Abd-ru-shin

Oskar Ernst Bernhardt

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de:gralsblatter:serie_i:heft_5:fragenbeantwortung

Fragenbeantwortung.

Frage

Abd-ru-shin sagt, daß nicht alle Menschen Gotteskinder seien. Es steht aber geschrieben: Wer die Gotteskindschaft leugnet, sündigt wider den Heiligen Geist!

Antwort

Was geschrieben steht, verlangt in erster Linie auch richtig verstanden zu werden. Dem Fragenden sei deshalb Dank, daß er diese Frage stellte. Jeder also Fragende gibt damit oft vielen Menschen etwas, ohne darum zu wissen.

Der Vortrag: „Der Mensch und sein freier Wille“, in dem gesagt ist, daß nicht alle Menschen Gotteskinder seien, gibt gleichzeitig auch Antwort auf die oben gestellte Frage. Mit der Tatsache, daß nicht alle Menschen Gotteskinder sind, wird die Gotteskindschaft nicht geleugnet.

Die Gotteskindschaft leugnet nur derjenige Mensch, der die in seinem Geistsamenkorn enthaltenen, ihm also vom Heiligen Geist geschenkten Fähigkeiten zur Gotteskindschaft vernachlässigt, also nicht genügend entwickelt und sie verkümmern läßt, sodaß sie nicht zur Geltung und zum Wachstum kommen können. Das ist die Verleugnung der Gotteskindschaft! In dieser Vernachlässigung liegt eine Verleugnung. Damit sündigt er aber selbstverständlich auch gleichzeitig wider den Heiligen Geist, der ihm in dem Samenkorn die Fähigkeiten zur Gotteskindschaft gab, damit sie entwickelt und großgezogen werden sollen.

Wer dies unterläßt, wird nie ein Kind Gottes sein oder werden, trotz seiner Anwartschaft darauf, das heißt, seiner Möglichkeit dazu, die ihm das Geschenk des Heiligen Geistes schon im Samenkorn verhieß. Durch Nichtachtung, also Verleugnung dieses Geschenkes hat er gesündigt und damit die Erfüllung der hohen Verheißung unmöglich gemacht.

Frage

In Heft 3 ist die unbefleckte Empfängnis erklärt. Die Erklärung steht aber im Widerspruch mit der Verheißung, die ausdrücklich darauf hinweist, daß der Heiland von einer Jungfrau geboren werden sollte.

Antwort

Zwischen dem Artikel in Heft 3 und der Verheißung ist kein Widerspruch. Den Widerspruch bringt lediglich die falsche Deutung des Ausdruckes „Jungfrau“ in der Verheißung. Wenn diese von einer Jungfrau spricht, so nimmt sie nicht einen engeren Begriff an, noch viel weniger die Anschauung eines Staates, sondern es kann sich nur um einen großen Menschheitsbegriff handeln.

Verengte Anschauung müßte die Tatsache feststellen, daß eine Schwangerschaft und eine Geburt an sich schon, ohne dabei an die Zeugung zu denken, die Jungfrauenschaft in gewöhnlichem Sinne ausschließt. Die Verheißung aber meint solche Dinge nicht. Es ist damit gesagt, daß Christus unbedingt als erstes Kind einer Jungfrau geboren werden wird, also von einem Weibe, das noch nie Mutter war. Bei diesem sind alle Organe, die zur Entwickelung des Menschenkörpers gehören, jungfräulich, das heißt, sie haben sich in dieser Art vorher noch nie betätigt, es ist aus diesem Leibe noch kein Kind hervorgegangen. Bei jedem ersten Kinde müssen ja die Organe im Mutterleibe noch jungfräulich sein. Nur das konnte bei einer so weitausgreifenden Prophezeihung in Betracht kommen, weil jede Verheißung nur in unbedingter Folgerichtigkeit der arbeitenden Schöpfungsgesetze sich erfüllt und in dieser zuverlässigen Voraussicht auch gegeben wird! 1)

Bei der Verheißung ist also „das erste Kind“ gemeint, und deshalb der Unterschied von Jungfrau und Mutter gemacht worden. Ein anderer Unterschied kommt nicht in Betracht, da die Begriffe von Jungfrau und Frau nur durch die rein staatlichen oder gesellschaftlichen Einrichtungen der Ehe entstanden sind, die auf keinen Fall bei einer solchen Verheißung gemeint werden.

