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Oskar Ernst Bernhardt

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de:ruf:heft_1-2:aus_verschiedenen_stadten_wird_geschrieben

Aus verschiedenen Städten wird geschrieben.

Stuttgart.

In einer Zeit, wo die Vereine und Verbände mit „geistigen“ Zielen wie Pilze nur so aus dem Boden schießen, bedeutet es immerhin ein Wagnis, etwas ähnliches ins Leben rufen zu wollen. Dennoch taten wir es, nicht aus Sensationslust - die mag anderwärts ihre Befriedigung finden - sondern in heiliger Verantwortung gegenüber dem überkommenen Wort und gegenüber unserem Volk. Tausende und Abertausende suchen heute nach einer tieferen Erfassung der religiösen Wahrheiten, nach einer lebendigen Durchdringung mit der Kraft von oben. Aber auch die Gefahr des Irrens ist bei den vielen „Führern“, die sich der ratlosen Menge anbieten, kaum einmal so groß gewesen wie jetzt. Darum hielten wir es geradezu für unsere Pflicht, die „Gralsgemeinschaft“ hier in Württemberg zu begründen.

Was sie ist, unsere Gralsgemeinschaft? Ein Fels im Meer, trotzend allen Stürmen und Wogen, ein Fels, auf dem wir feststehen können in der Lehre Christi, wie sie Abdruschin so natürlich und doch so einleuchtend erklärt. Mag auch die Welt in Trümmer gehen, das Kreuz, zu dem wir aufblicken, wird das Zeichen sein, in dem allein Heil ist - für Körper, Seele und Geist.

Was sie will, unsere Gralsgemeinschaft? Licht bringen in das Dunkel der Gegenwart, wie der Leuchtturm draußen in brandender Flut. Wohin die Fahrt, wo winkt das Ziel, wie weit noch zur Heimat? Welchen Erdenbürger drängen sich nicht einmal diese Fragen auf? Die Erklärungen Abdruschins weisen uns den geraden Weg. Da wird es hell in uns und um uns und wir sehen: es ist kein anderer Weg als derjenige, den Christus selber uns vorgezeichnet hat. Doch wir verstehen alles viel besser als bisher. Was kein Dogma, was kein verstandesmäßiger, ausgeklügelter, kalter Lehrsatz uns zu geben vermochte, das Innere empfinden, zu dem Abdruschin uns anleitet, gibt es uns. Es ist nichts weniger als der Schlüssel zum Geheimnisse, es ist die Quelle lebendigen Wassers, die sprudelt in uns selbst. Wie verspürten das alle Zuhörer gleich das erste Mal, da Abdruschin zu uns sprach! „Das Geheimnis Mensch“ war sein Thema. Dann wieder: „Die Sexualkraft und ihre Bedeutung für den geistigen Aufstieg“. Wir hatten es den Teilnehmern an den Vorträgen nicht sehr leicht gemacht, sie mußten sich die Einlaßkarten erbitten, damit nur wirkliche Interessenten kämen. Trotzdem waren es viele, die sich einfanden und die erlebten, was hier den Menschen geboten wird. So gaben wir nach dem zweiten Vortrag bekannt, daß die Gralsgemeinschaft in Stuttgart bestehe. In dem benachbarten Eßlingen ebenso. Immer mehr Interessenten meldeten sich. Heute ist es schon eine stattliche Zahl, die sich um Abdruschin und sein Wort geschart. In Abwesenheit des Führers sprach Herr J. A. Neidhart, Eßlingen, über: „Selbstvergiftung durch Gedankenkräfte“, „Der sieghafte Mensch“, „Schuld und Sühne im Weltgeschehen“, „Das Leid und seine Lebenskräfte“, „Der Sinn der Ehe“, „Gott“, „Wege zu Gott“.

Der erste Vorsitzende, Herr Kurt Kölle, Stuttgart, begrüßte zu Beginn der zweiten Feierstunde die Erschienenen herzlich. Auch an musikalischen Beiträgen von ersten Kräften fehlte es nicht. Leider war es Abdruschin in den letzten Monaten nicht mehr möglich, uns einen Besuch abzustatten. Dafür schenkte er den Mitgliedern als Pfingstgruß das neue Heft der „Gralsblätter“ mit ungemein wertvollen Aufschlüssen, eine Gabe, die sehr willkommen geheißen wurde. Alles in allem können wir mit den Erfolgen der Gralsgemeinschaft in Stuttgart zufrieden sein. Nun möge es sich auch in anderen Städten regen. Wir sind bereit, die Botschaft allüberallhin zu tragen, wo nach ihr verlangt wird. Menschen mit offenem Sinn und ernstem Wollen, die Interesse an unserer Gemeinschaft haben, erhalten von dem Unterzeichneten bereitwillig Auskunft. Bei Anfragen bitte Rückporto beilegen.

Johannes Anton Neidhardt
Akademischer Privatlehrer
Eßlingen N, Martinstr. 17.

*

Wien.

Dem eindringlichen Wunsche meiner Anhänger der Gralsbotschaft Abdruschins entsprechend, sprach auf meine Veranlassung Abdruschin am 16. und 18. März d. J. in Wien. Die Gralsbotschaft hatte viele Gemüter mächtig ergriffen, und es überraschte deshalb nicht, daß der große Saal des Apothekergremiums schon lange vor Beginn des Vortrages zum Erdrücken voll war. Die Wirkung der beiden Vorträge auf die Zuhörer war eine außerordentliche. Wohl noch nie wurde „Das Geheimnis Mensch“ so klar und eindrucksvoll erschlossen. Abdruschins Worte hielten die Zuhörer derart im Banne, daß nach Schluß der Vorträge erst nach einer Zeit ernsten Schweigens tosender Beifall losbrach. Für das geistig strebende Wien waren die beiden Vorträge im vollsten Sinne des Wortes ein Ereignis. Wie sehr es Abdruschin gelungen ist, die Herzen zu öffnen, bezeugt die Flut von Zuschriften, die eingegangen sind.

Den zahlreichen Zuschriften nachgebend, werde ich einen neuen Vortrag für die zweite Hälfte des Septembers in Wien vorbereiten. Dieser wird rechtzeitig verlautbar werden. Der Eintritt soll frei sein. Platzbestellungen können schon jetzt erfolgen.

J. Molnar
Wien XVIII, Postamt 114.

de/ruf/heft_1-2/aus_verschiedenen_stadten_wird_geschrieben.txt · Zuletzt geändert: 2020/09/11 16:52 von Marek Ištvánek