vergib ihnen; denn sie wissen nicht was sie tun!") Trotzdem galt die Botschaft der ganzen Menschheit. Die Juden sollten die Gottesbotschaft weiter tragen an die anderen heranreifenden Völker.

Es sollte damit durchaus kein unbedingtes Judentum erzogen werden. Nicht etwa, daß ein sich der Wahrheit öffnender hätte damals Jude werden müssen, um in das lichte Reich des Geistes, in das Gottesreich eingehen zu können; denn nur der, welcher der Wahrheit dient, kommt in die Lage, eingehen zu können in das Reich des Lichtes! Die Religion an sich spielt dabei keine Rolle! Ebenso ist es auch heute wieder, bei Allen, die sich jetzt der Wahrheit öffnen wollen.

Die nun durch die vielfachen Entstellungen der Gottesbotschaft durch Menschenklügelei erforderlich gewordene neue Gottesbotschaft durch den Menschensohn wendet sich diesmal auf Grund der unverschiebbaren Wechselwirkung in erster Linie an den Deutschen Geist, der zur Aufnahme dafür am reifsten ist. Deutscher Geist nicht unbedingt im Sinne Deutscher Nation gemeint. (Vortrag: „Berufen".) Die Gottesbotschaft ist wiederum für die ganze Menschheit im Dies- und Jenseits bestimmt, und soll durch Deutschen Geist hinausgetragen werden, wie einst bei den Juden die Botschaft des Gottessohnes.

Trotzdem kann gerade dadurch und jetzt auch für die Juden die Erlösung und Befreiung von dem Joche kommen, das sie sich durch damaliges Versagen auferlegten. Wenn sie es jedoch diesmal wiederum versäumen, dann ist es aus für immer. Nie wieder wird ihnen Gelegenheit dazu.

Doch es wird bald Großes auch unter den Juden geschehen, wie unter der ganzen Menschheit!

In Überlieferungen aus jüdischem Kreise der neueren Zeit wird schon mehrfach darauf hingewiesen. Es heißt da unter anderem:

Abraham kündet: Höre, Israel!

Ja, es ist wahr!
Wahr ist, daß der Heiland kam
zur Erde nieder, nieder zu uns,
zu Dir, zu mir.
Als Gottes Sohn,
Wahr ist, das Du, Israel,
das auserwählte Volk bist gewesen.
Du bist es gewesen.
Du bist es nicht mehr.
Denn wahr ist auch,
und als grausamen Fluch trägst
Du es mit Dir herum,
Daß Du versagtest.
Aus Dir ging hervor
das Licht.
Du durftest es tragen,
einem Leuchter gleich,
Priestern gleich.
Ein Priestervolk warst Du
und solltest Du sein.
Du wolltest mehr leuchten
als das Licht, das Du trugst,
wolltest mehr wissen
als der All-Wissende.
Du vertrugst das Licht nicht mehr,
zum Feind machtest Du Dich dem Licht,
zum Feinde dem Bringer der Wahrheit,
der gekommen war, Dich zu erlösen.
So irrst Du seither umher,
heimatlos, ruhlos, verachtet.

Höre, Israel!
Noch einmal sendet Gott
in seiner unendlichen Güte
Einen Boten des Lichts
unmittelbar aus dem Licht,
aus dem Göttlichen,
Dich zu erlösen
und alle, die der Erlösung harren
in Demut und rastlosem Suchen.
Israel, tue die Augen auf!
Höre, mein Volk, das Wort,
das Er Dir bringt,
prüfe es, präge es tief Dir ein
in Dein Herz
und beuge in Demut das Knie
vor Deinem Gott und Herrn,
und danke ihm freudigen Herzens.
Und den Er gesandt,
ihn bitte, daß er Dich segne
und von Dir nehme das Joch,
das Du bis hierher getragen,
denn Keiner kann dies außer ihm.
Danke dem Herrn, der noch einmal
Dir solche Gnade erwies.