Bei der Vollkommenheit der Schöpfung als Werk Gottes ist der Zeugungsakt absolut notwendig; denn die Allweisheit des Schöpfers hat in der Schöpfung von Urbeginn an alles so eingerichtet, daß nichts zu viel oder überflüssig ist. Wer einen derartigen Gedanken hegt, sagt damit gleichzeitig, daß das Werk des Schöpfers nicht vollkommen sei. Dasselbe gilt dem, der behauptet, daß die Geburt Christi ohne normale vom Schöpfer der Menschheit vorgeschriebene Zeugung vor sich ging. Es muß eine normale Zeugung durch einen Menschen von Fleisch und Blut erfolgt sein! Auch in diesem Falle. Und es ist auch so!

Jeder Mensch, der sich dessen richtig bewußt ist, preist den Schöpfer und Herrn damit mehr, als solche, die andere Möglichkeiten zulassen wollen. Die Ersteren setzen damit ein so unerschütterliches Vertrauen in die Vollkommenheit ihres Gottes, daß nach ihrer Überzeugung in den von ihm bedingten Gesetzen eine Ausnahme oder Veränderung überhaupt nicht möglich ist. Und das ist der größere Glaube! Außerdem spricht ja auch alles andere Geschehen unbedingt dafür. Christus wurde Erdenmensch. Mit diesem Entschluß mußte er sich auch den zur grobstofflichen Fortpflanzung von seinem Vater gewollten Gesetzen unterwerfen, da die Vollkommenheit Gottes dies bedingt.

Wenn darauf gesagt werden soll, daß „bei Gott kein Ding unmöglich ist“, so befriedigt eine derart verdeckende Erklärung nicht; denn in diesem Ausspruche ruht wieder ein ganz anderer Sinn, als es sich viele Menschen in ihrer Bequemlichkeit vorstellen. Es brauchte ja auch nur gesagt werden, daß Unvollkommenheit, Unlogik, Ungerechtigkeit, Willkür und vieles andere bei Gott unmöglich ist, um dem Wortlaute dieses Satzes nach dem gewöhnlichen Begriffe zu widersprechen. Auch könnte man begründen, daß, wenn in diesem Sinne bei Gott kein Ding unmöglich ist, er ebensogut hätte mit einem einzigen Willensakte alle Menschen der Erde gläubig machen können! Dann brauchte er nicht seinen Sohn mit der Menschwerdung dem irdischen Ungemache und dem Kreuzestode auszusetzen. Dieses gewaltige Opfer wäre erspart geblieben. Daß es aber so geschah, zeugt für die Unbeugsamkeit der von Anfang an laufenden göttlichen Gesetze in der Schöpfung, in die ein gewaltsamer Eingriff zu irgend einer Änderung durch deren Vollkommenheit nicht möglich ist.

Darauf könnte von blind streithafter Seite wiederum hartnäckig entgegnet werden, daß es Gottes Wille war, wie es geschah. Das ist ganz richtig gesagt, aber durchaus kein Gegenbeweis, sondern in Wirklichkeit ein Zugeben vorstehender Begründungen, wenn man die naivere Auffassung wegfallen läßt und tieferer Erklärung folgt, die alle Aussprüche geistiger Art unbedingt verlangen.

Es war Gottes Wille! Das hat aber mit einer Willkür nichts zu tun, sondern es bedeutet im Gegenteil nichts anderes, als die Bestätigung der von Gott in die Schöpfung gelegten Gesetze, die seinen Willen tragen, und die damit verbundene unbedingte Einfügung in dieselben, die eine Ausnahme oder Umgehung nicht zulassen. Gerade in der Erfüllungsnotwendigkeit zeigt und betätigt sich ja Gottes Wille.

Deshalb mußte sich auch Christus zur Ausführung seiner Mission unabwendbar allen Naturgesetzen, also dem Willen seines Vaters, unterwerfen. Es konnte auch unmöglich die in der Schöpfung zur irdischen Menschwerdung vorgesehene Zeugung durch einen Menschen vermieden werden. Daß Christus dies alles tat, beweist sein ganzes Leben. Die normale Geburt, das Wachstum, der auch bei ihm eintretende Hunger und die Ermüdung, die Leiden und zuletzt der Kreuzestod. Allem, dem ein irdischer Menschenkörper unterworfen ist, war auch er unterworfen. Warum soll nun einzig und allein die Zeugung anderer Art gewesen sein, wozu absolut keine Notwendigkeit vorlag. Gerade in der Natürlichkeit wird des Heilandes Aufgabe noch größer, durchaus nicht kleiner! Ebenso ist Maria deshalb nicht weniger begnadet gewesen in ihrer hohen Berufung.

