Abd-ru-shin

Oskar Ernst Bernhardt

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de:gralsblatter:serie_i:heft_6:ehe_denn_abraham_ward_bin_ich

Ehe denn Abraham ward, bin ich.

Dieses Christuswort, das ihm seiner Zeit von der Pharisäern so viel Anfeindungen brachte, wird in seiner ganzen Wahrheitstiefe und seiner Selbstverständlichkeit leicht verstanden werden, wenn man bedenkt, daß als höchster Ausgangspunkt aller Entwicklung das Göttlich-Wesenlose ist, das Rein-Göttliche! 1) Diesem schließt sich wie von der Spitze einer Pyramide abwärtsgehend das Geistig-Wesenhafte an, dem wieder nach vielen Stufen immer breiter und breiter werdend die Welt der Stofflichkeit folgt. Diese beginnt mit dem den irdischen Augen unsichtbaren feinstofflichen Teile, dann dichter und dichter werdend, und durch diese Dichtheit auch immer mehr an Schwere zunehmend, senkt sie sich selbstverständlich immer tiefer, bis zuletzt die grobstofflichen Teile in ihrer ganzen Schwere erstehen und ihren weitausgreifenden Kreislauf vollziehen.

Der geistige Mensch, zu dem auch Abraham gehört, stammt aus dem Geistig-Wesenhaften. Christus aber aus dem Göttlich-Wesenlosen.

Damit ist eigentlich die Selbstverständlichkeit und Richtigkeit des Sinnes des Christuswortes: „Ehe denn Abraham ward, bin ich“ schon gegeben. Da diese Frage aber einmal aufgeworfen ist, soll denen, die so tief sich versenken können, auch noch weiteres erklärt sein. Gott selbst ist als aller Anfang und Ende wesenlos, vermag aber mit dem Geistig-Wesenhaften als Mantel Form anzunehmen. Auch Christus kam aus diesem Wesenlosen. Deshalb ist er vor Abraham gewesen, da dieser aus dem erst nachfolgenden Geistig-Wesenhaften kam. Aus dem Wesenlosen stammen noch die vier Säulen des Gottesthrones, die vier Erzengel. Aus dem Wesenlosen wird auch der sein, dessen Auftrag es ist, die jetzt vom Dunkel so bedrohten Gottsuchenden hinzuführen zu dem Licht. Alle anderen Engel und himmlischen Heerscharen gehören zu dem Geistig-Wesenhaften.

Da der Geistmensch aus der untersten Stufe des Geistig-Wesenhaften stammt und von dort Eingang in das Stoffliche findet, vermag er selbstverständlich bei höchster Entwicklung nach seinem irdischen Abscheiden auch nach und nach wieder emporzusteigen bis in das Reich des Geistig-Wesenhaften, woher er ausgegangen ist, das er somit als seine Heimat bezeichnen kann. Natürlich nur, wenn er wieder rein-geistig geworden ist, also auch die letzte stoffliche Belastung abgelegt oder abgestoßen hat. Eine solche würde ihm den Übergang vom Feinstofflichen in das Rein-Geistige unmöglich machen, auch wenn sie noch so gering wäre. Das ist dann das direkte Reich Gottes.

Der Übergang vom Rein-Geistigen in das Göttlich-Wesenlose ist nur dem möglich, der direkt aus dem Wesenlosen kommt. Deshalb lag in den Worten des Heilandes nur die Bestätigung einer schlichten Tatsache, die er anders gar nicht hätte ausdrücken können.

de/gralsblatter/serie_i/heft_6/ehe_denn_abraham_ward_bin_ich.txt · Zuletzt geändert: 2020/08/25 22:59 von Marek Ištvánek