Und außerdem:

Mein Volk, Volk Israel!
Höre, was zu Dir spricht,
den Gott erkoren,
den Er gesendet
hernieder zur Erde
in Fleisch und Blut.
Er ist es, ja, wahr ist es:
Messias!
Harre sein nicht mehr;
denn im Harren verlierst Du Dich nunmehr
Eile zu ihm hin,
Eile, ohne Aufenthalt!
Eile, stehe nicht still,
bis Du ihn erkannt.
Und wenn Du ihn erkannt hast,
Wahre Deine Zunge!
Brich nicht aus in tosenden Jubel,
denn zu ernst ist der Augenblick hierzu.
Belästige und bedränge ihn nicht mit Fragen;
denn hierzu hast Du noch längst kein Recht,
da Du sündig zu ihm kommst.
Sündig, mit schwerer Schuld beladen,
mit Schuld der Versäumnis, des Verkennens,
mit schwerster Schuld endlich.
Nahe ihm, dem Gottgesandten, heilig ist er Gott,
und heilig sei er Dir, Israel! Nahe ihm in Ehrfurcht,
in tiefster Ehrfurcht,
in Demut nahe ihm;
denn wisse, ein Nichts bist Du vor Gott
und ein Nichts bist Du vor ihm!
Ihn bitte, daß er für Dich bete,
Dir helfe, Dich lehre, Dich führe, Dich erlöse.
Nicht anders kannst Du Deinem Gotte nahm,
Seine Gnade nicht anders finden
als auf dem Weg über ihn.
Er ist, auf den Du gewartet,
jahrtausende, blutenden Herzens.
öffne die Augen, Israel, zum Sehen,
den Mund zum Lobpreisen und Danken,
Die Ohren, zu hören, was er Dir verkünde!
Danke dem Herrn
in Wort und Tat,
in jedem Gedanken,
Und tritt mutig in die Reihen
Seiner Streiter.
Schwöre auf Seine Fahne,
Schwöre auf das Kreuz
nunmehr zum ersten Male,
Schwöre auf Deines Führers Schwert.


Und manches Andere mehr. —

Für eine Botschaft aus der Wahrheit und demnach auch vor Gott zählt nicht ein Christentum noch Judentum als solches!

Die echte Gottesbotschaft kennt nur Menschengeister, welche mehr oder weniger entwickelt sind, also mehr oder weniger aufnahmefähig. Und das allein ist in der Wechselwirkung maßgebend, die in der Schöpfung lenkt. Und diese Wechselwirkung ist ein Teil des großen Gotteswillens selbst, sodaß in Wirklichkeit also dieser durch die unbedingte Wechselwirkung in der Schöpfung lenkt, je nach Verdienst den Urhebern Lohn oder Strafe bringt.


Frage

Es heißt: Wenn aber der Menschensohn kommen wird, zu richten … Ist der Menschensohn als Richter eingesetzt?

Antwort

Gott allein darf richten! Der Menschensohn bringt nochmals sein „Wort„. Und in dem Worte liegt dann das Gericht! Wie diesmal ein Mensch das Wort aufnimmt, so richtet er sich selbst. Ein jeder Einzelne hat noch einmal die freie Wahl durch Gottes Gnade. Allerdings zum letzten Male. Wie sich ein Mensch dazu verhält, ob ablehnend oder ob annehmend, so ist er dann gerichtet durch sich selbst, da damit auch die Scheidung sofort einsetzt. Abwarten ist Ablehnung; denn weiteres Zuwarten ist unmöglich. Unmöglich auch die Rückkehr von gewähltem Wege. Es gilt diesmal entweder … oder! Und sofort! Das Zaudern, Kritisieren, Besserwissenwollen hat ein Ende.

Was nicht ganz unbedingt im Einklang mit dem neuen „Worte“ steht, wird fallen! Ein Herüberziehen von Bestehendem ist ganz unmöglich, solange noch ein Stäubchen daran haftet, das Menschenklugkeit schuf, und das nicht übereinstimmt mit der Botschaft. Ganz unbetastet, unverstellt und unverbogen muß das „Wort„ nun aufgenommen sein. „Verständigungen“ gibt es nicht mit anderen Begriffen! Ebensowenig „Aussprache„; denn das Wort „i s t“!

Wagt es der Mensch, mit einem Sprung sich auf den neuen Grund zu stellen, ohne Altes mit hineinzunehmen,; also das neue Wort als neue Grundlage seines von Altem unbeeinflußten Denkens und Empfindens vertrauend hinzunehmen, so wird er schnell von seinem neuen Standpunkt aus sich alle Wege öffnen sehen, die ihm bisher unklar oder verschlossen waren, und er erkennt dann auch, worin er bisher falsch gegangen war.