Frage

Welche Wirkung und welchen geistigen Zweck hat die Konfirmation in der evangelischen Kirche?

Antwort

Die Konfirmation würde geistige Wirkung und geistigen Zweck haben, auch ohne Zweifel großen Segen bringen können, wenn sie als Grundlage einen reinen geistigen Sinn hätte. So aber ist es nicht der Fall, sondern sie betrifft überhaupt nicht Religion oder Glaube an sich, wie es jede Handlung haben sollte, die vor dem Altar, also dem Tische des Herrn, vorgenommen wird, sondern sie ist lediglich ein Akt der Kirche als Organisation, der damit auf gleiche Stufe mit irgend einem Vereinsgebrauche kommt.

Der Beweis dafür, daß es so ist und nicht anders sein kann, liegt darin, daß für die Zulassung zu einer Konfirmation der evangelischen Kirche nicht der seelische Wert, die innere Reife, der Drang zur Gottheit und auch nicht das geistige Wissen entscheidend ist; denn die Kirche lehnt eine diesbezügliche Prüfung einfach rundweg ab, wenn nicht ihre „Organisationsvorschrift“ erfüllt ist, die ohne Ausnahme schematisch bedingt, daß eine Konfirmation nur dann ausgeführt werden darf, wenn sich der darum Nachsuchende einer bestimmten Anzahl von Monaten Konfirmandenunterricht bei einem von der Kirche dazu bestimmten Geistlichen, also Angestellten der Kirche, unterworfen hat.

Es ist also dadurch nicht möglich, konfirmiert zu werden, auch wenn sich der darum Nachsuchende bereit erklärt, jede Prüfung in seelischer und geistiger Art abzulegen, wodurch er Wert und Reife für eine Konfirmation beweisen kann. Es werden demnach durch diese Vorschrift auch reife und wertvolle Menschen von der Kirche nicht zur Konfirmation zugelassen und zurückgewiesen, wenn sie ihre Reife und ihren Wert auf andere Art erworben haben, als durch einen Angestellten der Kirche, trotzdem dies sehr oft viel wertvoller sein kann, als der verstandesmäßige Konfirmandenunterricht. Es ist selbstverständlich, daß diese Bestimmungen unter keinen Umständen gelten dürfen, wenn es sich hierbei um einen geistigen und seelischen Gewinn des Menschen handeln könnte. Derartiges wäre dem hohen Christuswillen, in dem die Kirche als solche sich betätigen muß, direkt hemmend zuwider arbeitend. Es würde unter keinen Umständen in dem Geist und in dem Sinne des großen Heilsbringers sein, der nie beabsichtigte, eine Kirche oder eine Religion zu gründen, sondern dessen Aufgabe es war, die Seelen frei zu machen. Aus diesem Grunde muß die Konfirmation nur eine reine Äußerlichkeit sein, nur eine Aufnahme in die Organisation der Kirche als solche. Es darf nicht verwechselt werden mit einer näheren Zugehörigkeit zu Gott. Sie kann deshalb auch den Menschen, die konfirmiert werden, nur Organisationsnutzen und Organisationspflichten bringen, weiter nichts.

In solchem Sinne wird es wohl auch die Kirche selbst ansehen, da sie sich sonst eine Unterlassung und eine Anmaßung durch Ausschließung zu schulden kommen lassen würde, die in der Wechselwirkung sehr ernst werden müßte. Ganz abgesehen davon, daß es einem gefährlichen Dünkel gleichkäme, der bei den Pharisäern zu Christus Zeiten kaum größer war. Und das ist von der Kirche nicht zu erwarten! Denn da die christlichen Kirchen nur im Geiste Christi und nach seiner Lehre arbeiten, ergibt eine derartige einengende Bestimmung, daß die Konfirmation nicht zu geistigen Handlungen oder fortschrittbringenden Dingen gehört, sondern lediglich eine Äußerlichkeit der weltlichen Organisation sein kann. Wäre es anders, so bedeutete die Einschränkung durch die Bestimmungen einen Fehler, dessen Tragweite nicht erst beleuchtet zu werden braucht. Zum geistigen Aufstiege kann also die Konfirmation nicht unbedingt gerechnet werden. Was der Einzelne durch diese Handlung innerlich dabei gewinnt, kommt durch seine eigene, persönliche Einstellung.

1)
Offenbarungen.
de/gralsblatter/serie_i/heft_5/fragenbeantwortung.txt · Zuletzt geändert: 2020/08/24 23:14 von Marek Ištvánek