Er kann die Wahrheit in dem neuen Worte gar nicht anders finden, als daß er sich zuerst einmal bedingungslos auf seinen neuen Boden stellt! Von außen herein kann er nicht. Da halten ihn zu viele Wirrnisse zurück, er findet keinen Anschluß.

Zu diesem notwendigen Sprung gehört natürlich Kraftanstrengung, Überwindung, Mut. Wer das nicht kann, wird das Begreifen nie erlangen. Deshalb ergibt es sich von selbst, daß nur die Insichstarken zu dem Ziele kommen! Die, welche diesen Sprung zu tun vermögen. Alles Alte muß zurückgelassen werden; denn das Richtige aus allem Alten ist im neuen „Wort„ sowieso enthalten, da dieses direkt aus der Wahrheit kommt. —

Der notwendige Sprung ergibt, daß die Nachlässigen, Gleichgiltigen und Schwachen in dem Geiste von vornherein schon ausgeschaltet bleiben! Sie werden das ersehnte, notwendige „Neuland“ nie erreichen, das den Suchenden verheißen ist, und das allein die Rettung bieten kann als festen Grund, der niemals wankt und stürzt.

Niemals wird durch ein Sektenwesen oder Dogma das „lebende Wort„ zu prüfen sein! Doch umgekehrt. Das lebende Wort wird nun den untrügbaren, scharfen Prüfstein bilden für alles Bestehende! Und darin ruht das unerbittliche Gericht, welches die Wege aller endlich scheidet.

Ganze Heerscharen von Menschengeistern, die sich heute gläubig dünken, in falscher Demut stolz sich Gottes Throne nahen wollen, werden in Nichts zerstäubt, bevor sie an des Thrones Stufen kommen können! Sie dünken sich gerecht und achten nicht des Wortes, lächeln wohl sogar in ihrer Oberflächlichkeit und Einengung darüber, ahnungslos, daß sie darin dem Richtschwerte des Geistes gegenüberstehen!

Öffnet deshalb nun die Ohren Eures Geistes, Ihr werdet manches für Euch Wertvolle erlauschen, und nicht sorglos noch auf Dinge warten, die schon im Begriffe sind, an Euch vorbeizugehen! — Erwachet, ehe es zu spät!


Frage

Was ist Wahrheit?

Antwort

Wahrheit ist das Ewig-Unveränderliche! Das sich in seiner Form niemals verwandelt, sondern so ist, wie es schon ewig war, und immer bleiben wird, wie es jetzt ist. Das deshalb auch nie einem Fortschritt unterworfen werden kann, weil es von Anfang an vollkommen war. Wahrheit ist tatsächlich, sie ist „seiend“! Seiend allein ist wahres Leben. Das ganze Weltall ist an diese Wahrheit „angelehnt„! —

Deshalb ist auch nur das, was aus der Wahrheit kommt, auch wirklich lebend, alles andere ist der Verwandlung unterworfen durch den Tod. Aus diesem Grunde wird nur das, was aus der Wahrheit kommt, allein bestehen bleiben, und alles andere vergehen. Bestehen bleibt zuletzt allein das Wort des Herrn, das aus dem Lichte und der Wahrheit kommt, und nur von Gottgesandten gebracht werden kann, die selbst im Lichte und der Wahrheit stehen, also in sich wirklich lebend sind! Kein Menschengeist, kein jenseitiger Geist ist in der Lage, dies zu tun. Er hat gar keine Möglichkeit dazu. Aus diesem Grunde kann von Menschensinn Erdachtes und von Menschengeist Erkanntes niemals wahres Leben in sich tragen. Es bleiben Theorien und Erkenntnisse, denen die Kraft lebender Wahrheit fehlt.

Zum Leben erwecken durch das Wort heißt: Zum Erkennen der Wahrheit erwecken! Wie man den Schlafenden zum Tag erwecken kann, so wird der geistig Tote zum Erkennen der Wahrheit durch das lebendige Wort erweckt. Gleichwie nun der vom Schlaf zum Tag Erweckte aber niemals der Tag selber werden kann, so wird auch der vom Geistestod zu der lebenden Wahrheit Auferweckte damit nicht gleichzeitig selbst das Leben! Ihm werden nur die Augen zur Erkenntnis dieses Lebens aufgetan. Er kann nie selbst zum Leben, zu der Wahrheit werden, sondern nur auf ihren Bahnen wandeln! Sie werden Auferweckte.

Auch hierbei ist das Christuswort mit anzuwenden: „Laßt die Toten ihre Toten begraben“! Das heißt: Laßt die vielen Führer und Lehrer seinwollenden Menschen weiterhin die Menschen belehren, welche durchaus auf sie hören wollen und sich damit systematisch dem lebendigen Worte verschließen. Laßt diese toten Führer mit ihren toten Worten die toten Hörer ruhig für immer begraben, und sie damit ausschließen von der Möglichkeit einer Erweckung. Höret Ihr aber, die Ihr ernsthaft sucht, nicht auf diese!

Es sind damit nicht etwa nur die von vielen Sekten und Vereinigungen gemeint, sondern auch die falschen Dogmas aller großen Religionen. Es ist zur Zeit keine Gemeinde, welche den wirklich wahren Weg befolgt. Über die auf rechter Bahn durch Menschenklugheit so vielfach ganz falsch angebrachten Wegweiser hilft weder Eifer noch Begeisterung hinweg. Wer ihnen traut, der wird das Ziel auch bei der besten inneren Veranlagung niemals erreichen.

Was in dem damit Gesagten liegt, das wird ein Jeder finden, der sich redlich darum müht. Doch es erfordert tiefes Nachdenken, selbstloses Forschen. Für schon Wissendseinwollende und für Oberflächlichkeit ist solches nicht!


Frage

Die Schöpfung hatte einen Anfang. Wie war es dann vor diesem Anfang? War da Gott ohne Ausstrahlung? Ohne Tätigkeit?

Antwort

Hilft Ihnen das Gefragte etwas zu Ihrem eigenen geistigen Aufstiege? Nein! Außerdem ist das eine Sache außerhalb der Schöpfung, wohin das Begriffsvermögen des Menschengeistes durch dessen Beschaffenheit nicht reicht. Als Kreatur ist ihm seine Grenze gegeben. Er muß stets innerhalb der Schöpfung verbleiben und sich bemühen, diese richtig zu erkennen! Da hat er gerade genug zu tun. Und ist er dadurch zuletzt bis hinauf in das Reich des Geistes gelangt, so verlor er mit dem Aufstiege auch das Bedürfnis, Dinge wissen zu wollen, dessen Erfassen über sein Vermögen hinausgeht. In ehrfurchtsvoller Andacht empfindet er dann erst die Nähe des allmächtigen, gewaltigen Gottes!

Seien Sie also darüber unbesorgt. Je vollkommener Sie im Geiste werden, desto einsichtsvoller werden Sie auch über sich selbst. Damit fällt nach und nach der Dünkel der Beschränktheit ab, der heute vorwiegend den Menschengeist beherrscht. Sie werden immer demutsvoller gegenüber der Ihnen mehr und mehr zur Erkenntnis kommenden Größe Gottes. Der Menschengeist kann froh sein, daß er damit auch seine jetzige groteske Einstellung vergißt, sonst müßte er sich darob ewig schämen. Lächerlich würde er sich im Rückblick vorkommen in dem jetzigen Dünkel. Diesem aus Unwissenheit erstehendem wirklich kindischen Dünkel entspringt ja auch das Bestreben sogenannter kluger Köpfe, den Gottessohn Jesus von Nazareth unbedingt als einen aus der Menschheit heraus nach oben zu entwickelten Menschengeist hinzustellen. Sie fühlen sich noch groß in der Anerkennung, daß er ein besonders begnadeter, hervorragender Mensch gewesen sein soll, der. sich bis zu der Höhe eines Propheten aufschwang.

Diese Klugen sind in Wirklichkeit doch so naiv, daß sie nicht auf den natürlichen Gedanken kommen, daß auch ein aus der Göttlichkeit zur Erde Kommender die Reife des ihm ungewohnten Körpers abwarten muß, und daß er ebenso gezwungen ist, dieses irdische Werkzeug erst richtig gebrauzu lernen, bevor er seine Aufgabe beginnen kann. Er muß auch demnach das Gehirn erst richtig spielen lassen können, was alles der gewissen uns bekannten Zeit bedarf, namentlich da ein so Gesandter nicht unter Mediums zu rechnen ist die unbewußt oft über den Zustand ihres eigenen Geistes hinausgehend wirken. Auch nicht unter die Inspirierten, zu denen viele große Künstler zählen. Sondern ein Gottgesandter wirkt bewußt, aus sich selbst heraus, da er die Quelle in sich trägt. Darin liegt auch in der Notwendigkeit der irdischen Entwicklung ein großer Unterschied, damit auch die Lösung der Begriffslosigkeit mancher Menschen dem Leben und dem Wirken des Gottgesandten gegenüber.

Und doch liegt wiederum darin deutlich erkennbar nur der ungeheure Größenwahn des unfertigen Menschengeistes, der sich einbildet, Qualitäten bis zu dem Höchsten hinauf entwickelungsfähig in sich zu tragen, also zu dem Höchsten alles Bestehenden zu gehören!

Er will unter keinen Umständen zugeben, daß es etwas gibt, das nicht von unten nach oben zu sich entwickelt hat, sondern von oben kommt, aus einer Höhe, die der Mensch nicht nur nie erreichen kann, sondern nicht einmal zu begreifen vermag. Darin liegt der so verwerfliche und verächtliche Dünkel des Menschengeistes, der solche Möglichkeiten gar nicht ernsthaft in Betracht ziehen will, weil es ihm nicht verständlich werden kann.

Darin aber den natürlichen Beweis zu finden, daß es eben eine Höhe ist, zu deren Erfassen ihm die Fähigkeit fehlt, fällt ihm nicht ein!

So klein ist er im Geiste!

Auch in ihrer Frage liegt eine gewisse Kleinheit, da Sie darnach annehmen, die Schöpfung sei nun alles außer Gott. Wie weit entfernt sind Sie damit von dem Begreifen der eigentlichen Größe ihres Gottes!

Die Schöpfung, zu der der Menschengeist gehört, ist trotz ihrer gewaltigen Ausdehnung als Schöpfung wieder nur eins der Werke des lebendigen Gotteswillens. Als Werk auch begrenzt. Sie erscheint in der von dem Menschengeiste nicht zu erfassenden Unendlichkeit nur wie ein Stäubchen, nicht mehr als ein Stern in dieser Schöpfung!

Es schwingen neben dieser Schöpfung, der Ihr Menschengeister zugehört, noch weitere, nicht minder gewaltige Schöpfungen ganz anderer Arten. Die dem Menschengeiste bekannte, zum Teil aber auch noch nicht richtig verstandene Schöpfungsgeschichte betrifft lediglich das Werden dieser einen Schöpfung ganz für sich, von der die Menschen bei dem Anblicke der zahllosen Gestirne den kleinsten Teil nur ahnen können. Die Geschichte betrifft nicht die Auswirkungen des großen Gotteswillens überhaupt! Und diese Euch bekannte Schöpfung ist zwar in sich als ein Ganzes abgerundet, trägt aber in seinen eigenen Beschaffenheiten wiederum nur einen kleinen Teil zur großen Schöpfungsharmonie bei, bildet ein einzelnes Glied darin mit einer bestimmten Aufgabe, aus der heraus sich aber eine Erkrankung wie das jetzige Versagen des Menschengeistes in der All-Harmonie störend fühlbar macht. Deshalb muß nunmehr wieder Ordnung werden, auch um den Preis des Abschlagens eines so kranken Gliedes, wenn es nicht anders geht.

Versuchen Sie sich hineinzudenken, und Sie werden weiter nichts erreichen, als sich an den schwindelnden Kopf greifen zu müssen.

Es ist besser, wenn der Mensch jetzt endlich einmal zuerst sich mit sich selbst befassen lernt, und mit allem dem, was die Schöpfung enthält, in der er sich befindet, zu der er gehört, die ihm allein zu seiner Entwickelung nützen kann und soll. Dann wird er nach und nach als Menschengeist vollkommen, womit auch der Wunsch aufhört, etwas, anderes sein zu wollen als das, was er im besten Falle werden kann … ein brauchbarer Menschengeist!

Als solcher fällt dann jede derartige Frage für ihn fort, weil er sich zuletzt endlich selbst erkennt! Und darin kommt die Demut, die ihm heute so sehr fehlt —.

de/ruf/heft_10-12/abdruschins_fragenbeantwortungen.txt · Zuletzt geändert: 2020/09/17 00:45 von Marek Ištvánek